Es ist oft sehr heiß im Sommer. Viele Menschen entfliehen der Hitze indem sie an einen Badesee fahren oder in ein Schwimmbad. Heute möchte ich euch zwei herrliche und wunderschöne Klammwanderungen in direkter Stadtnähe ans Herz legen. Abkühlung und Naturerlebnis garantiert.

Eine Klamm beschreibt eine enge Schlucht, die meistens von einen Bach durchflossen wird. Die Kombination aus kühlendem Fels und kaltem Wasser machen sie zu einem Ort der Erholung, vor allem an Hitzetagen.

Die Mühlauer Klamm befindet sich direkt im Stadtgebiet von Innsbruck, im Ortsteil Mühlau. Am Fuss der Nordkette in der Nähe des Kraftwerks befindet sich der Einstieg in die Klamm, der Weg ist bestens beschildert. Vor Ort gibt es einige Parkplätze. Alternativ kann man auch mit dem Stadtbus A oder 501 nach Mühlau fahren. Von dort geht’s an der Kirche vorbei die Kirchgasse bergauf. Nach 10 bis 15 Minuten erreicht man den Ausgangspunkt.

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Schon am Anfang bietet sich ein imposantes Bild – Foto: Danijel Jovanovic

Gemütlich wandere ich über den gut gepflegten Weg am Wurmbach vorbei, passiere Holzbrücken und genieße beinah mitten in der Stadt Natur pur. Auch ungeübte Wanderer haben auf diesem Weg kein Problem. Richtig steil oder abschüssig ist es eigentlich nie.

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Natur pur mitten im Stadtgebiet – Foto: Danijel Jovanovic

Neben vielen Informationstafeln zu Flora und Fauna bekomme ich auch Einblicke in die Sagenwelt. Frau Hitt und die Bettlerin, der Falkner und der Tatzelwurm machen die Klamm für Kinder sicher noch erlebnisreicher. Auszüge daraus erhalte ich an drei Tafeln neben der sogenannten “Hexenküche”, die hier in einer kleinen Höhle zu finden ist.

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Die Hexenküche – ein Highlight für Kinder. Foto: Danijel Jovanovic

Hier wird nun der Klammsteig ein wenig steiler. Der Wurmbach fließt über kleine Wasserfälle Richtung Inn hinunter. Gerne mache ich hier eine kleine Pause um diese tolle Kulisse für euch festzuhalten. Auch Amiga, die Hündin die mich begleitet, hat hier sichtlich Spaß. Amiga ist ein Rettungshund und liebt das Wasser. Hier hat sie genügend Möglichkeiten sich auszutoben und bietet mir dabei immer wieder ein lohnendes Motiv.

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Rettungshündin Amiga genießt den Klammausflug – Foto: Danijel Jovanovic

 

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Kleine Wasserfälle in der Mühlauer Klamm – Foto: Danijel Jovanovic

 

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Wurmbach in der Mühlauer Klamm – Foto: Danijel Jovanovic

Die Wanderung endet beim Lawinendamm und führt mich hinauf auf den Forstweg zur Arzler Alm. Gehzeit schätze ich auf cirka 30 Minuten, aufhalten kann man sich natürlich viel länger um die schöne Landschaft zu genießen.

 

EHNBACHKLAMM

Die zweite Klammwanderung, die ich euch empfehlen möchte, beginnt in Zirl. Die Ehnbachklamm führt direkt vom Ort zu den Zirler Mähdern und ins Brunntal. Erreichen kann man die Klamm gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Auto. Parkplätze findet ihr bei der Rettungsstelle in Zirl. Der Einstieg liegt direkt unter dem Kalvarienberg auf dem sich eine Kapelle befindet und ist eigentlich nicht zu übersehen.

Schon am Anfang zeigt sich mir die Klamm von ihrer schönsten Seite. Sehr eng ist es hier und der Bach rauscht wild an mir vorbei. Ohne Probleme komme ich an den überhängenden Felsen vorbei. Ein Drahtseil ist vorhanden um sich festzuhalten.

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Überhängende Felsen, ein wilder Bach – Natur pur. Foto: Danijel Jovanovic

Auch hier begleitet mich Rettungshündin Amiga. Ihr gefällt es sichtlich im Bach zu spielen und Hundefreunde können ihren Vierbeinern eine wohlverdiente Abkühlung spendieren.

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Rettungshund Amiga am Wasserfall – Foto: Danijel Jovanovic

Wie auch in der Mühlauer Klamm finde ich hier viele Wasserfälle. Ein Paradies für Fotografen und für Naturliebhaber. Die Abkühlung an diesem heißen Sommertag tut das Übrige zum Wohlfühlen.

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Einer der Wasserfälle in der Ehnbachklamm – Foto: Danijel Jovanovic

Über Treppen, Holzbrücken und schmale Steige schlingelt sich der Weg am Ehnbach durch die Schlucht hinauf. Am Ende wartet die imposante Staumauer, die vor Muren Schutz bietet. Der Weg bis dort ist immer wieder durch Drahtseile sehr gut gesichert.

Über eine steile Stiege geht es direkt auf die Mauer hinauf und hier öffnet sich vor mir das Tal.

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Detail der Staumauer – Foto: Danijel Jovanovic

 

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Der Weg führt direkt über die Schutzmauer – Foto: Danijel Jovanovic

 

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Nach dem Schutzwall öffnet sich das Tal – Foto: Danijel Jovanovic

Hier verliert sich der Weg nun ein wenig, da hier immer wieder Teilstücke ins Bachbett stürzen. Man geht am besten direkt im Bachbett bis zum Waldstück am Ende. Dort setzt man dann die Wanderung fort.

An der linken und rechten Talseite begegne ich Sportlern beim Klettern. Die steilen, praktisch senkrechten Felsen bieten optimale Möglichkeiten. Ich verweile hier kurz um den Sportlern zuzuschauen. Amiga hat sehr viel Freude im Wasser und es herrscht eine angenehme Ruhe.

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Kletterer in der Ehnbachklamm – Foto: Danijel Jovanovic

Folgt man hier dem Weg weiter, kann man nach Hochzirl, dem Zirler Mähder oder zum Gasthaus Brunntal weiterwandern. Im Sommer sollte man jedoch immer die Gewittergefahr berücksichtigen. Da man hier von der Fernsicht eher eingeschränkt ist, kann man leicht von einem Wetterumschwung überrascht werden.

Ich entscheide mich zur Jausenstation Brunntal weiterzuwandern. Über eine Holzbrücke kreuze ich den Bach. Hier geht es geht steil über einen Steig hinauf bis zum Forstweg, der von Hochzirl herführt. An den Gleisen der Mittenwaldbahn vorbei geht es weiter in ein Waldstück. Über einen steilen Anstieg komm ich zu den Zirler Mähdern und am hinteren Ende zur Jausenstation Brunntal. Diese ist ganzjährig bewirtschaftet und bietet einen schönen Blick auf das Mittelgebirge.

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Labradorhündin Amiga hat viel Spaß in den Bachläufen – Foto: Danijel Jovanovic

 

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Der Ehnbach im Wald zu den Zirler Mähder – Foto: Danijel Jovanovic

 

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Wildromantische Idylle – Foto: Danijel Jovanovic

Zurück kommt man über den gleichen Weg. Ich empfehle euch, die Ehnbachklamm mit dem Kaiser-Max-Weg zu kombinieren. Diesen habe ich bereits vorher hier ausführlicher beschrieben. Die Wanderungen in Mühlau und Zirl sind für jedermann schaffbar. Sie bieten ein besonderes Naturerlebnis. Ich wünsche euch viel Spaß beim Erkunden!