Es ist, was es ist — mithin einer der schönsten Wanderwege, die ich kenne: besonders in diesem Spätwinter unabhängig von Alter und Freizeitbetätigung. Denn hier sind Senioren, Familien mit Kind und Kegel, Läufer, Radler und Hundebesitzer unterwegs.

Warum ist das so?

Igls und Patsch sind ja ohnehin bekannte dörfliche Kleinode rund um Innsbruck. Und dieser Winterwanderweg Gletscherblick, den wir heute durchschlendern, ist sehr speziell.

Sensationelles Panorama

Es fällt beim Dahinwandern erst mittendrin auf: dieses unfassbare Panorama, das alle Himmelsrichtungen öffnet und den Weg ständig begleitet. Mit im Gepäck haben wir, wie fast immer, einen Ball. Denn ohne Ball geht meine Tochter selten aus dem Haus. So sind wir alle den ersten Teil der Wanderung mit Ballspielen beschäftigt. Gut so.

Der Ball ist immer mit dabei. © Hartmut

Auch die Felder neben dem Gehweg sind den einen oder anderen Ausflug wert.

Herumtollen am Fuße des Innsbrucker Hausbergs. © Hartmut

Es macht einfach Spaß

Was will man mehr. Die Sonne scheint, wir haben frei und alle sind gut drauf. Die durchwegs angenehme Neigung hügelauf und hügelab lässt uns gemütlich schlendern. Der Ball ist für meine Tochter vorerst nicht mehr interessant. Jetzt steht das Gehen in der Mitte hoch im Kurs. Wenig später will sie lieber von Papa getragen werden. So ist das eben bei Familienwanderungen. Stetig, aber langsam kommt man voran. Doch bei diesem Wetter und Panorama macht alles Spaß.

Links und rechts flankiert wandert es sich am besten. © Hartmut

Getragen werden ist viel besser als selbst gehen. © Michaela

Für jeden etwas dabei

Fast am Ende des Fernkreuzwegs bettet sich ein kleiner, feiner Spielplatz in die Landschaft. Da können sich Klein und Groß austoben. Da meine Tochter mittlerweile ihr Mittagsschläfchen im Wagen hält, frönen Michaela und Birgit schaukelnd dem Moment. Denn schon als Kinder tauschten sie ihre Erlebnisse nebeneinander schwingend aus. Ob sie damals auch Heruntergesprungen sind, ist nicht überliefert. Gleich über dem Spielplatz liegt ein Fußballfeld mit zwei Toren in Originalgröße. Da könnte man ein kleines Match spielen oder einfach nur nach Elfmetern hechten. Gegen Frühling werden wir hier mit einem größeren Ball und ein paar Freunden aufschlagen.

Einfach mal die Seele baumeln lassen. © Hartmut

Wie wäre es mit Kicken vor der Kulisse des Stubaitals? © Hartmut

Stubaital und Wipptal

Spätestens jetzt ist klar, warum sich der Wanderweg Gletscherblick nennt. Denn der Stubaier Gletscher ist zum Greifen nah. Aber auch der Blick ins Wipptal zum Wolfendorn hinter der Patscher Pfarrkirche Hl. Donatus lässt nicht nur das Herz des Landschaftsmalers höher schlagen.

Da hinten liegt er, der Stubaier Gletscher. © Hartmut

Patsch am Eingang zum Wipptal. © Hartmut

Fazit

Der Wanderweg hat eine durchwegs angenehme Neigung hügelauf und hügelab. Der großzügige anlegte Weg lässt den Kinderwagen perfekt rollen und bei ausreichender Schneelage kann man auch die Rodel fein ziehen. Der offizielle Weg startet bei der Tourismus Information Igls und führt am oberen Teil der Wanderung nach Patsch. Wir haben heute das Pferd von hinten aufgezäumt und sind auf dem unteren Weg gestartet: also dem Fernkreuzweg Richtung Patsch bis nach dem Sportplatz folgend und dann bei der Biegung auf dem oberen Weg zurück nach Igls – ganz einfach deshalb, weil es zu dieser Jahreszeit die sonnigere Variante ist.

Auch am Rückweg genießen wir Panorama und Sonne. © Hartmut

Eckdaten

  • Gehzeit: 2h ohne Kinder, mit Kinder bis zu 3h
  • Streckenlänge: 6 km
  • Höhenmeter: knappe 100 hm, also wirklich eine feine Wanderung
  • Startpunkt: Tourismus Information Igls oder beim großen Parkplatz
  • Anreise: Auto oder mit IVB Linie J, Haltestelle Igls Dorfzentrum
  • Prädikat: besonders wertvoll