Für das Freibad ist es zu kalt, für Skifahren und Rodeln noch zu früh, nur Zuhause-Bleiben kommt natürlich auch nicht in Frage. Also nichts wie rein in die Wanderschuhe und hinaus geht‘s in die Wälder und Berge rund um Innsbruck.

Geisterwanderweg Oberperfuss

Eigentlich ist der September der perfekte Wandermonat. Das Wetter ist stabiler als im Hochsommer und es ist auch nicht mehr so heiß. Man genießt einen klaren Himmel und die wunderschönen Herbstfarben. Naja… Eigentlich. Dieses Jahr zeigt sich der September eindeutig nicht von seiner besten Seite. Aber wie heißt es so schön, es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung.

Also ziehen wir unsere Regenjacken an und trotzen dem Wetter. Wir wollten mit der neuen 8er-Gondelbahn bis Stiglreith fahren – dort beginnt der Oberperfer Geisterwanderweg – aber aufgrund des Wetters fährt die Bahn heute nicht. Auch egal. Man kann ja Gott sei Dank mit dem Auto hochfahren und in Stiglreith parken (Kosten: à € 6,00,- Achtung: der Parkautomat wechselt nicht).

herbstlicher Wald im Nebel, Geisterwanderweg Oberperfuss, Innsbruck

Sieht der Wald nicht verwunschen aus?

Was soll ich sagen, bei diesem regnerischen Wetter macht eine Geisterwanderung mindestens genauso viel Spaß wie bei Sonnenschein. Die “Baumbarts” – 21 verkehrt in den Boden geschlagene Fichten mit geschnitzten Gesichtern – sehen im Nebel noch gruseliger aus. Auf Knopfdruck erzählen sie spannende Geschichten. Die Wanderung dauerte ungefähr 1.5 Stunden. Wir brauchen allerdings länger, zum einen weil mein Sohn sich die Geschichten teilweise zwei- bis dreimal anhören möchte und zum anderen, weil er recht faul ist und kaum einen Schritt selbst zu Fuß geht.

Ein „Baumbart“ – eine verkehrt in den Boden geschlagene Fichte

Jeder Baumbart erzählt seine eigene Geschichte

Kind drückt auf Knopf um Geschichte vom Baumbart zu hören

Man muss nur auf den Knopf drücken und schon geht’s los…

Baumbart

Welche Geschichte erzählt uns wohl dieser Baumbart?

Kind sitzt an Tisch und macht eine kleine Pause von der Geisterwanderung

Nach all den Geschichten brauchen wir eine kleine Pause!

Schlussendlich kommen wir doch am Speichersee an und genießen noch einmal einen malerischen und zu gleich mystischen Blick aufs Inntal. Klar, bei schönen Wetter könnte man am Speichersee sicher noch etwas länger verweilen, wir machen uns aber gleich wieder auf den Heimweg.

Speichersee in Oberperfuss

Vom Speichersee aus genießt man einen herrlichen Blick über das Inntal.

die 3 letzten Baumbarts

Diese drei stehen ganz oben am Speichersee und blicken weise ins Tal.

Ich kann diese Wanderung absolut allen Familien empfehlen, wir werden sie das nächste Mal aber doch bei gutem Wetter ausprobieren.

Anreise: Über A12 (Inntalautobahn) – Ausfahrt Zirl-Ost/Kematen – weiter in Richtung Sellraintal bis zur Abzweigung (Kreisverkehr) nach Oberperfuss, Unterperfuss und Ranggen. Ab Kreisverkehr noch 2 km bis Oberperfuss.
Oberperfus ist auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut zu erreichen. Vom Hauptbahnhof fährt die Linie 4165 direkt nach Oberperfuss.
Kinderwagentauglich: eher nicht! Die Steigung ist doch etwas zu groß und der Weg auch zu uneben um bequem schieben zu können.
Einkehr Möglichkeiten: Panoramarestaurant Stiglreith

Wandern in Mösern

Mösern wird als das „Schwalbennest Tirols“ bezeichnet. Warum wird klar, wenn man einmal den herrlichen Blick über das Inntal genossen hat. Bereits der berühmte Maler Albrecht Dürer hat diesen Blick in seinem Selbstportrait verewigt. Aber um Kinder zu beeindrucken braucht es schon etwas mehr als eine schöne Aussicht.

Rund um den Möserer See, der übrigens einer der wärmsten Tirols ist, gibt es viele Wanderungen, die für Familien geeignet sind.
Die bekannteste ist die Drei-Seen-Runde. Ob man nun in Seefeld oder Mösern startet, ist Geschmackssache. Ziele dieser Wanderung sind die drei Seen: Möserer See, Lottensee und Wildmoossee. Bei den beiden letzten handelt es sich um aperiodisch auftretende Seen. Wann genau sie sich mit Wasser füllen, ist schwer zu sagen. Früher waren es ungefähr alle vier Jahre, inzwischen stauen sich in etwas kürzeren Abständen Schmelzwasser und Niederschläge in den unterirdischen Karstsystemen und füllen die Seebecken auf. Im Frühjahr steht das Wasser meist am höchsten, während es im Spätherbst wieder versinkt.

 Möserer See © TVb Innsbruck/ Laichner

Möserer See © TVb Innsbruck/ Laichner

Die Drei-Seen-Runden kann in Mösern, aber auch in Seefeld gestartet werden. Bei der Tennishalle in Seefeld nimmt man den Weg Nr. 2 über die Möserer Mähder Richtung Mösern bis zum Möserer See. Der Möserersee ist auch der Ausgangspunkt der Wanderung, wenn man in Mösern starten will. Die Wanderung ist sehr gut beschildert: das nächste Ziel ist der Lottensee, von dort geht es weiter zum Wildmoossee und zur Wildmoosalm. Dort trennen sich die Wege wieder, je nachdem ob man nach Seefeld oder nach Mösern zurückkehren will. Auf jeden Fall sind beide Ziele leicht zu finden – Wegweiser weisen einem an praktisch jeder Wegkreuzung den richtigen Weg.

Die Drei-Seen-Runde ist doch eine etwas längere Wanderung und der Weg ist nicht überall kinderwagen-freundlich. Deshalb genießen mein Sohn und ich meistens eine abgespeckte Variante: Wir fahren nach Mösern, wandern um den Möserer See, spielen am tollen Waldspielplatz, der meinen Sohn immer wieder begeistert. Wir folgen auch ein Stück dem Eiszeit-Trail: Icy hat es dem kleinen Mann angetan, er entdeckt ihn auf jeder Schautafel und freut sich an den Bildern. Größere Kinder – und Erwachsene – erfahren bei zehn Stationen jede Menge Wissenswertes über die Eiszeiten und Gletscher. Interaktive Elemente sowie 3-D Simulationen machen den Trail zu einem echten Erlebnis.

Kind spielt im Sandkasten am Waldspielplatz am Möserer See

Einer der tollsten Waldspielplätze auf dem wir je waren

Ein Teil der Drei-Seen-Runde überschneidet sich auch mit der „Seefelder Schisport Spur“. Auf insgesamt zehn Stationen wird hier die Geschichte des Schisports beleuchtet. Wir freuen uns am meisten über die Möglichkeit ein wenig zu turnen. Vor allem vom Balancieren kann mein kleiner Mann kaum genug bekommen.

Seefelder Skisport Spur

es macht unglaublich viel Spaß, sein Gleichgewicht am Trainigsparcour der “Seefelder Skisport Spur” zu testen

Gleichgewichtsparcour der Seefelder Ski Spur

Wir lassen die meisten der 10 Haltestationen der Seefelder Ski Spur aus und beschränken uns auf die wirklich lustigen. Wie diesen Gleichgewichtsparcour

Bei dem vielfältigen Angebot in der Region wird bestimmt jeder den für ihn maßgeschneiderten Weg finden!

  • Anreise: Am besten mit dem Auto ab Innsbruck über die A12 bis nach Telfs – die Ausfahrt B171 nehmen und dann Sagl und Möserer Landstraße bis nach Mösern.
  • Kinderwagentauglich: die meisten Wege rund um den Brunschkopf sind Kinderwagen tauglich. Allerdings gibt es auch steilere Stücke oder Steige, die nicht wirklich kinderwagenfreundlich sind.
  • Einkehrmöglichkeiten: Möserer Seestubn

In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine schöne Wandersaison und vielleicht doch noch den ein oder anderen Sonnentag!

Ich habe mir hier zwei tolle Wanderungen heraus gesucht, rund um Innsbruck gibt es aber noch so viel mehr. Die schönsten Familienwanderungen sind hier zusammengefasst und wer doch lieber etwas anderes unternehmen möchte, sollte sich diese Seite einmal näher ansehen. Hier findet ihre tolle Aktivitäten für die ganze Familie.