Viggarspitze (2306m), 19 Oktober 2014: Es sind 18 Grad, die Sonne scheint und dank wolkenfreiem Himmel zeigt sich die Nordkette. Ein Sommergefühl in kurzer Kleidung.
Seegrube (1905m), 23 Oktober 2014: Es sind minus fünf Grad, leichter Schneefall herrscht und eine Neuschneewand verbaut den Weg von der Seegrube. Es ist kalt und nass – Winterkleidung? Fehlanzeige…
Die Suche in Innsbruck beginnt.

Ja, der aus der Karibik gekommene Neu-Innsbrucker war böse überrascht worden – vom zwar angekündigten, aber doch irgendwie unerwartet kommenden Wintereinbruch. Schneetaugliche Bekleidung hatte ich daher nicht im Kleiderschrank. Deshalb im schneefreien Tal zu bleiben, kam aber auch nicht in Frage und es ging mit Hungerburg- und Nordkettenbahn auf den Berg. „In dem G’wand hascht‘s da oben aber schwer“, versuchte der Gondelfahrer mich mental auf das Kommende vorzubereiten. Zugegeben: Laufschuhe, Chinohose und dünne Stoffjacke schienen nun wirklich nicht das Optimale für einen Meter Neuschnee zu sein. Als die Gondel über die verschneiten Baumspitzen fuhr und wir oben ankamen, wurde mir klar: Du bist nicht einmal im Ansatz auf einen Winter in den Alpen vorbereitet. Oder wie ein Freund treffend kommentierte: „latenter Erfahrungsmangel hinsichtlich adäquater Winterbekleidung“. Kalt war’s.

In Sommerkleidung auf der Seegrube

So sieht es dann aus, wenn man sich ohne Winterkleidung in den Schnee begibt. Frisch! Foto: Stefan Barta

Wer in Innsbruck lebt, oder Innsbruck besucht, der fährt Ski oder Snowboard. Die Stadt atmet den Wintersport, Skibekleidung regiert das Straßenbild, auch an schneefreien Tagen. Wenn schon wegen milder Temperaturen noch nicht getragen, dann zumindest in den Schaufenstern. Wohin das Auge blickt, es findet neue Kreationen, neue Designs, neue Technologien und immer wieder ertappe ich mich bei der Frage: Brauche ich das wirklich? Sobald die Skigebiete rund um Innsbruck ihre etwa 300km Pisten öffnen, werde ich das erste Mal in meinem Leben auf Skiern stehen. Im Schnee der Seegrube wurde mir dabei klar: Ohne die richtige Kleidung wird der Pistenspaß schnell auf der Strecke bleiben. Ja, ich brauche Skibekleidung. Mein Glück ist, dass Innsbruck  alles bietet, was man für den Winter braucht. Auf meinem Streifzug durch Innsbrucks vielseitige Geschäftslandschaft habe ich mich unter anderem mit den Fachverkäufern Rob von “Die Börse” und Mike aus dem “Burton Flagship Store” intensiver unterhalten und sehr hilfreiche Tipps mitgenommen! Was ich mit den beiden und in diversen Geschäften herausgefunden habe, fasse ich für euch gerne zusammen:

Die äußere Schicht (“outer layer”) der Skibekleidung hat das Ziel, euch vor Witterung zu schützen. Darauf solltet ihr achten:

  • Hose und Jacke mit einer Wassersäule von 8.000mm oder mehr und ausreichend Atmungsaktivität.
  • Gute, wasserdichte Handschuhe: Fäustlinge sind wärmer, aber unhandlicher.
  • Gute, wasserdichte Schuhe: Felleinlagen halten besonders warm.
  • UV-sichere Sonnen- oder Skibrille, die euch vor Schneeblindheit schützt.
  • Mütze oder Skihelm. Skihelm und -brille immer zusammen auswählen, damit alles passt!

Die körpernahe Schicht (“base layer”) ist eure beste Isolation gegen die Kälte. Mike als Snowboardlehrer ist nie ohne unterwegs, und Rob schwört fest auf Merinowolle und hat daher nichts anderes im Laden. Bei beiden ist es Top-Priorität: Hier solltet ihr nicht sparen!

  • Synthetische Materialen haben beste Werte für den Flüssigkeitstransport, sind günstig und flexibel. Nachteil: Sie sind sehr anfällig für unangenehme Körpergerüche.
  • Merinowolle hat gute Werte für Flüssigkeitstransport, ist flexibel, sehr warm und nicht anfällig für Körpergerüche – dies spiegelt sich im höheren Preis nieder.

Die „mid layer“ bietet zusätzliche Wärmeisolation und kommt in Variationen von der Daunen- über die Fleecejacke bis zum Pullover daher. Für beste Wärmeisolation darf gerne etwas mehr Luft zwischen den Schichten sein, für den besten Feuchtigkeitstransport sollten enge Schnitte im Vordergrund stehen.

Am fehlenden Basiswissen sollte ein erfolgreicher Einkaufsbummel nun nicht mehr scheitern. Die größere Gefahr dafür ist die schier endlose Auswahl. Ob ihr lieber ganz gemütlich in kleinen Läden einkauft, euch in spezialisierten Fachgeschäften detailliert informiert oder die Auswahl in den großen Einkaufszentren benötigt: Ausführliche Expertise findet ihr in Innsbruck überall. Wer sich allerdings auf zwei Innsbrucker Institutionen verlassen möchte, die mir bei meinem Streifzug zudem besonders gefallen haben, dem seien “Burton” und “Die Börse” ans Herz gelegt:

Burton Flagship Store Innsbruck
Haller Straße 111, 6020 Innsbruck. Tel.: +43 (0) 512 2305440
www.burton.at bzw. www.facebook.com/burtonstoreinnsbruck.
Montag bis Freitag von 10.00 Uhr bis 18.30 Uhr, Samstag 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr.

Ihr betretet den Burton Flagship Store und steht in einem Palast voll mit Kleidung und Boards, entspannter Atmosphäre und ausführlicher Beratung. Ob Socken, Unterwäsche oder Komplettoutfits – das Schwerste an eurem Besuch im Store wird sein, euch für ein Teil zu entscheiden. Und falls ihr Innsbruck-typisch mit dem Rad unterwegs seid, nehmt euch lieber einen großen Rucksack mit. Die Auswahl ist wirklich unfassbar. Das größte Burton-Angebot in der Stadt und wechselnde Monatsaktionen (November `14: Beanie gratis zur Jacke) machen einen Besuch lohnenswert – wer nicht radelt oder wirklich große Einkäufe plant, kann mit der Buslinie 4 vom Hauptbahnhof aus fahren. Burton bietet das gesamte Spektrum an Bekleidung und ist keinesfalls nur für Fortgeschrittene interessant. Es ist vielleicht die Snowboardmarke schlechthin, von der Qualität profitiert allerdings auch jeder andere Schneeliebhaber!

Winterkleidung im Burton Store

Jeder Stil ist vertreten: Von einfach bis extravagant. Dies ist nur ein kleiner Teil der Auswahl an Bekleidung im Burton Store.

Snowboards im Burton Store

Was das Equipment angeht: Materialfetischisten kommen ebenso auf ihre Kosten wie Anfänger. Lasst euch ausgiebig beraten und nutzt das Wissen der Verkäufer!

 

Die Börse Innsbruck
Leopoldstraße 4, 6020 Innsbruck, Tel.: +43 (0) 512 581742
www.dieboerse.at bzw. www.facebook.com/dieboerse
Im Winter: Montag bis Samstag 07.30 Uhr bis 18.30 Uhr, Sonntag und Feiertage 07.30 Uhr bis 12.00 Uhr und 14.00 Uhr bis 18.30 Uhr.

Die Börse liegt etwas versteckt in einem Hinterhof nahe der Triumphpforte. Lasst euch nicht abschrecken, wenn ihr den EIngang nicht direkt findet. Ihr verpasst etwas! Die Börse existiert seit nunmehr 34 Jahren und diese Erfahrung ist für euch Gold wert: Im Sortiment wartet eine Auswahl verschiedener Marken auf euch, ausgewählt auf Basis der Erfahrungen vom Team. Neueste Kleidung und Equipment könnt ihr natürlich direkt kaufen, vor allem aber auch flexibel ausleihen. Im Superdeal bekommt ihr so Ski, Boots, Helm, Brille, Jacke, Hose und Handschuhe für unter 50 Euro / Tag geliehen! Besonders bequem ist für euch die Möglichkeit, sich im Hotel in Innsbruck abholen zu lassen und mit dem Equipment wieder zurückgebracht zu werden. Am Ende eures Aufenthaltes könnt ihr dann die Leihsachen stressfrei einfach im Hotel zurücklassen! Falls ihr eure Ausrüstung selbst mitbringt, ist “Die Börse” zudem euer Ansprechpartner für professionellen Skiservice.

Winterkleidung in Die Börse.

Auch in der Börse gibt es eine breite Auswahl, dies zudem mit dem Besten von vielen gängigen Marken!

Wintersportequipment in Die Börse.

Ski, Snowboard, Zubehör: Die Börse bietet alles, was das Herz begehrt: Zum kaufen, oder zum Leihen!

 

Ihr seht, Innsbruck bietet eine Lösung für alle eure Wünsche und Problemchen, die ihr vor eurem Pistenstart noch habt. Ob ihr wie ich komplett neu einsteigt, nur einzelne Komponenten braucht oder eure Ausrüstung vom Fachmann winterfit machen lassen möchtet: In Innsbruck werdet ihr definitiv den richtigen Laden für eure Ansprüche finden. Und da sich über Geschmack bekanntermaßen nicht streiten lässt, hoffe ich, euch mit den allgemeinen Tipps zur Skibekleidung geholfen zu haben!
Das ersetzt aber natürlich nicht die persönliche Beratung in den Läden – also: auf in das Shoppingvergnügen, Innsbruck ist auf euch vorbereitet!