Eigentlich hatte ich die Almenrunde im Fotschertal als lockere Wanderung angelegt. Daraus ist eine alpine Gourmetrunde mit zahlreichen Bonustracks geworden.

Weshalb ich ausgerechnet im Fotschertal auf Almschau gehen wollte? Es waren die Namen der beiden Almen, die mich reizten: „Almindalm“ und „Saigisalm“ sind keine wirklich alltäglichen Namen.

Bonus #1: Schwammerl beim Aufstieg zur Almind Alm

Bonus #1: Schwammerl beim Aufstieg zur Almind Alm

Ausgehend vom Gasthof Bergheim im Fotschertal mit seinem – besonders bei Wanderern hochgelobten Gratis-Parkplatz – steigt man am besten zur Almindalm auf. Zuerst geht‘s auf einem Forstweg dahin, bis der ausgeschilderte offizielle Pfad vom Forstweg abzweigt und quasi in der Diretissima weiterführt. Und hier wartet der erste Bonus für Menschen mit geschultem Blick: feinste Pfifferlinge vulgo Schwammerl  verstecken sich unter Moos und Blaubeeren.

Nach einer Stunde erreiche ich das malerische Miniatur-Alpenvereinshüttchen, von dem aus es dann nur noch einige Minuten bis zur Almindalm sind. Immerhin bin ich jetzt auf 1.755 m Seehöhe. Eine erste Pause ist fällig. Man gönnt sich ja sonst nix. Denn hier gibt‘s den auf der Almindalm hergestellten Grauen Kaas und eine exzellente hausgemachte Buttermilch. Mein Testurteil: vorzüglich. Der Zusatz-Bonus: das Panorama vom Essenstisch der Almindalm aus. Ein Panorama, wie man es üblicherweise nur in Prachtbildbänden bewundern kann.

Das Panorama ist ein Bonus, der zum hervorragenden Graukaas von der Almind-Alm geboten wird.

Das Panorama ist ein Bonus, der zum hervorragenden Graukaas von der Almind-Alm geboten wird. Bonustrack #2: das Panorama des Fotschertales

Die Almind-Alm im Fotschertal des Sellrain

Die Almind-Alm im Fotschertal des Sellrain

Seit 1988 bewirtschaftet die Familie Riedl die Almind, 20 Melkkühe liefern die unvergleichliche Milch, aus der Günter Riedl einen wunderbar schmackhaften Graukäs zubereitet. Den er übrigens nur in reifem Zustand und auf Voranmeldung verkauft. (Daten s. unten). Ich hätte übrigens nie geglaubt, wieviele Tiere sich im hinteren Fotschertal auf den Hochweiden den von der Familie betreuten Almind- und der Seealm tummeln. Heuer sind es 1.200 Schafe, 480 Rinder, 50 Pferde, 6 Schweine und 5 Hennen. Normalerweise sagt man ,Herden‘ dazu…

Von der Almind führt dann ein wunderbarer, hochinteressanter Höhenweg auf die Saigisalm, berühmt für ihre Aussicht auf das Inntal. Rund 3/4 Stunden sollte man rechnen, um zur Saigis zu gelangen. Der Weg führt über tolle Feuchtwiesen, duftende Zirbenwäldchen und vorbei an den eiergelben Pflanzen, landläufig Schwammerl genannt (Bonus!)

Der Höhenweg zwischen der Almind- und der Saigisalm garantiert für zahlreiche spektakuläre Ausblicke.

Der Höhenweg zwischen der Almind- und der Saigisalm garantiert für zahlreiche spektakuläre Ausblicke.

Schon der erste Eindruck ist bestechend: die Terrasse auf der Saigisalm ist ein hochalpiner Logenplatz, vor dem sich eine fantastische Inszenierung aufbaut: das wunderbare, schroffe Karwendelgebirge mit dem vorgelagerten Inn- und Sellraintal.

Spektakulär: der Ausblick von der Saigis Alm. Bonus: die superbe regionale Küche.

Spektakulär: der Ausblick von der Saigis Alm. Bonus: die superbe regionale Küche.

Die Speisekarte auf der Saigisalm: Alm-Köstlichkeiten aus regionalen Produkten

Die Speisekarte auf der Saigisalm: Alm-Köstlichkeiten aus regionalen Produkten

Und hier, auf 1.872 m, wird aufgekocht. Und wie! Die Zutaten stammen zum Großteil aus der eigenen landwirtschaftlichen Produktion der Familie Venier. Und natürlich gibt‘s auch den auf der Alm zubereiteten vorzüglichen Graukäse. Der Bonustrack dieser Alm? Da gibt‘s mehrere. Einerseits also die unglaubliche Aussicht auf das Inntal und die Berge des Karwendels. Andererseits das Essen und dann ein Produkt, das ich schlicht als ,sagenhaft‘ bezeichnen möchte: den von Georg Venier hausgeräuchterten Speck. Wer die ,Almjause‘ auf der Saigis bestellt, weiß, wovon ich rede.

Ein Tris aus Leber-, Speck- und Kaasknödel in einer Rundssuppe. Das ist Almessen vom Feinsten!

Ein Tris aus Leber-, Speck- und Kaasknödel in einer Rindssuppe. Das ist Almessen vom Feinsten! Bonustrack #3: das fantastische Karwendelgebirge, quasi in Augenhöhe.

Der Abstieg zurück zum Bergheim führt auf der Forststraße entlang, vorbei an der unbewirtschafteten Sattelalm. Dann tauche ich in den tiefen Wald des Fotschertales ein, der sich erst wieder beim Parkplatz des Gasthofes Bergheim lichtet.

Was die Bedeutung der Namen der beiden Almen anlangt: da tappe ich immer noch im Dunkeln. Es ist aber durchaus möglich, dass die Namen ins Rätoromanische zurückgehen.

Ein letzter Blick ins Tal bevor der Weg durch den Wald zurück zum Parkplatz beim Gasthof Berghof führt.

Ein letzter Blick ins Tal bevor der Weg durch den Wald zurück zum Parkplatz beim Gasthof Bergheim führt.

Wer Graukäse oder Almbutter vorreservieren will, hier die Daten der beiden Almen:

Almind Alm: Faml. Günther und Daniela Riedl;  Telefon 0664-271 8844; www.almind-alm.beepworld.de; Mail: danielariedl@yahoo.de

Saigis Alm: Fam. Venier, Tel.: 0664 – 791 5638; 0650 – 331 7448