Sonntags halb 10 in Innsbruck: Der frühe Vogel ist unsympathisch! Wir schlafen daher aus und gehen in der Mittagssonne mit den Schneeschuhen auf´s Birgitz Köpfl.

Panorama Birgitz Köpfl

Gemütlich setze ich einen Fuß vor den anderen – zugegeben, ein wenig breitbeinig. Nach 5 Minuten merke ich das aber nicht mehr. Kalte Luft strömt durch meine Nase, Annas Wangen sind rot. Still ist es, die Landschaft unberührt, der Schnee glitzert. Gleichmäßig und dumpf stapfe ich vor mich hin – das entspannt: Ich höre nichts außer den eigenen Atem und das Knirschen im Schnee. Ein befreundetes Pärchen ist zum ersten Mal dabei und es gefällt ihnen sofort.

Tiere, Männer, Frauen

Hinein geht’s in den Wald, mitten durch den Schnee, in den wir nicht mehr ganz so tief einsinken. Ein Eichhörnchen wühlt nach Nüssen, ein Greifvogel sieht ihm dabei zu – beide haben wohl Hunger. Der Wald wird weniger, die Sonne mehr und das Gipfelkreuz kommt näher. Ich und Chris gehen plötzlich schneller: Männer messen sich gerne kurz vor dem Ziel. Meine Liebste und Sabrina stören die Ruhe: Frauen sind sozialer und reden lieber. Die Gämse am Gipfel freut sich nicht über uns und zieht mürrisch davon. Oben angekommen gibt es heißen Tee, wir schweigen und genießen die Aussicht – auch die Frauen.

Waldklein

Huetteklein

Ski oder Schuh?

Hinunter geht’s schneller, denn mit jedem Schritt versinken die Schneeschuhe im Pulverschnee und rutschen weiter. Zwei Schritte hinauf bedeuten nur einen hinunter; leider nur solange es steil ist und genug Pulver liegt. Mit den Skiern wären wir schneller: Skitourengeher sind aber die fauleren Schneeschuhwanderer. Wir sind fleißiger, gehen wieder hinunter und bekommen dafür ein Geschenk: einen gesunden Muskelkater. Schön war´s in den Bergen. Zuhause werden wir noch vor dem Kachelofen chillen bei gerösteten Kastanien und einer DVD.

Viewklein

Ihr braucht

Nicht viel! Nimm deinen Rucksack und gib hinein: Handschuhe, Mütze, Taschentücher, Sonnenbrille, Thermoskanne mit Inhalt, T-Shirt zum Wechseln, Stirnlampe, Bergapotheke und Mannerschnitten. Dann brauchst du noch wasserfeste und warme Klamotten, Winterschuhe, Gamaschen, höhenverstellbare Wanderstöcke und Schneeschuhe. Die indigenen Völker hatten sie, damit sie nicht zu tief im Weiß versanken. Heute ist es ein Sportgerät für alle: Jeder, der aufrecht gehen kann, kann Schneeschuhwandern, besondere Fähigkeiten braucht es nicht. Kondition ist aber praktisch.

Der SchneeSchuhSpaß kommt von alleine, falsch machen kannst du eigentlich nichts, außer es nicht zu versuchen. Rund um Innsbruck gibt es genug Touren im Flachen und auf Gipfel – Lawinenausrüstung und Erfahrung jedoch vorausgesetzt. Sieh selbst:

Weitere Infos

Also Schneeschuhe anschnallen und los geht’s!