Gibt’s echt: Eine Stadt von Rodelbahnen umzingelt. Ihr Name: Innsbruck. Das Resultat: Angebot schafft Nachfrage und das in verschiedensten Varianten. Nämlich Menschen, die jedes Wochenende rodeln gehen und jeder tut es anders. Ich habe euch die klassischen Rodeltypen zusammengefasst und zeige euch meine Lieblingsstrecken. Ich als Rodel-Philosoph 😉

Gesundheitsrodler

Sport ist ihm sehr wichtig und auch der Bezug zur Natur. Er geht gerne ins Freie und macht Sport, damit er gesund bleibt. Ein Radler (das Getränk) auf der Hütte darf schon mal sein, essen tut er lieber einen Salat statt Knödelsuppe oder Schnitzel. Eilig hat er es nie, bleibt gerne mal stehen und genießt die Winterlandschaft sowie die Stille der Natur.

Gesundheitsrodler. Foto: TVB Innsbruck

Gesundheitsrodler. Foto: TVB Innsbruck

Sportrodler

Ihm geht es um Leistung und Ausdauer stets mit einer Frage: „Um wie viel war ich diesmal schneller?“ Seine Ausrüstung ist neu, die Kleidung funktionelles Gore-Tex, die Kufen seiner Hightech SportRENNrodel aus Carbon sind immer gewachst. Er hat es eher eilig, grüßt kurz und knapp, geht schnell hinauf und fährt auch gleich rasant wieder runter. Alkohol trinkt er keinen und in der Hütte sitzt er nur kurz, um sich umzuziehen.

Sportrodler. Foto: TVB Innsbruck

Sportrodler. Foto: TVB Innsbruck

Hüttenhocker

Der Weg ist nicht das Ziel, sondern die Hütte, die manchmal auch per Lift angesteuert wird. Essen und Trinken sind seine liebsten Dinge, von allem reichlich und manchmal auch viel. Schneelage, Gehzeit und Wetter interessieren ihn weniger als die Speisekarte, die entscheidend für die Wahl des Weges ist. Er redet gerne mit den Tischnachbarn, die er nicht immer kennt, oder schon kennt, weil er so oft oben ist: ein durchaus geselliger und freundlicher Zeitgenosse.

Hüttenhocker. Foto: TVB Innsbruck

Hüttenhocker. Foto: TVB Innsbruck

Familienrodler

Vater, Mutter und Kinder, die entweder wohlerzogen mitgehen oder sich quengelnd ziehen lassen. Rodeln ist schließlich Familiensache und so gehen oft mehrere Familien miteinander – Männer, Frauen und Kinder meist jeder unter sich: Die Frauen besprechen Frauenthemen: Urlaub, Essen, Kinder, Männer, Arbeit, Mode, Rezepte, Fernsehserien, Blockbuster, Kindergarten, Schule und alle anderen Weltfragen. Die Männer besprechen Männerthemen: … oder messen sich beim Hinaufgehen.

Familienrodler. Foto: TVB Innsbruck

Familienrodler. Foto: TVB Innsbruck

Nachtrodler

Dieser rodelt prinzipiell nur in der Nacht – das sagt der Name schon. Jeder wird mal zum Nachtrodler, mehr oder weniger freiwillig oder unfreiwillig. Aber der echte Nachtrodler geht eben nur nachts rauf, sonst wäre er kein Nachtrodler. Eine Stirnlampe hat er immer dabei, falls die Bahn nicht beleuchtet ist. So viel dazu.

Nachtrodler. Foto: TVB Innsbruck

Nachtrodler. Foto: TVB Innsbruck

Gesellschaftsrodler

Gehen nie alleine, sondern nur in Gruppen größer drei. Über Facebook- und Whatsapp-Gruppen mobilisieren sie Freunde, Bekannte und andere Menschen. Sie blockieren die Rodelbahn, bleiben dauernd stehen, reden miteinander und sind auch in der Hütte sehr gesellig. Niemals sitzen sie alleine auf einer Rodel, sondern mindesten zu zweit, fahren eher langsam, schreien und lachen beim Runterfahren. Oftmals verschwinden sie im Tiefschnee, weil sie gerne von der Bahn abkommen.

Gesellschaftsrodler. Foto: TVB Innsbruck

Gesellschaftsrodler. Foto: TVB Innsbruck

Sacklrodler (Sack = Tüte)

Er geht nicht wirklich rodeln, sondern lieber einen Hügel hinauf und fährt 15 Sekunden wieder runter. Statt ein Schlitten ist sein fahrbarer Untersatz ein Plastiksackerl. Wie ein Perpetuum mobile geht es dann auf und ab. Ganz kleine Kinder freuen sich noch darüber, aber die Innsbrucker Kinder sind bereits mit drei Jahren mit Vater und Mutter richtig unterwegs auf eigenen Beinen und langen Rodelbahnen. Manchmal rodelt er mit einer Rodel am Hügel und wird dann zum erweiterten Sacklrodler. Auch ich habe als Sacklrodler begonnen…

Sacklrodler. Foto: TVB Innsbruck

Sacklrodler. Foto: TVB Innsbruck

 

Philosophischer Schluss: Egal welcher Rodler ihr seid, in und um Innsbruck macht rodeln Spaß. Daher habe ich euch für jeden Typen meine 7 Lieblings-Strecken zusammengefasst, wobei jeder überall gut aufgehoben ist:

Juifenalm
Gut essen und schöne Aussicht

Aufstieg: 600 Hm
Länge: 5 km
Gehzeit: 1 h 20 min
Einkehr: Juifenalm, ab 15. Dezember je nach Schneelage
Beleuchtung: nein
Rodelverleih: nein

Rumer Alm
Direkt vor der Haustür

Aufstieg: 500 Hm
Länge: 3,9 km
Gehzeit: 1h 10 min
Einkehr: Rumer Alm und Enzianhütte
Beleuchtung: nein
Rodelverleih: Rumer Alm

Mutterer Alm
Familienrodelbahn für Gemütliche

Aufstieg: 363 Hm, oder mit dem Lift
Länge: 2,7 km
Gehzeit: 1 h
Einkehr: Mutterer Alm, Nockhof
Beleuchtung: nein
Rodelverleih: Mutter Alm, Sport 2000 Pfutscheller

Rangger Köpfl
Die längste Strecke mit Lift

Aufstieg: 930 Hm
Länge: 8,1 km
Gehzeit: 2 h 30 min
Einkehr: Gasthaus Stiglreith, Gasthaus Sulzstich, Rosskogelhütte
Beleuchtung: von der Rosskogelhütte bis ins Tal, dienstags und freitags bis 23.00 Uhr
Rodelverleih: Sport Haider

Patscher Alm
Am Hausberg der Innsbrucker

Aufstieg: 646 Hm
Länge: 4,8 km
Gehzeit: 1h 20 min
Einkehr: Heiligwasser, Patscher Alm
Beleuchtung: nein
Rodelverleih: nein

Axamer Lizum
Gemütlicher Weg durchs Tal

Aufstieg: 540 Hm
Länge: 3,9 km
Gehzeit: 1h 30
Einkehr: Parkplatz des Skigebiets Axamer Lizum
Beleuchtung: bis 24.00 Uhr
Rodelverleih: Hotel Bergheim in der Axamer Lizum

Kemater Alm
Für besonders schnelle Sportrodler

Aufstieg: 673 Hm
Länge: 5,7 km
Gehzeit: 1h 20 min
Einkehr: Kemater Alm
Beleuchtung: nein
Rodelverleih: Kemater Alm

Weitere Rodelbahnen um Innsbruck findet ihr auf der Homepage der Innsbruck Tourismus.

Weitere Infos

Rodel.Verleih

Auf vielen Hütten gibt es mittlerweile Rodeln. Auch viele Hotels bieten sie kostenlos an und die meisten Skiverleihs wie z.B. die Börse (Ski- und Snowboard-Verleih) mitten in Innsbruck.

Kontakt

DIE BOERSE 

Leopoldstraße 4
6020 Innsbruck
T. +43 / 512 / 581742
E. office@dieboerse.at
Öffnungszeiten
Winter: 
Mo – Sa, 07:30 – 18:30 Uhr
, So & Feiertag 07:30 – 12:00 & 14:00 – 18:30 Uhr

Rodel.Kauf

Wer sich ein ordentliches Sportgerät kaufen will, der ist in Innsbruck nicht ganz falsch: Direkt in der Nähe der Stadt werden sie sogar produziert von der Firma Gasser Rodel. Die Doppelolympiasieger Andreas und Wolfgang Linger aus Absam bei Innsbruck haben übrigens auf einer Gasser Rodel gewonnen.

Kontakt:
Gasser Rodel GmbH
Zieglstadl 15
A – 6143 Mühlbachl bei Innsbruck
T. +43 (0) 5273 / 6243

www.gasserrodel.at

Linktips:

www.winterrodeln.org
www.innsbruck.info