Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde. In meiner Kindheit war das ein Satz, der für mich absolute Gültigkeit hatte. Ich war eine richtige Pferdenärrin. Nach und nach tauschte ich allerdings die Pferdeposter gegen Bilder von den Backstreet Boys aus und auch die Reitstunden wurden weniger. Heute kann ich mich gar nicht mehr erinnern, wann ich das letzte Mal auf einem Pferd gesessen bin. Als Mama rückt das Thema aber wieder etwas mehr in den Vordergrund. Ich möchte meinen Söhnen diese wunderbaren Tiere näherbringen und ihnen zeigen, wie viel Spaß man im Sattel und im Stall haben kann. Und wie heißt es so schön: „Früh übt sich“ und „Wer groß werden will, muss klein anfangen“. Also haben wir ganz klein angefangen, und zwar mit einem Pony. Rund um Innsbruck gibt es viele großartige Gelegenheiten zum Ponyreiten. Ich stelle meine Favoriten vor:

Ponyhof – Hasental

Ich liebe das Hasental! Es gehört zur Gemeinde Ampass und ist nur gut 20 Autominuten von Innsbrucks Zentrum entfernt. Es fühlt sich aber an, als wäre man in einer anderen Welt, weit weg vom städtischen Trubel, mitten in der Natur, umgeben von Wald und Wiese. Ein kleines Bächlein schlängelt sich durchs Tal und verleiht ihm noch mehr Bilderbuchcharakter. Für einen Ponyausritt könnte ich mir keinen idyllischeren Ort vorstellen.

Idyllische Landschaft im Hasental

Idylle pur im Hasental

Am Ponyhof – Hasental läuft alles unkompliziert ab. Wer sich einen versnobten Reitstall mit Vollblutarabern vorstellt, wird enttäuscht. Hier stehen Gemütlichkeit und natürlich die Ponys an oberster Stelle. Kaum ist man angekommen, kann man auch schon loslegen. Empfangen wird man von Daniela oder, wie in unserem Fall, von einer ihrer Helferinnen. „Unser“ Pony Pauli wartet schon gesattelt und gezäumt auf uns.

Ponyreiten Hasental

“Unser” Pauli – ist er nicht der Süßeste?

Den Eltern wird erklärt, wie man ein Pony führt und wo es hingehen soll. Nach dieser kleinen Einführung geht’s auch schon los und man ist auf sich allein gestellt. Aber keine Angst, Vorkenntnisse sind nicht notwendig und verlaufen kann man sich im Hasental auch kaum. Die Reitwege sind gut beschildert und ehrlich gesagt, kennen die Ponys – zumindest unser Pauli – den Weg schon auswendig.

Ponyreiten Hasental

Wir spazieren mit Pauli an dem kleinen Bächlein entlang.

Ponyreiten Hasental

Bei diesem herrlichen Wetter und der netten Gesellschaft macht der Spaziergang gleich doppelt so viel Spaß.

Pauli das Pony

Bei uns verläuft alles reibungslos. Mehr oder weniger… Pauli ist zwar ein wenig verfressen und legt des Öfteren Pausen ein, unser Großer weigert sich partout zu reiten, er möchte mit dem Pony wie mit einem Hund spazieren gehen. Aber hey, das macht nichts, wir genießen die kleine Wanderung in dieser wunderbaren Landschaft mit dem süßen kleinen Strolch Pauli auch so. Er wird wahrscheinlich nicht viel dagegen haben, wenn mal ausnahmsweise keiner auf ihm reitet.

Ponyreiten Hasental

Eine kleine Pause: Pauli hat schon wieder Hunger!

Nach unserer etwa 45-minütigen Wanderung darf sich Pauli ausruhen. Er wird gründlich gebürstet und gestriegelt, bevor er wieder auf die Koppel kommt. Für uns geht es aber noch nicht gleich wieder nach Hause. Wir jausnen in aller Ruhe, die Kinder vergnügen sich auf der großen Spielwiese, beobachten die Schafe und Ziegen und toben sich ein bisschen aus.

ein Schaf

Ponys sind nicht die einzigen Tiere im Hasental.

Und dann unternehmen wir noch einen kleinen Spaziergang zu den Kamelen. Ganz richtig gehört, zu den Kamelen. Wenn man vom Ponyhof aus der Straße ein paar Meter Richtung Osten folgt, kommt man an einer Weide mit Kamelen vorbei: ein Anblick, der sich in Tirol nicht alle Tage bietet.

ein Kamel

Ein seltener Anblick in Tirol

Schneiderhof in Oberperfuss

Würde ich nicht in Tirol wohnen, wäre der Schneiderhof in Oberperfuss ganz sicher meine erste Wahl für einen Familienurlaub. Urlaub am Bauernhof, ich glaube, das wünschen sich die meisten Kinder. Am Schneiderhof gibt es viel zu entdecken, es warten Kühe, Kälber, Katzen und Kaninchen auf ihre täglichen Streicheleinheiten und für Hausgäste ist das Reiten auf den Ponys sogar kostenlos.

Kaninchen

Hier möchte jemand gestreichelt werden.

Alle anderen Gäste und einheimische Kinder können nach Terminvereinbarung vormittags oder nachmittags je nach Verfügbarkeiten reiten kommen. Sie helfen beim Putzen und der Stallarbeit und erleben so das Hofleben hautnah mit. Das ist natürlich großartig, ich denke aber auch auf anderen Bauernhöfen Usus. Zu etwas ganz Besonderem und einem Ort, an dem man sich sofort wohlfühlt, wird der Schneiderhof durch Magdalena Bucher, die Bäuerin.

Magdalena und Matthias Bucher und Paula aus Berlin

Magdalena Bucher, ihr Sohn Josef und Paula, die gerade am Schneiderhof Urlaub macht

Mein kleiner Sohn und ich dürfen sie an einem Montagvormittag besuchen. Freundlich werden wir von Magdalena und dem kleinen Matthias empfangen, der große Bruder Josef ist schon im Stall unterwegs. Ich bin fasziniert mit welcher Sicherheit er sich zwischen all den Tieren bewegt und wie großartig er mit ihnen umgeht.

Junge und Pony

Ein Dreamteam: Josef und Jimmy

Gespür für Tiere

Wir selbst haben zwei Kaninchen, die meine Jungs sehr gern haben. Trotzdem muss ich beim Ausmisten immer aufpassen, dass sie nicht von einem der beiden eins mit der Schaufel übergebraten bekommen. Wahrscheinlich bekommen Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen, ein ganz anderes Gespür für Tiere und deren Bedürfnisse. Oder meine zwei sind Rabauken. Leider können wir nicht alle einen Bauernhof haben. Wenn ich allerdings von Magdalena höre, dass sie jeden Morgen bereits um 05:30 Uhr im Stall steht, bin ich zwar vor Bewunderung sprachlos, aber auch ganz froh, keinen zu haben.

zwei kleine Jungs mit Kaninchen

Geht’s noch süßer? Josef zeigt meinem Sohn seine Kaninchen.

Magdalena erklärt mir: „Bei uns dürfen die Kinder vor oder nach dem Ausreiten beim Putzen, Striegeln, Auf- und Absatteln mithelfen. Danach machen wir einen Ausritt durch Oberperfuss. Je nach Können der Kinder werden sie dabei geführt oder dürfen allein mitreiten. Ich begleite die Kinder immer zu Fuß und erkläre ihnen auch Wissenswertes über das Pferd und bringe ihnen natürlich auch Grundkenntnisse im Reiten bei.“

Kinder satteln Pony

Wie man sich bettet, so liegt man. Oder: Wie man sattelt, so reitet man!

Insgesamt leben vier Pferde, eine Haflingerstute namens Arizona, die zwei größere Ponys Moon und Flora und das Minishetlandpony Jimmy auf dem Schneiderhof. Mein absoluter Favorit ist Jimmy. Er ist so klein, dass sogar mein 17 Monate alter Sohn kurz auf ihm „reiten“ kann. Ich kann jedem nur wärmstens ans Herz legen dem Schneiderhof einmal selbst einen Besuch abzustatten.

Weitere Angebote

Ein wunderbares Ausflugsziel für Familien ist der Nattererboden. Neben gutem Essen, einem kleinen, aber feinen Spielplatz und kinderwagenfreundlichen Spazierwegen gibt es auch die Möglichkeit zum Ponyreiten. Nähere Informationen zum Nattererboden findet ihr in diesem Blogpost.

Außerhalb des Ortszentrums von Rinn, umgeben von wunderbarer Natur, liegt der Reitstall Sonnhof. Hier kommen Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen auf ihre Kosten. Reitunterricht, Ausritte, Wanderreiten, Reitercamps, oder eben Ponyreiten, hier ist alles möglich.

Reitstall Sonnhof Rinn

Etwas abseits gelegen, dafür umso idyllischer: der Reitstall Sonnhof

Reitstall Sonnhof Rinn

Zwei ganz hübsche…

Ich hoffe, ich konnte euch ein bisschen Lust aufs Reiten machen und eure Kinder haben genau so viel Spaß mit den Ponys wie meine.

Infos:

Ponyhof Hasental
Ebenwald 14
6070 Ampass
E-mail: office@ponyhof-hasental.at
Homepage: www.ponyhof-hasental.at

Schneiderhof
Silbergasse 11
6173 Oberperfuss
Telefon: +436649733798
Homepage: www.schneiderhof-oberperfuss.at

Wirtshaus Nattererboden
Natterer Boden 1
6161 Natters
Telefon: +43/512/546200
E-Mail: wirtshaus@nattererboden.at
Homepage: www.nattererboden.at

Sonnhof Rinn
Untere Hochstraße 23
6074 Rinn
Telefon: +43 650 3604420
E-Mail: info@reitstall-sonnhof.at
Homepage: www.reitstall-sonnhof.at

 

Sicherheitstipp

Fürs Ponyreiten benötigt man im Normalfall keine spezielle Ausrüstung oder Vorkenntnisse. Ein Helm ist natürlich Pflicht. In den meisten Fällen, kann man aber den eigenen Radhelm nehmen,  das war bei uns kein Problem. Zur Sicherheit würde ich bei der Anmeldung aber noch einmal nachfragen, meist kann man sich vor Ort auch Helme ausleihen.