Wanderwege gibt es auf den Patscherkofel zu Hauf. Wer jedoch zur Patscher Alm aufsteigt, dem liegen die Stadt, das Inntal, das Wipptal und das Stubaital in schönster Pracht zu Füßen. Hier herrschen Ruhe, Weitblick und ein Wirt, der sein Leben im Sommers wie Winter auf der Alm verbringt. In gleichmäßigen Serpentinen zieht sich der Weg durch den Nadelwald an der Süd-Westflanke des Patscherkofels hinauf. An heißen Sonnentagen spenden die alten Bäume gnädig Schatten, im Herbst und Winter schützen sie vor Föhn und Wind. Wo sich der Wald lichtet, erhascht der Wanderer einen Blick auf die Nordkette oder den nicht allzu fernen Stubaier Gletscher und natürlich auf die majestätische Serles. Wenn man aus dem Wald hinaustritt und die Fichten sich langsam mit Lärchen durchmischen, ist man schon fast da: im Reich von Wolfi auf der Patscher Alm auf 1.743 Meter Höhe.

Panorama-Alm mit Schokoladensauce.

Die Patscher Alm ist nicht nur urig, sondern auch gemütlich, authentisch und macht einen super Schokoblechkuchen. Foto: Kristina Erhard

Die Patscher Alm ist nicht nur urig, sondern auch gemütlich, authentisch und macht einen super Schokoblechkuchen. Foto: Kristina Erhard

Vor über hundert Jahren wurde die Alm auf einer weitläufigen Almwiese erbaut, vor drei Jahren ist Wolfi mit seiner Frau von Steinach im Wipptal auf die Alm gezogen. „Auf der Alm ist immer was zu tun“, erzählt Wolfi und legt eine dicke Scheibe Brot sowie Speck und Käse auf einen Jausenteller. Jetzt, am späten Nachmittag im Winter sind die meisten Wanderer, Rodler und Skifahrer schon wieder beim Aufbrechen. Zeit zum Durchschnaufen und für eine Jause in der gemütlichen Stube, gemeinsam mit den Töchtern und den Enkeln, die am Wochenende aus dem Tal zu Besuch kommen. Alle packen auch mal an, wenn sie gebraucht werden, ob in der Küche oder um’s Haus rum. Zu tun gibt es auf einer Alm immer etwas. Es geht familiär zu, als Gast neben dem kleinen Holzofen fühlt man sich sofort pudelwohl – auch wenn das Dämmern zum Aufbruch mahnt. Kein Problem für Wolfi, seine Gäste bringt er schon mal mit dem Auto wieder den Berg runter nach Patsch oder leiht den Tourengehern Stirnlampen für die Abfahrt. Bei Alkohol und Bergsport kennt er nämlich keinen Spaß, denn „b’soffn“ wird nicht gefahren – weder mit Rodel noch mit Ski. Macht nichts, denkt sich die Autorin, und kaut andächtig an dem köstlichen, selbstgemachten Schokoladenkuchen mit Schoko-Sauce und Schlagobers, den Wolfi (ja, wirklich!) selber macht.

Ohne Wirt keine Gastfreundschaft.

Der Ausblick von der Patscher Alm ist atemberaubend. Sommer wie Winter. Foto: Kristina Erhard

Der Ausblick von der Patscher Alm ist atemberaubend. Sommer wie Winter. Foto: Kristina Erhard

Wolfi redet gerne mit seinen Gästen. Vor keinen Fragen nimmt er Reißaus, eine Meinung hat er sowieso.

„Zu uns kommen so viele verschiedene Leute, Einheimische, Stammgäste, sogar Amerikaner und Japaner. Und ich ratsch mit jedem gerne.“

Ob er die Annehmlichkeiten im Tal nicht vermisst, all die Wochen und Monate? „Nein“, sagt Wolfi und schüttelt lachend den Kopf. „Überhaupt nicht.“ Der Hund hat anfangs wohl ein wenig Heimweh nach dem Tal gehabt, wollte wohl zurück zum heimatlichen Hof. Bei ihm sei es eher andersherum. „Das hier ist mein Leben, ein Stadtler bin ich nicht.“ So einfach ist das, im wahrsten Sinne. Und der Hund bellt freudig jeden Gast an, der durch die niedrige Hüttentür kommt. Gerade im Winter bietet die Patscher Alm nämlich eine urige Alternative zum Schutzhaus am Patscherkofel, Skifahrer können mit ihren Skiern direkt vor die Hüttentür fahren. Der Patscher Alm – Weg ist bei passenden Verhältnissen auch ein toller Rodelweg, vielleicht nicht ganz so viel befahren wie andere Forstwege am Patscherkofel, wohl immer noch ein kleiner Geheimtipp – und das ist auch gut so. So bleibt das Authentische erhalten und das Essen selbstgemacht. Neben dem vielgerühmten Schokokuchen, gibt es nämlich auch köstliche Knödel und eine „g’schmackige“ Hauswurst mit Kraut auf der Karte. Der Zirbenschnaps ist natürlich selbst gemacht, großes Hüttenwirt-Ehrenwort. Wer will da noch „Stadtler“ sein?

Üner hunder Jahre Patscher Alm, ein paar Jahre Wolfi. Wohl einer der letzten Geheimtipps auf dem Innsbrucker Hausberg Patscherkofel. Foto: Kristina Erhard

Über hundert Jahre Patscher Alm, ein paar Jahre Wolfi. Wohl einer der letzten Geheimtipps auf dem Innsbrucker Hausberg Patscherkofel. Foto: Kristina Erhard

Info.

Die Alm wurde im Jahr 1912 erbaut und wird seit 1992 bewirtschaftet.

Von der Patscher Alm führt ein Weg über Ochsenschlag und Igleralmboden nach Heilig Wasser, mit der im Jahr 1665 geweihten Wallfahrtskirche (im Winter bergwärts ein gemütlicher Weg für Tourengeher ca. 1 1/2 Stunden). Zwei Hüttenbuben, die auf der Suche nach sechs Rindviechern geschickt worden waren, soll an dieser Stelle eine gekrönte Frau erschienen sein. Sie habe, berichtet die Legende weiter, den Buben den Platz, wo sich die gesuchten Rindviecher befanden, gezeigt und den Wunsch nach dem Bau einer Wallfahrtskirche geäußert.

Die Patscher Alm bietet einen wunderbaren weiten Rundblick & Ausblick auf die Stubaier Gletscher.

Tourengeher Abend jeden Donnerstag 17:00 – 22:00 Uhr

Öffnungszeiten

Wintersaison: Anfang Dezember – Ende März

10:00 – 18:00 Uhr – Donnerstag bis 22:00 Uhr