Was gehört eigentlich in einen Wanderrucksack? Und was sollte man besser zuhause lassen? Wir haben uns umgehört und die besten Tipps für ungetrübtes Wandervergnügen gesammelt.

Während Ende des 19. Jahrhunderts der Alpenverein seinen Mitgliedern noch empfahl Dinge wie Feldstecher, Zigarren, Reserveknöpfe oder Opiumtropfen (gegen Durchfall!) einzupacken, gibt es heute doch wichtigere Dinge.

Neben angenehmen Schuhwerk ist ein gut sitzender Rucksack essentiell. Für Frauen gibt es anatomisch angepasste Modelle für kürzere Rücken, diese sollte man am besten einfach im Shop selbst durchprobieren. Jeden Rücken kann etwas anderes entzücken. Für Tagestouren reichen grundsätzlich 20-35 Liter, ein Mehrtagesrucksack hingegen sollte 35-50 Liter fassen. Während dem Wandern sollten 70 Prozent der Traglast auf die Hüften ruhen, schwere Gegenstände werden möglichst nah am Rücken verstaut.

lea auf der seegrube

Ganz grundsätzlich zu beachten ist, dass Wandern im deutschsprachigen Raum ein recht dehnbarer Begriff ist. Was für den einen oder anderen Tiroler noch eine Wanderung ist, ist in den Augen anderer schon eine hochalpine Bergtour und bedarf einer ganz anderen Ausrüstung. Diese ist je nach Vorhaben natürlich auch noch Wetter und Jahreszeit abhängig. Bevor es losgeht, also besser nochmal einen Blick auf die Wanderkarte und die angepeilten Höhenmeter werfen! Und bei Übernachtungen auf jeden Fall bei den Hütten vorreservieren. Erstens haben auch die nur begrenzt Platz und zweitens wissen sie Bescheid, wenn abends noch wer fehlt.

Packliste für Mehrtageswanderungen (mit Hüttenübernachtung)

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  • Essen und Trinken

Je nach Länge und Stopps (Hütten, Quellen) am Weg, ist es immer eine gute Idee auch selbst etwas zum Essen einzupacken (Müsliriegel, Äpfel, Bananen und andere Energielieferanten). Gut eigenen sich auch z.B. ein paar Scheiben Schwarzbrot, Kaminwurzen, Speck, Bergkäse, Karotten, Kohlrabi oder gekochte Eier für köstliche Jausensnacks. Getrocknete Früchte und Nüsse stärken ebenfalls.

An heißen Tagen sollte man mehr Wasser als üblich einpacken, minimum ist 1 Liter. Magnesium- oder Isotonictabletten kann man unterwegs ganz einfach nach Bedürfnis in die Wasserflasche dazugeben.

  • Sonnenschutz: Creme, Kappe und Sonnenbrille

In den Bergen unterschätzt man schnell die Stärke der Sonne. Eine kleine Reisetube mit Sonnencreme (in Apotheken erhältlich), ein Kopfschutz (Kappe oder Bandana) und eine Sonnenbrille sollten immer im Rucksack sein.

  • Regenschutz 

Niemand wird gern vom Schlechtwetter überrascht, eine Regenjacke (bei Mehrtagestouren auch Hose) halten trocken und warm. Weil in den Bergen Schlechtwetter oft rasend schnell aufzieht, sollte man wirklich nie darauf verzichten. Moderne Regenjacken lassen sich auf die Größe einer Orange zusammenfalten und bieten auch Schutz vor Wind. Föhn beispielsweise ist im Tal zwar ein warmer Wind, am Berg jedoch bitter kalt.

  • Wechselkleidung

Ob Regen oder Schweiß – wer nass wird, braucht was Trockenes zum Anziehen. Merino-Shirts sind wahre Alleskönner und stinken weniger schnell als Funktionsmaterialien, die wiederum trocknen schneller. Es empfiehlt sich einen Mix einzupacken. Frische Socken können auch zum Wohlbefinden (dem eigenen und dem aller anderen) beitragen.  

  • Erste Hilfe Set und Dinge für den Notfall 

Ein kleines Erste Hilfe Set (+persönliche Medikamente und Schmerztabletten), Taschentücher eine Rettungsdecke und ein Handy mit vollem Akku (wer den mobilen Datenempfang ausschaltet, spart Akku) sollten immer mit dabei sein. Wer vom Weg abkommt und keinen Netzempfang mehr hat, wird um eine Karte (mit Kompass!) dankbar sein. Eine kleine Trillerpfeife (mittlerweile oft in den Rucksackverschlüssen integriert) hilft im Notfall.

  • Hüttenschlafsack, Stirnlampe, Ohrstöpsel, Bargeld, Slipper

Fast alle Matratzenlager auf Hütten sind mit warmen Wolldecken ausgestattet, einen dünnen Hüttenschlafsack muss man aber meist selbst mitbringen. Am leichtesten sind die aus Seide, ein dünner Deckenüberzug tut es notfalls aber auch. Eine Stirnlampe ist praktisch für Sonnenaufgangswanderungen, oder um sich nachts den Weg zum Klo zu leuchten (Im Umkehrschluss: Schlafmaske!). Ohrstöpsel helfen gegen schnarchende Zimmergenossen. Die Zimmer sind normalerweise Schuh-freie Zone, alte Hotelslippers oder FlipFlops sind praktisch. Und ausreichend Bargeld freut den Hüttenwirten. Sonstiges: Zahnbürste und Reise-Zahnpasta nicht vergessen!

  • Mütze/Handschuhe

Gerade bei Mehrtagestouren und auch im Hochsommer immer dabei.

  • Handtuch

Mikrofaserhandtücher nehmen kaum Platz ein und sind leicht.

  • Ein großer Plastikbeutel

Bei starkem Regen lässt sich so der Rucksackinhalt sicher schützen, oder man nimmt damit am Rückweg herumliegende Abfälle mit ins Tal. So oder so eine gute Sache!

  • Sonstiges: Blasenpflaster, Taschentücher, Wanderstöcke, Taschenmesser, GPS Gerät, Höhenmesser, Kamera (voller Akku, leere SD-Karte)

Immer parat haben sollte man die Notfallnummer 112, in Österreich ist der alpine Notruf zwar 140, wer in Grenzgebieten unterwegs ist merkt sich besser gleich 112. Der Notruf kann über alle Netze (sofern eins davon verfügbar ist) abgesetzt werden (ausschalten, einschalten und noch vor dem PIN Code 112 eingeben, dann wird nach allen verfügbaren Netzen gesucht).

  • Kostenlose Notfall-App der Bergrettung für Smartphones:

Verfügbar im iTunes Store und auch im Google Play Store – Die App sendet (bei Empfang) die GPS Daten vom Unfallort gleich mit.

Getrost zuhause bleiben dürfen:

Make-Up, volle Shampoo-Flaschen, Dosen-Energiedrinks, usw.

Viel Spaß bei der nächsten Tour! Wer sich noch fragt, wohin es nun gehen soll – am Blog haben wir einige Wandertipps für euch parat:

Schön ist auch die Tour vom Hafelekar zur Pfeishütte oder von Parkplatz Axamer Lizum über Hoadlhaus zur Adolf Pichler Hütte (aktuellen Zustand der Wanderwege vorher bei der Hütte abfragen!)

*Fotomotiv: erprobte, private Ausrüstungsgegenstände der Autorin