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Jochleitensteig: Auf der stillen Seite des Patscherkofels

Es ist ein wunderbarer Tag. Im Gegensatz zu den letzten heißen Sommertagen, hat es über Nacht deutlich abgekühlt. Ich bin warm eingepackt, atme die frische Bergluft tief ein und setze einen Fuß vor den anderen. Wandern ist mein Abschalten. Andere machen Yoga oder gehen in die Kletterhalle, mir reicht ein Paar Wanderschuhe. Ganz gleich, ob es auf einen Gipfel, an einen Bergsee oder, wie heute, zur Abwechslung einfach mal rund um einen Berg geht. 

Der kalte Wind, der mir gerade eben noch an den Ohren zu schaffen gemacht hat, ist mit einem Schlag verschwunden. Im Viggartal unten sehe ich wie die Schatten der Wolken durchs Tal ziehen. In der Ferne ruft ein Tannenhäher. Ich suche mir einen Platz auf einem warmen Felsen und beschließe hier Pause zu machen.

Die Aussicht auf über 2.030 Metern Seehöhe am Patscherkofel ist herrlich und dabei ist es nur eine Stunde her, dass ich noch mitten in Innsbruck gestanden bin. Jetzt sehe ich die Stadt vor mir liegen und dahinter das Karwendelgebirge. Schön ist der Ausblick. Da ruft auch schon wieder der Tannenhäher. Er muss ganz nah sein, aber noch sehe ich ihn nicht.

Mit der Seilbahn geht es zur Bergstation.

Mit der Seilbahn geht es zur Bergstation. Sämtliche Fotos: ©Lea Hajner

Die neue Bergstation aus Beton, Holz und Glas.

Die neue Bergstation aus Beton, Holz und Glas.

Der Jochleitensteig ist ein Rundwanderweg.

Der Jochleitensteig ist ein Rundwanderweg.

Beste Jahreszeit: zur Blühte der Almrosen, ca. Juni-Juli.

Beste Jahreszeit: zur Blüte der Almrosen, ca. Juni-Juli.

Auf neuen Wegen unterwegs

Als Alternative zum Zirbenweg [1] bietet sich von der Bergstation der neuen Patscherkofelbahn eine Rundwanderung am Jochleitensteig [2] an. In rund circa zwei Stunden gemütlicher Wanderung umrundet man den markanten Innsbrucker Hausberg mit der Antenne. Dabei hat man nicht nur einen tollen Ausblick auf Innsbruck und die Nordkette, man entdeckt auch die stillere, unbekanntere Seite des Bergs.

In welche Richtung man den Weg geht ist grundsätzlich egal. Ich entscheide mich das erste Stück am bekannten Zirbenweg einzuschlagen. Ende Juni ist der Weg von blühenden Alpenrosen gesäumt. Es dauert nicht lange, da erreiche ich auch schon die kleine Hütte, die in prominenter Lage auf einem Hügel steht. Kurze Zeit später erreiche ich die erste bewirtschaftete Hütte: Boscheben [3]. “Wer hat Speckknödel mit Suppe und eine Portion mit Kraut bestellt?” ruft die junge Hüttenwirtin aus der Küche. Gut sieht sie aus, die Suppe mit den zwei Knödeln. Ich habe mir diesmal meinen Proviant selbst mitgebracht und ziehe also weiter.

Diese malerische Hütte gehört der Gemeinde Lans.

Diese malerische Hütte gehört der Gemeinde Lans.

Bei Boscheben kann man rasten und speisen.

Bei Boscheben kann man rasten und speisen.

Zum Beispiel eine Speckknödelsuppe.

Zum Beispiel eine Speckknödelsuppe.

Eindrücke am Jochleitensteig

Nun schlängelt sich der Weg ein wenig nach oben. Es gibt ein paar höhere Felsstufen und dann stehe ich auf einem sanften Kamm. Hier setze ich mich in die Sonne, jausne und genieße den Ausblick. Seit ich vom Zirbenweg abgebogen bin sind deutlich weniger Wanderer unterwegs. Der Weg führt nun an der Rückseite des Patscherkofels vorbei. Und das Rauschen der Stadt verblasst in der Ferne. Dafür höre ich nun die Glocken der Kühe im Viggartal hin und wieder bis zu mir nach oben läuten.

Ich gehe weiter, sehe bunte Schmetterlinge und zu meinen Erschrecken auch eine junge Kreuzotter. Die Schlange scheint allerdings deutlich erschrockener als ich und zieht schnell davon. Auch wenn der Weg leicht zu gehen ist, bin ich nun doch froh hohe Wanderschuhe anzuhaben. Der größte Schlangenfreund bin ich nämlich nicht.

Nun führt der Weg zurück und links um den Gipfel herum.

Nun führt der Weg zurück und links um den Gipfel herum.

Gut ausgetreten ist der Pfad am Jochleitensteig.

Gut ausgetreten ist der Pfad am Jochleitensteig.

Eine Kreuzotter auf 2030m Seehöhe - und ein Argument mehr für feste Wanderschuhe.

Eine Kreuzotter auf 2030 Metern Seehöhe – und ein Argument mehr für feste Wanderschuhe.

Ich erfreue mich lieber an dem duftenden Steinquendel (Thymian) und an den vielen, vielen Alpenrosen, die auch auf der Rückseite wie auf Feldern wachsen. In der Ferne entdecke ich den Olperer im Tuxertal und in der entgegengesetzten Richtung sehe ich die weißen Flächen des Stubaier Gletschers, davor der Habicht.

Das letzte Stück des Weges gehe ich auf der Forststraße zurück zur Bergstation. Hier hat das neue Restaurant “Das Kofel” bereits offen. Ein paar Schritte dahinter lese ich die Speisekarte des Schutzhauses: Apfelstrudel, Tiroler Tris, und so weiter. Schade, dass ich nicht zum Essen hier bin. Ich mache noch ein paar letzte Fotos von den pinken Hängen und trete die Talfahrt an.

Zurück bei der Bergstation.

Zurück bei der Bergstation.

Einkehrmöglichkeiten

Wanderung

Knappe sechs Kilometer lang und 381 Höhenmeter aufwärts geht man am Jochleitensteig einmal rund um den Gipfel des Patscherkofels entlang. Die genaue Wegbeschreibung mit GPX Download findet ihr auf innsbruck.info [8]!

Gut zu wissen

 

Alle Fotos ©Lea Hajner

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