Erreicht man zum ersten Mal Innsbruck und schaut sich bei schönem Wetter um, ist man meist sofort von der einmaligen Lage tief beeindruckt. Rundherum türmen sich die Berge auf. Mal kegelförmig, mal sanft und hügelig und manchmal steil mit schroffen Felskanten.

Die Aussicht aus der Stadt begeistert (fast) alle: Urlauber, Zugereiste wie auch hier Aufgewachsene. Schöne Aussichtspunkte in Innsbruck gibt es einige, wer mehr und vor allem mehr Horizont sehen möchte, der muss in Innsbruck schon auf die Berge hoch. Mit ein bisschen Bewegungsdrang und alpiner Erfahrung lassen sich herrliche Aussichten auf die (meiner Meinung nach) einzige mitten in den Alpen liegenden Stadt genießen. Oder, um ein bekanntes Sprichwort zu bemühen:

Steigst du nicht auf die Berge, so siehst du auch nicht in die Ferne.

Nordkette

Aussicht, Innsbruck, Nordkette Marius Schwager

Klassischer Ausblick von der Nordkette ©Marius Schwager

Aussicht, Innsbruck, Nordkette Marius Schwager

Ausblick von der Nordkette ©Marius Schwager

Mit der Nordkettenbahn ist die nördliche alpine Begrenzung Innsbrucks binnen 20 Minuten zu erreichen. Wer nicht mag, muss sich für diese Aussicht nicht wirklich sportlich bewegen. Wanderer verweilen auf einer der zahlreichen Almen bei einem Kaltgetränk oder warmen Kaspressknödeln oder ziehen gen Osten z.b. auf dem Goetheweg entlang. Alpinerfahrene und Kletteraffine tendieren eher Richtung Westen über den Nordketten-Klettersteig zum Langen Sattel oder gar bis zur Brandjochspitze. Egal in welche Richtung es geht, die Aussicht ist beiderseits ähnlich verlockend.

Glungezer und Glungezerhütte

Aussicht, Innsbruck, Glungezer Marius Schwager

Der Patscherkofel (Antennenmast) und Roßkogel – rechts – vor Sonnenaufgang, ©Marius Schwager

Nicht der direkt südlich Innsbrucks gelegene Hausberg Patscherkofel, sondern nur zwei lockere Wanderstunden weiter östlich ist der Glungezer noch ein Stückchen höher und aussichtsreicher. Fast am Gipfel liegt die vom Alpenverein betriebene Glungezerhütte auf 2678m. Der Vorgipfel ist einer der schönsten Sonnenaufgangs- und untergangsspots in Tirol, die Verpflegung von Hüttenwirt Gottfried ist gar bis über die Landesgrenzen hinaus in alpinistischen Kreisen bekannt. Der wohl schönste Zustieg erfolgt über den Zirbenweg.

Nockspitze

Aussicht, Innsbruck, Nockspitze, Marius Schwager

Nockspitze ©Marius Schwager

Ob nun Nockspitze oder Saile benannt, der 2400m hohe Berg ist oben an seiner Spitze relativ flach und gilt als einer der Hotspots an lauen Sommernächten für Innsbrucker. Das saftige und großteils fast ebenerdige Gras am Gipfel muss man sich häufig mit Sonnenaufgangsbetrachtern und einigen Schafen teilen. Der Zustieg ist eine normale bis mittelschwere Bergwanderung. Der einfachste Weg führt über den Parkplatz der Axamer Lizum und den Sessellift bis zum Birgitzköpfelhaus und von hier den südlichen Wanderweg entlang.

Serles

Aussicht, Innsbruck, Serles, Marius Schwager

Sonnenuntergang auf der Serles, ©Marius Schwager

Aussicht, Innsbruck, Serles, Marius Schwager

Innsbruck bei hereinbrechender Nacht, ©Marius Schwager

Um die heimliche Königin der Tiroler Alpen ranken sich einige Mythen. Sicher jedoch ist der Aufstieg nicht der leichteste und fordert gut drei Stunden Marsch ab Maria Waldrast, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit wären auch sinnvolle Eigenschaften für den Gipfelaspiranten. Das Gipfelplateau fällt steil ab, die wenigen ebenerdigen Schlafplätze sind steinig und bei Sonnenaufgang recht begehrt.

Roßkogel

Eher weniger beachtet liegt der 2646m hohe Roßkogel im Westen Innsbrucks. Ab der Bergstation des Rangger Köpfl Skigebiets bzw. dem letzten (gebührenpflichtigen) Parkplatz in Stieglreith sind es immerhin mindestens 1300 Höhenmeter Auf- und Abstieg zum felsigen Riesen. Der Aufstieg ist von beiden möglichen Seiten eine mittelschwere Bergwanderung. Schwindelfrei sollte man sein und ein bisschen trittsicher, dann schwenkt der Blick über den Innsbrucker Flughafen bis ans östliche Ende des Inntals.

Aussicht, Innsbruck, Glungezer Marius Schwager

Innsbruck unter einem Wolkenmeer bedeckt mit Rundblick über alle Aussichtsberge, ©Marius Schwager

  • Rechtliches: Campieren ist in Österreich offiziell im öffentlichen Raum verboten. Not-Biwakieren im alpinen Raum ohne Zelt ist gestattet. Verantwortungsbewusste Bergbegeisterte nehmen all ihren Müll wieder mit ins Tal, alle anderen auch.
  • Übernachtungen
  • Bergbahnen mit der Innsbruck Card
  • Tipp: Mit dem Gratis Bergwanderprogramm kannst du mit geprüften Wander- & Bergführern der Alpinschule Innsbruck die schönsten Aussichtsberge und noch viel mehr erkunden.