Schlafzimmer und Eventlocation: das Iglu Village im Kühtai

Ärzte empfehlen sowieso kühle Schlafzimmer: Im Igludorf im Kühtai könnt ihr unter 10.000 m3 Schnee schlafen. Höhenluft ist sauber und klar: Eine dezente Party auf der höchsten Eventlocation in Innsbruck tut damit sogar der Gesundheit gut – mehr oder weniger. Aber wie lange arbeiten 10 Menschen, bis es steht und wie wird es gebaut? Captain Iglu, der Baumeister des Iglu Village Philipp Walschebauer, erzählt uns wie.

 

Foto: Igludorf Kühtai

Der Ballon ist die Basis der Iglus und wird nach dem Beschneien wieder entfernt. Foto: Igludorf Kühtai.

Kühle Fakten

10.000 m3 Schnee führt eine kleine Lawine mit sich, genau daraus besteht das Iglu Village. 10 Personen bauen ca. 2-4 Wochen am Igludorf im Kühtai auf 2.000 m. „Baubeginn ist Ende November oder Anfang Dezember, je nach Schneelage“, erzählt Philipp, das Mastermind hinter allem und Betreiber des Igludorfes. „Schnee ist also der Stoff, mit dem es möglich wird. Diesen verfrachten wir mit Schneefräsen über große Ballons, die wir dann wieder auslassen.“ So entsteht der Hohlraum und so einfach klingt es, aber hier ein paar Arbeitsschritte und Fakten:

  1. Schnee produzieren oder anfahren und anfräsen. 1.500 m3 braucht es alleine für das Bariglu (das Hauptiglu), 10.000 m3 für das ganze Dorf.
  2. Es gibt 14 Iglus (12 Schlafiglus, 1 Bariglu, 1 Eventiglu).
  3. Ballon aufblasen, befestigen, mit Schneefräse einschneien.
  4. Schnee mit Pistenbully und Schneefräse verfrachten.
  5. Schnee sitzen lassen, damit er dichter und stabiler wird.
  6. An der Decke (Spitze) des Iglu´s muss die Schneedecke mindesten 1m hoch sein, die Wände sind bis zu 4m dick.
  7. Zum eingeschneiten Ventil des Ballons hinarbeiten und die Luft herauslassen.
  8. Shapen: Zu deutsch sagt man formen. Die Shaper – das sind die Leute, die den Schnee formen – machen Muster, Skulpturen, Sitzgelegenheiten und Nischen im Iglu.
  9. Türen einbauen, Stromkabel verlegen, Bar einrichten, Licht installieren und die Eisskulpturen aufstellen.
  10. Bauzeit: ca. 4 Wochen, Kosten: 60.000 Euro, 500 km verlegte Kabel.
  11. Wer hat´s erfunden? Richtig, die Schweizer vor 20 Jahren. Die Technik mit dem Ballon und dem Beschneien stammt von den Eidgenossen.

 

Foto: Igludorf Kühtai

Hier wird der Ballon eingefräst, den Schnee verfrachtet der Pistenbully. Foto: Igludorf Kühtai.

 

Foto: Igludorf Kühtai

Langsam aber sicher macht die Fräse ihre Arbeit. Foto: Igludorf Kühtai.

Foto: Igludorf Kühtai

Zum eingeschneiten Venitil müssen sich die Männer und Frauen hinarbeiten, damit sie die Luft des Ballons auslassen können. Foto: Igludorf Kühtai.

 

Foto: Igludorf Kühtai

Irgendwann werden die Shaper losgeslassen. Sie bringen das Iglu in Form. Foto: Igludorf Kühtai.

Foto: Igludorf Kühtai

Auch die Eisbar wird von den Shapern gemacht. Ihr Resultat kann sich stolz sehen lassen. Foto: Igludorf Kühtai.

Foto: Igludorf Kühtai

Kleine Kunstwerke begegnen euch im Igludorf Kühtai, hier ein Koboldmaki. Foto: Igludorf Kühtai.

Chillig schlafen

So hoch oben und im Iglu ist es nicht ganz warm. Dennoch gibt es Leute, vor allem Pärchen, die dort übernachten. „Ärzte empfehlen sowieso kühle Schlafzimmer,“ schmunzelt Philipp. Romantisch und etwas total Besonderes ist es außerdem. Geschlafen wird in einem warmen Schlafsack auf einem Bettkasten aus Schnee, darauf liegt eine wasserdichte Schaumkernmatratze.

„Viele sind von der Stille im Iglu Village sehr beeindruckt”, schwärmt Philipp. „Besonders die Stadtmenschen kennen das nicht mehr.“ Beim Schreiben des Artikels sehnte ich mich nach einer Nacht dort oben, auch wenn meine schnarchende Liebste dabei wäre. Die Wand des Iglus hält das schon aus.

Gebucht werden können bei Captain Iglu persönlich zwei Packages: Iglu Basic um 119.- p.P. und Iglu Romantik um 159,50.- Eur p.P. Es gibt Käsefondue, Schokobrunnen, Weckdienst, Lagerfeuer, Schneeschuhwandern mit Rodeln und eine besondere Überraschung für Pärchen.

Foto: Igludorf Kühtai

Pärchen lieben das Igludorf heiß, aber auch Familen versuchen manchmal eine Nacht im Schlaf-Iglu. Foto: Igludorf Kühtai.

Dezent feiern

Wer es ein wenig krachen lassen will, kann dort auch feiern. „Unser Event-Iglu ist bei Firmen für Incentives sehr beliebt“, meint der Baumeister. Zu ruhig ist ja auch nicht gut, oder sagen wir es so: Wer Ruhe will, findet sie. Partymenschen bekommen auch, was sie suchen. Hier oben ist es im wahrsten Sinne cool.

Foto: Igludorf Kühtai

Die Partys sind dort sehr gepflegt, dezent und sprichwörtlich auf hohem Niveau. Foto: Igludorf Kühtai.

 

Außerdem gibt’s dort:

  • Iglubau-Workshop
  • Husky-Workshop
  • Schneeschuhwandern mit Rodeln
  • Eisstockschießen
  • Schneefußball
  • Biathlon (Schießen und Langlaufen)
  • LVS-Suche (Verschüttet mit Lawinensuchgerät finden)
  • Snow Tubbing und Zipfelbob

Täter ohne Verbrechen

Ich werde sicher zum Täter, aber eher mit meiner Liebsten ganz romantisch: Dort oben werden wir also übernachten. Eröffnung ist am 25. Dezember 2015. Dann steht das Iglu, bis es geschmolzen ist, meistens bis Mitte April. Vielleicht sehen wir uns ja dort? Falls jemand schnarcht, ich bin es nicht.

Hier geht’s zu Captain Iglu
IGLU VILLAGE Kühtai
Herr Philipp Walschebauer
T. +43 / 676 / 477 39 61
E. office@iglu-village.at
W. www.iglu-village.at