Im Fleisch-Himmel Tirol gibt es auf Almen veganes Essen

Andere sind am verlängerten Maiwochenende am Gardasee und radlen sich ein (=einfahren); ich bleibe aus gutem Grund in Innsbruck: 125 Kilometer Mountainbikwege zwischen 600 und 2.250 Höhenmetern.

Total verschwitzt kommen wir auf der Aldranser Alm an. Knödelduft strömt in unsere Nase. Vor der Hütte sitzen Biker und Wanderer in den letzten Strahlen der Sonne. Ein Gast spielt Gitarre und eine gesellige Runde singt dazu. Am Schanktisch stehen Apfelstrudel und Marillenkuchen. Wirtin Irmgard Wiener hat uns schon erwartet. Sie wirkt müde: Zwischen 12 und 14 Uhr hat sie über 300 Essen ausgeben. Am 1. Mai 2014 hat sie die Aldranser Alm mit ihrem Mann Charly eröffnet.

Wer braucht Vegan?

In Österreich ernähren sich ca. 9% vegetarisch, in Tirol wären das knapp 50.000 Menschen. Vegan leben derzeit 1/2  bis 1% der Bevölkerung, in Tirol wären das knapp 2.500 bis 5.000 Menschen. Speckknödel, Schnitzel, Kaminwurzen (= kaltgeräucherte und luftgetrocknete Hartwurst), Graukäse, Mehlspeisen mit Butter sind jedoch die Schmankerln (= regionale Leckerbissen) aus Tirol. Vegetarier haben es hier nicht leicht, Veganer noch weniger: Sie essen kein Fleisch und lehnen jede Nutzung von Tieren und Tierprodukten ab. „Ihnen wollen wir auch etwas Gutes zu essen bieten“, erklärt Irmgard.

Essen auf der Aldranser Alm

Veganer haben es in Tirol nicht leicht. Es gibt nicht viel Veganes und die Tiroler Küche ist gewaltig.

Alles aus der Region
Almhütten sind die Bergkristalle der Tiroler Küche: Wer hier speist, isst Tirol, wie es wirklich schmeckt. „Produkte aus der Region sind mir wichtig. Bei uns kommt fast alles aus Österreich, selbst die Gläser stammen vom Tiroler Glashersteller Riedel. Das Fleisch ist von der lokalen Landmetzgerei. Bei exotischen Produkten achten wir auf Fair Trade und verwenden nur Java Kaffee für unsere Kaffeespezialitäten.“

Nicht alles, aber alles gut
Qualität ist Irmgard wichtig und lieber hat sie etwas weniger als zu viel: „Wir haben nicht alles, aber alles ist gut!“ Trotzdem gibt es eine schöne Weinkarte. „Unsere Spezialität sind hausgemachte Suppen, Knödel und Salate.“ Das saure Tris schmeckt hervorragend: Sulze, Graukäse und gekochtes Rindfleisch mit Essig, Öl und Zwiebeln – auf Wunsch mit Balsamico, Oliven- oder Kernöl. Die Spinatknödel und Kaspressknödel sind locker und luftig. Lediglich ein wenig mehr Käse wäre gut.

Almhütte mit Bonus
„Wir sind eine traditionelle Tiroler Alm mit Extras, die Besucher auch ohne schönes Wetter herauf lockt“, meint Irmgard. Für Radler gibt es eine eigene Service Station, für Gemütliche einen Kirchtag, für fanatische Biker das Aldranser MTB Rennen, für Traditionalisten Bergmessen und für Musikfreunde einen Jazz Brunch. Mit den Swarovski Ferngläsern, die es leihweise gibt, sieht man schärfer und weiter als ein Adler. Außerdem ist die Almhütte fit für Seminare, Polterabende, Geburtstagsfeiern usw. „Unsere Gäste sollen entspannt sein, Spaß haben, sich unterhalten und Bekanntschaften machen.“

Biken, essen, fröhlich sein

Gut zum Einraldn: Hinauf geht es natürlich per Mountainbike oder zu Fuß. Ausgangspunkt ist die Gemeinde Aldrans oberhalb von Innsbruck auf ca. 700 m Seehöhe – die Hütte liegt auf 1.511 m Seehöhe. Je nach Kondition ist man ca. 2 Stunden unterwegs. Wegbeschreibung gibt es hier. Die Aussicht auf die Stadt und die gegenüberliegende Nordkette lohnt sich, das Essen alleine ist einen Ausflug wert.

Radlschlange

Wir waren nicht alleine auf der Aldranser Alm zum Einradln.

 

Kontakt:
Irmgard und Charlie Wiener
Aldranser Alm Weg 1
A 6071 Aldrans
T. +43 (0) 664 / 1516675
M. aldranseralm@gmail.com
www.facebook.com/aldranseralm

Irmgard und Charlie Wiener

Das Paar führt seit 01. Mai die Aldranser Alm: Irmgard und Charlie Wiener.