Die Sellrainer Hüttenrunde ist wohl die schönste Weitwanderung die ich bisher machen durfte. Angefangen im schönen Sellrain, führt die Sellrainer Hüttenrunde über acht Etappen und Hütten in den Stubaier Alpen wieder zurück nach Sellrain. Die ruhigen, hochalpinen Seitentäler des Sellraintals machen diese Tour unbeschreiblich schön. Man entflieht dem Alltag und kann abschalten, fernab von Städten, Lärm und Stress. Gefallen hat mir außerdem, dass man die Hüttenrunde auch individuell gestalten und je nach Kraft und auf Wunsch auch jederzeit beenden kann. Zudem kann man manche Etappen auf verschiedenen Wegvarianten absolvieren. Die Hütten, die man besucht, haben mich alle an Qualität, Freundlichkeit und Kulinarik überzeugt. Auch die Lage jeder einzelnen spricht für sich. Mehr dazu dann in den Etappenbeschreibungen.

Ganz wichtig schon vorweg: Bitte prüft vor dem Start der Tour die Verfügbarkeit von Schlafplätzen auf den Hütten und reserviert gleich.

Ausrüstung zum Weitwandern

Wer sich auf eine Weitwanderung begibt, muss sich im Vorfeld unbedingt Gedanken über Ausrüstung und Gepäck machen. Märsche von bis zu neun Stunden an manchen Etappen erfordern natürlich Gedanken über das notwendige Gepäck und überflüssige Dinge. Jeder Kilo zählt, also überlegt euch gut, was ihr einpackt!

Ich habe euch hier eine Checkliste zusammengestellt:

  • Bergschuhe die über den Knöchel gehen und sicheren Halt bieten und wasserdicht sind
  • Atmungsaktives T-Shirt
  • Atmungsaktive Jacke und Pulli
  • Regenschutzjacke
  • Wandersocken mit verstärkten Bereichen (zur Blasenvermeidung)
  • Mütze (im Hochgebirge kann es rasch sehr kalt werden, auch im Hochsommer!)
  • Ersatzwäsche zum Wechseln
  • Erste-Hilfe-Set (es gibt kleine und leichte für Bergtouren)
  • Sonnenschutz
  • ausreichend Verpflegung für die jeweilige Tagestour
  • Handy mit eingespeicherten Notrufnummern (mehr dazu am Ende)
  • Wanderstöcke
  • Stirnlampe
  • Hüttenschlafsack und Hüttenschuhe (ohne ist eine Übernachtung nicht möglich)
  • Waschutensilien
  • Kamera oder das Handy zum Fotografieren

Dies alles sollte in einen 40 Liter Rucksack problemlos Platz finden- Damit seid ihr für die Sellrainer Hüttenrunde bestens ausgestattet.

Anreise

Der Ausgangspunkt für die Sellrainer Hüttenrunde ist das Dorf Sellrain am Anfang des Sellraintals. Etwa 20 Fahrminuten von Innsbruck beginnt das Abenteuer. Ich empfehle mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Das Sellraintal ist sehr gut vom Innsbrucker Hauptbahnhof mit dem Bus stündlich erreichbar. Parkplätze im Ortskern, die man auch für zehn Tage bezahlen kann, gibt es, sind allerdings begrenzt. Stressfreier ist die Anreise mit dem Bus, und umweltbewusster natürlich auch.

Den Fahrplan der VVT Linie 4166 ins Sellraintal findet ihr hier.

Wer nach Sellrain kommt findet überall den Hinweis “Bergsteigerdörfer“. Ein besonderes Gütesiegel, welches nur wenige Orte in Österreich tragen. Die Orte stehen alle für nachhaltigen Alpintourismus mit entsprechender Tradition. Sie garantieren ein hochwertiges Tourismusangebot für Bergsteiger und Bergwanderer, weisen eine exzellente Landschafts- und Umweltqualität auf und engagieren sich für die Bewahrung der örtlichen Kultur- und Naturwerte. Dieses Prädikat dürfen sich gleich drei Orte des Sellraintals geben: Sellrain, Gries und Sankt Sigmund.

Etappe 1: Sellrain – Potsdamer Hütte

Gehzeit: ca. 3,5h
Höhenmeter: ↑ 1.101 ↓ 0

Die Hüttenrunde beginnt im Ortskern von Sellrain. Ein großes grünes Schild weißt den Weg ins Fotschertal. Das Ziel ist die Potsdamer Hütte, die erste Übernachtungsstation. Steil bergauf geht die asphaltierte Straße immer entlang des Fotscherbachs, der uns bis kurz vor der Brücke stetig begleiten wird. Nach circa 20 Minuten erreicht man den Wegweiser Richtung Potsdamer Hütte mit einer großen Informationstafel zur Hütte und Informationen über das gesamte Wandergebiet. Hier wird die Asphaltstraße zum Forstweg und wesentlich angenehmer zu gehen.

Nach etwa 1,5 Stunden Gehzeit kommt man am Bergheim Fotsch vorbei und folgt den Schildern Richtung Potsdamer Hütte. Die Landschaft  wandelt sich langsam in Richtung hochalpines Gelände und man kommt bald über die Baumgrenze hinaus. Immer begleitet uns der glasklare Fotscherbach mit allerhand tollen Fotomotiven. Der Weg zur Potsdamer Hütte ist einfach und der perfekte Einstieg für die Weitwanderung. Nach 3,5 Stunden erreicht man das Ziel. Die Hütte liegt hoch über dem Fotschertal mit traumhaften Ausblicken auf die Lüsener Villerspitze am Talschluss.

Bergheim Fotsch

Bergheim Fotsch auf der ersten Etappe am Weg zur Potsdamer Hütte

Fotschertal

Das malerische Fotschertal

Fotscherbach Fotschertal

Am Fotscherbach

Fotschertal Potsdamer Hütte

Weg zur Potsdamer Hütte

Fotschertal Furggesalm

Blick hinaus Richtung Inntal – rechts sieht man die Furggesalm

Fotschertal

Natur pur im Fotschertal

Potsdamer Hütte

Ziel erreicht: die wunderschöne Potsdamer Hütte

Fotschertal

Tiefblick von der Potsdamer Hütte ins Fotschertal

POTSDAMER HÜTTE

Lage: 2.009 Meter Seehöhe

Hüttenwirte: Miriam und Markus Wiechert
Hüttentelefonnummer: 0043 720 316585
Matratzenlager: 22 Plätze
Zimmerlager/Betten: 16 Plätze

Reservierung online

Etappe 2: Potsdamer Hütte – Alpengasthof Praxmar oder Westfalenhaus

Gehzeit: ca. 6h (Praxmar) / 8h (Westfalenhaus)
Höhenmeter: ↑ 845 ↓ 1.200 / ↑ 1.600 ↓ 1.200

Die zweite Etappe der Sellrainer Hüttenrunde führt von der Potsdamer Hütte weiter zum Alpengasthof Praxmar oder für sportliche direkt weiter zum Westfalenhaus. Die Etappe ist der Übergang vom Fotschertal ins Lüsener Gletschertal.

Dem gut markierten Weg Nummer 119 folgt man bis zur Schafalm und weiter über den Roten Kogel (2873m) hinunter nach Lüsens und zum Alpengasthof Praxmar. Wer möchte kann auch die hochalpine Variante gehen und steigt von der Potsdamer Hütte ins obere Fotschertal hinauf und über das Hochgrafeljoch (2.690m) über das Schönlüsenstal nach Lüsens und Praxmar. Die Gehzeit beträgt bei beiden Varianten um die sechs Stunden. Wer nicht in Praxmar übernachten möchte geht noch zwei Stunden weiter gemächlich bergauf und übernachtet im Westfalenhaus. Die Wege sind alle bestens beschildert und markiert. Ich habe mich für die Variante mit dem Westfalenhaus entschieden.

Gepäcktransport mit Materialseilbahn

Nach dem anstrengenden Aufstieg kann man sich in den sehr sauberen Waschräumen des Westfalenhauses erfrischen. Mein Gepäck wartet oben schon auf mich. Ich habe es mit der Materialseilbahn vom Lüsener Fernerboden transportieren lassen. Dazu ruft man beim dortigen Feldtelefon in der Hütte an und legt das Gepäck in die Materialseilbahn. Sollte die Seilbahn nicht da sein, wartet man ungefähr 20 Minuten bis diese von der Hütte eintrifft. Der Gepäcktransport ist kostenpflichtig, zahlt sich aber aus, finde ich! Die guten Kasspatzln in der Stube und die schönen Zimmer für die Nachtruhe runden das schöne Hüttenerlebnis ab. Gute Nacht, mit der Hoffnung auf ein nicht so bewölktes Wetter am nächsten Tag!

Potsdamer Hütte Roter Kogel

Gut beschildert geht es hinauf zum Roten Kogel.

Lüsens

Weidetiere im hochalpinen Gelände im Lüsener Gletschertal

Längentaler Alm

Die Längentaler Alm am Längentaler Bach am Weg zum Westfalenhaus

Längentaler Alm

Längentaler Alm

Längental Westfalenhaus

Bei bewölktem Wetter geht es zum bereits sichtbaren Westfalenhaus ins Längental.

ALPENGASTHOF PRAXMAR

1.700m Seehöhe

Familie Melmer
+43 5236 212
info@praxmar.at

WESTFALENHAUS

2.273m Seehöhe

Wirt: Rinaldo de Biasio
+43 664 78 80 875
50 Schlafplätze (Matratzenlager und Zimmer)
Gepäcktransport per Materialseilbahn möglich (kostenpflichtig)

Etappe 3: Westfalenhaus – Pforzheimer Hütte

Gehzeit: ca. 5h
Höhenmeter: ↑ 780 ↓ 745

Die dritte Etappe der Sellrainer Hüttenrunde ist die Überschreitung vom Lüsener Gletschertal oder Längental in das Gleirschtal und zur Pforzheimer Hütte. Das Wetter präsentiert sich nun deutlich schöner als am Nachmittag des Vortags und so beginnt mein Erlebnis heute mit einem reichhaltigen Frühstück und ein paar Fotos rund um das Westfalenhaus.

Westfalenhaus

Morgenstimmung am Westfalenhaus – rechts der imposante Lüsener Fernerkogel

Westfalenhaus

Westfalenhaus mit dem Talschluss des Längentals

Kapelle Westfalenhaus

Die Kapelle beim Westfalenhaus bei herrlicher Morgenstimmung und blühenden Almrosen

Kapelle Westfalenhaus

Sommermorgen in den Bergen – wunderschön

Almrosen Westfalenhaus Wasserfall

Almrosenblüte und Wasserfall hinter dem Westfalenhaus

Westfalenhaus Längental

Längental

Westfalenhaus Längental

Kann eine Hütte schöner liegen?

Westfalenhaus

Westfalenhaus auf 2273 Metern

Die Überschreitung ins Gleirschtal erfolgt über die Zischgenscharte (2.936m). Am sehr steilen Weg hinauf zur Scharte kommt man noch an einem Vorgipfel vorbei, der sogenannten Münsterhöhe (2.508m). Es empfiehlt sich ein kleiner Abstecher, da die Höhe abseits des Weges liegt. Eine Aussichtsbank und ein Gipfelkreuz mit atemberaubendem Blick auf den Talschluss des Längentals entlohnen für den Umweg.

Münsterhöhe Westfalenhaus

Münsterhöhe mit hochalpiner Bergwelt auf 2.508m

Münsterhöhe Aussicht

Ich genieße die Aussicht – schöner kann’s nicht sein!

In diesem Bereich leben auch sehr viele Murmeltiere. Da ich sehr gerne Wildlife fotografiere, habe ich mich natürlich geduldig und leise versteckt um eines zu fotografieren. Ich war erfolgreich! Es ist immer wieder ein Erlebnis den “Murmelen” zuzusehen. Auch Kröten, Frösche, Salamander und andere Tiere kann man hier beobachten. Einfach die Augen offen halten.

Fotografieren im Hochgebirge

Geduldiges Warten auf das Murmeltier

Murmeltier Westfalenhaus

Erwischt! Murmeltier unterhalb der Zischgenscharte

Frosch Kröte Westfalenhaus

Ich denke es ist ein Grasfrosch.

Längental Schöntalspitze Zischgenscharte

Auf dem Weg zur Zischgenscharte und Schöntalspitze

Längental Westfalenhaus

Blick ins Längental kurz vor der Zischgenscharte

Wasserfall Westfalenhaus

Auf dem Weg findet man immer wieder kleine Wasserfälle

Leider wird es nun wieder zusehends bewölkter, zumindest die Bergspitzen hüllen sich in Nebel. Es ist beim Aufstieg zur Zischgenscharte nun fraglich ob es möglich sein wird, die Schöntalspitze als Gipfel mitzunehmen. Die Schöntalspitze liegt nur 15 Gehminuten seilversichert über Steinblöcke entfernt von der Scharte. Wenn möglich, sollte man bei einer Überschreitung unbedingt dort vorbeischauen. Die Aussicht vom Dreitausender ist einfach atemberaubend! Leider habe ich hier kein Glück und lasse den Gipfel aus, da dichter Nebel, den kurzen Aufstieg von der Scharte zur Schöntalspitze (3.002m) zu gefährlich macht. Ich nehme den direkten Weg hinunter ins Gleirschtal und Richtung Pforzheimer Hütte. Über den Gletscherrücken zieht sich der Weg hinunter, jedoch ist das Wetter wieder strahlend schön. Schade, aber so ist das nun mal in den Bergen.

 

Gleirschtal

Wieder strahlendes Wetter – die Bergspitzen im Nebel

Gleirschtal

Der Blick zurück zur Zischgenscharte – der Nebel herrscht immer noch über der Schöntalspitze.

Gleirschtal

Neugierige Ziege im Gleirschtal

Pferde Gleirschtal

Im Gleirschtal kommt man an vielen Pferden vorbei

Gleirschbach Pforzheimer Hütte

Gleirschbach unterhalb der Pforzheimer Hütte

Gleirschbach

Querung des Gleirschbachs zum Gegenanstieg hinauf zur Hütte

Am Talboden angekommen, muss man nun nochmals einen Anstieg von circa 200 Höhenmetern zur Pforzheimer Hütte bewältigen. Dort warten dann nach harten fünf Stunden Gehzeit jedenfalls kulinarische Schmankerln und ein verdienter Radler. Einem entspannten und erholsamen Hüttenabend steht nun nichts mehr im Weg.

Gleirschtal Pforzheimer Hütte

Von Almrosen begleiteter Aufstieg zur Pforzheimer Hütte.

Gleirschtal

Wieder kurzer Anstieg zur Pforzheimer Hütte – Die Zischgenscharte liegt immer noch in Wolken

Pforzheimer Hütte

Gelbes Blumenmeer kurz vor der Pforzheimer Hütte

Pforzheimer Hütte

Die idyllische Pforzheimer Hütte ist unsere Unterkunft auf Etappe 3.

Kaspressknödel Pforzheimer Hütte

Einer der besten Kaspressknödel die ich je gegessen habe

PFORZHEIMER HÜTTE

2.308 Meter Seehöhe

Wirte: Florian Mader & Sonja Prepstl
Hütte: +43 5236 521
Tal: +43 699 13 29 45 81
pforzheimerhuette@a1.net

Pforzheimer Hütte

Herrliches Panorama bei der Pforzheimer Hütte

ETAPPE 4: PFORZHEIMER HÜTTE – SCHWEINFURTER HÜTTE

Gehzeit: ca. 4h
Höhenmeter: ↑ 440 ↓ 715

Die vierte Etappe der Sellrainer Hüttenrunde ist auch gleichzeitig die Überschreitung ins Ötztal zur Schweinfurter Hütte über das Gleirschjoch auf 2.751 Metern. Sie ist eine kürzere Etappe und somit etwas zur Erholung. Die Schweinfurter Hütte liegt im Horlachtal, einem Seitental des Ötztals. Der Weg ist recht einfach und man erreicht das Ziel auf 2.028 Metern relativ rasch. Die Schweinfurter Hütte liegt auf 2.028 Metern.

Schweinfurter Hütte

Unterhalb der Schweinfurter Hütte im Horlachtal

Schweinfurter Hütte

Kreuz mit Blick zum Talschluss

Schweinfurter Hütte

Blick zurück zum Gleirschjöchl

Gleirschtal Schweinfurter Hütte Gleirschjöchl

Blick zurück zum Übergang vom Gleirschtal

Schweinfurter Hütte

Die wunderbare Schweinfurter Hütte auf 2028 Metern

Schweinfurter Hütte

Gemütliche Stube in der Schweinfurter Hütte

SCHWEINFURTER HÜTTE

2.028 Meter Seehöhe

Wirte: Carmen und Andreas Jeitner
Hütte: +43 5255 – 500 29
Tal: +43 5413 – 862 51
huette@dav-schweinfurt.de
Zimmerlager/Betten: 16
Matratzenlager: 36

ETAPPE 5: SCHWEINFURTER HÜTTE – DORTMUNDER HÜTTE

Gehzeit: ca. 5,5h
Höhenmeter: ↑ 743 ↓ 828

ETAPPE 5a: SCHWEINFURTER HÜTTE – BIELEFELDER HÜTTE

Gehzeit: ca. 9h
Höhenmeter: ↑ 880 ↓ 800

Ab der Schweinfurter Hütte hat man nun zwei Möglichkeiten. Entweder man geht zur Dortmunder Hütte ins Kühtai über die Finstertalscharte. Oder man geht den langen Weg über die Niederscharte zur Bielefelder Hütte. Wer den Weg über die Bielefelder Hütte in Anspruch nimmt, der verlängert seine Sellrainer Hüttenwanderung um eine Übernachtung und geht dann am Folgetag weiter von der Bielefelder Hütte zur Dortmunder Hütte.

Der direkte Weg zur Dortmunder Hütte führt über die Finstertalscharte, dem Übergang ins Kühtai. Die Finstertalscharte liegt auf 2.777m. An der Scharte angekommen eröffnet sich der tolle Blick auf den Finstertaler Stausee der natürlich zu einer Rast einladet. Die umliegenden 3.000er spiegeln sich meistens im ruhigen Wasser. Am Stausee entlang folgt man dem Pfad Richtung Staumauer. Ein kleiner Tipp: Wer einen kleinen Gipfel mitnehmen möchte, geht über die Staumauer und folgt den Schildern “Mute”. Am Ende der Staumauer kurzer Anstieg von 15-20 Minuten zum hölzernen Gipfelkreuz mit gigantischem Ausblick auf den Stausee.

 

Finstertal Stausee Kühtai

Finstertaler Stausee

Finstertal Stausee

Abendstimmung am Finstertaler Stausee

Kühtai Sonnenuntergang

Sonnenuntergang an der Mute auf 2398m

Von der Staumauer geht es dann über die Fahrstraße bergab ins Kühtai zur am Dorfrand liegenden Dortmunder Hütte.

Dortmunder Hütte Kühtai

Ziel erreicht: die Dortmunder Hütte im Kühtai

DORTMUNDER HÜTTE

1.950 Meter Seehöhe

Wirtin: Monika Tabernig
Hütte: +4352395202
info@dortmunderhuette.at

Wer den weiteren Weg über die Bielefelder Hütte wählt geht von der Schweinfurter Hütte über die Niederscharte (2.028m) und den Lauser (2.616m) zur Bielefelder Hütte. Achtung diese Strecke ist mit neun Stunden Gehtzeit sehr lange. Ihr übernachtet in sehr schöner Lage auf der Bielefelder Hütte (1.949m) unterhalb des Acherkogels.

Bielefelder Hütte

Panorama mit Blick auf Ötztal und Inntal

Bielefelder Hütte

Blick von der Hütte ins Ötztal

Bielefelder Hütte Tschirgant Paragleiter

Paragleiter vor dem Tschirgant

Bielefelder Hütte

Die Bielefelder Hütte auf 1949m

Bielefelder Hütte

Das leider kaputte Kreuz mit tollem Ausblick hinter der Hütte

Etappe 5b: BIELEFELDER HÜTTE – DORTMUNDER HÜTTE

Gehzeit: ca. 4,5h
Höhenmeter: ↑ 698 ↓ 858

Von der Bielefelder Hütte kann man über die Balbachalm (1.957m) direkt zum Längentalspeichersee und weiter zur Dortmunder Hütte absteigen. Dieser Weg (Nr 148) hat eine Gehzeit von rund drei Stunden. Ich empfehle jedoch den weitaus schöneren, etwas längeren Weg über den Wetterkreuzkogel und das Wörgetal zu nehmen. Mit 4,5 Stunden Gehzeit ist dieser etwas länger, jedoch landschaftlich wesentlich schöner.

Von der Bielefelder Hütte geht es gut beschildert auf das schon von der Hütte aus sichtbare Gipfelkreuz des Wetterkreuzkogels. Der Weg führt steil in Serpentinen hinauf, so erreicht man rasch den Gipfel auf 2.591 Metern. Vom Gipfel folgt man dem Grat zur Wörgegratspitze und steigt von dort in das malerische Wörgetal ab. Im Juni findet man hier ein Meer aus Almrosen und den sehr fotogenen Pochersee. Am Pochersee (2.002m) wurde eine Knappenhütte samt Pocherwerk aufgebaut mit zahlreichen Informationen und einem kleinen Bergbaumuseum welches an die Bergbautätigkeiten im Wörgetal erinnern soll. Weiter geht es Richtung Längentaler Stausee und von dort kurz hinauf zum Ziel, der Dortmunder Hütte.

Pochersee

Der Pochersee mit dem Knappenwerk

Wörgetal Knappenmuseum

Knappenmuseum im Wörgetal

Knappenmuseum Pochersee Wörgetal

Mühle am Pochersee

Pochersee Wörgetal Kühtai

Der romantische Pochersee mit Almrosen

Dortmunder Hütte

Das Ziel: die Dortmunder Hütte

Etappe 6: DORTMUNDER HÜTTE – SELLRAIN

Gehzeit: cirka 9h
Höhenmeter: ↑ 560 ↓ 1.600

Die letzte Etappe ist noch einmal recht lang, aber auch wunderschön. Von der Dortmunder Hütte geht es über den Sellrainer Höhenweg zuerst über die Zirmbachalm (1.792m) und weiter zur Sonnbergalm (1.950m). Hier geht man entweder weiter über den Höhenweg nach Sellrain. Oder ihr steigt über den Wunderwanderweg nach Sankt Sigmund ab zum Ende der Hüttenrunde und nehmt den Bus nach Sellrain. Alternativ kann man sich die letzte Etappe auch sparen und vom Kühtai direkt den Bus nach Sellrain nehmen. Allen die noch bei Kräften sind, empfehle ich aber: Wandert den Höhenweg zu Ende, er ist so schön! Sellraintal

Blick hinaus nach Gries im Sellraintal

Sankt Sigmund

Sankt Sigmund vom Sellrainer Höhenweg aus gesehen

Gleirschtal

Der Blick ins Gleirschtal wo wir auf der Pforzheimer Hütte übernachtet haben.

Sellraintal

Almrosen am Sellrainer Höhenweg

Sellraintal

Ross am Sellrainer Höhenweg

Sonnbergalm Sellraintal

Sonnbergalm 1.950m

Sonnbergalm

Kleine Stärkung bevor ich die Sellrainer Hüttenrunde in Sellrain beende.

MEIN FAZIT ZUR SELLRAINER HÜTTENRUNDE

Mein Fazit nach tollen sieben Tagen im hochalpinen Gelände: Weit weg von Stress und Lärm konnte ich wunderbare Naturmomente erleben und entschleunigen. Alle Hütten auf der Tour bieten bestes Essen und sehr saubere, gepflegte Schlafmöglichkeiten. Schön an der Hüttentour ist, dass man immer alternative Routen zum nächsten Ziel hat oder auch die ganze Hüttenrunde verkürzen kann. Ein Ausstieg, zum Beispiel bei Erschöpfung, ist durch das Absteigen durch die Seitentäler des Sellraintales jederzeit möglich.

Tipps für unterwegs:

  • Bitte erkundigt euch immer vor jeder Etappe beim Hüttenwirt über das Wetter und befolgt auch seine Ratschläge. Das Wetter kann im hochalpinen Bereich sehr schnell umschlagen. Achtet vor allem im Hochsommer auf die Gewittergefahr und verzichtet falls nötig auf Risiko, wie ich auch bei der Schöntalspitze, auf die ich mich sehr gefreut hatte. Es ist einfach zu gefährlich. Achtet die Natur und die Tierwelt. Geht bitte nur auf den Pfaden und nicht quer durch die Landschaft.
  • Achtet auch auf Kreuzottern, ich konnte zwei direkt am Weg sehen. Bleibt also achtsam bei jedem Schritt.
  • Zusatztipp zu Coronazeiten: Auf den Hütten gilt die 3G Regel und die geläufigen Hygienemaßnahmen.

Ich kann nur empfehlen, sich die Zeit für die Sellrainer Hüttenrunde zu nehmen. Es ist ein ganz besonderes Erlebnis, nur 20 Minuten von der Stadt entfernt, und doch weit genug um richtig schön durchzuatmen.

Zusammenfassung auf innsbruck.info

 

Alle Fotos © Danijel Jovanovic Photography – www.djphotography.at
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