Vor etwas über einem Jahr war ich schon unterwegs um mir Burgen, Schlösser und Ruinen in der Region Innsbruck anzusehen. Das Interesse am Blog war sehr groß, weshalb ich mich nochmals auf die Suche gemacht habe.

Dass es rund um Innsbruck zahlreiche Burgen und Schlösser gibt, wissen viele gar nicht. Viele kennen zwar Schloss Ambras und die Hofburg, aber es gibt noch viele kleine, unscheinbare Orte, die reichlich Geschichte erzählen.

Burg Martinsbühel

Meine erste Station führte mich nach Zirl. Am Fuße der Martinswand steht die Burg Martinsbühel auf – wie der Name schon sagt – einem Hügel oberhalb des Inns. Dieser Platz blickt auf eine lange Geschichte zurück. Schon vor den Römern war der Ort besiedelt. Die Römer selbst bauten hier das Kastell Teriolis. Im Frühmittelalter wurde auf den Ruinen des Kastells eine Burg errichtet. Heinrich von Aufenstein belehnte damit Ludwig von „sant Marteinsberg bei Zierlen“. Nachdem dieses Geschlecht ausgestorben war, fiel die Burg an den Landesfürsten Meinhard II von Tirol. Geplant war die Burg als Witwensitz für Margarethe Maultasch, diese wurde jedoch aus Tirol vertrieben und schließlich wurde die Burg ein Jagdschloss für Kaiser Maximilian I. Dieser baute Martinsbühel weiter aus und benutzte die Burg als Ausgangspunkt für die Jagd in der Martinswand. Die Sage dazu und warum es oberhalb von Martinsbühel die Kaiser-Max-Grotte gibt, könnt ihr in meinem anderen Blogbeitrag lesen oder von meinem Freund Werner Kräutler in seinem Blogbeitrag erfahren.

1888 ging die Burg in den Besitz des Klosters St. Peter über. Der Komplex wurde zu einer Erziehungsanstalt für Knaben umgebaut. Danach diente Martinsbühel als Heim für schwer erziehbare Kinder, als Kriegsgefangenenlager im Zweiten Weltkrieg und als Heim für Südtiroler Auswanderer. Ab 1947 betrieben Benediktinerinnen aus Scharnitz ein konfessionelles Mädchenheim mit angeschlossener Sonderschule für geistig und körperlich behinderte Mädchen. Seit 2010 steht der Komplex leer und befindet sich immer noch im Besitz des Klosters St. Peter aus Salzburg.

Martinsbühel

Martinsbühel vor dem imposanten Martinswand

Martinsbühel

Martinsbühel mit der St. Martins-Kapelle

Burgruine Vellenberg

Wenig bekannt, trotz der Nähe zu Innsbruck, ist die Burgruine Vellenberg. Sie befindet sich im Gemeindegebiet von Götzens. Sie ist gut sichtbar, wenn man die Götzner Landesstraße Richtung Innsbruck nimmt und kurz nach dem Ort Richtung Martinswand blickt. Die Burg stammt aus dem 12. Jahrhundert und wurde von den Grafen von Andechs errichtet. Der Besitz wechselte mehrmals die Besitzer bis schließlich Anfang des 16. Jahrhunderts Kaiser Maximilian die Burg sanieren und ausbauen lies. Die Substanz war derart schlecht, dass es nur Ausbesserungen gab und man die Burg schließlich 1657 auflöste. Auch die Rüstkammer wurde aufgelöst, ihr Inhalt ins Zeughaus nach Innsbruck gebracht. Die Ruine ist heute ein denkmalgeschütztes Objekt.

Vellenberg

Burgruine Vellenberg mit dem Hechenberg

Vellenberg

Burgruine Vellenberg

Ris-Schlössl Flaurling

Obwohl man es von der Autobahn sehr gut sieht, ist das Ris-Schlössl in der Gemeinde Flaurling beinahe jedem unbekannt. Es steht am Waldrand in der Nähe der Pfarrkirche. Das Schloss war ursprünglich ein Jagdschloss von Herzog Sigmund. Dieser schenkte die Anlage 1500 dem Pfarrer Sigmund Ris. Dieser baute die Anlage mit einer Kapelle und einer Bibliothek aus, die heute noch besteht. Eine Gartenanlage wurde im 18. Jahrhundert dem Schloss angefügt. Das Schloss ist nur von außen zu besichtigen.

Flaurling

Ris-Schlössl in Flaurling

Turm – Schloss zu Inzing

Mittem im Ort, neben der Kirche, findet man auch in Inzing ein Schloss. Die genaue Erbauungszeit des Turmes ist nicht bekannt, jedoch die Erbauer: die Ritter von Eben. Eben ist ein Ortsteil von Inzing. 1920 wurde das Schlössl im Stil des Historismus umgebaut. Die Wappenmotive der Ritter von Eben findet man heute noch im Wappen der Gemeinde Inzing, wie auch auf der Fassade des Schlosses.

Inzing

Das Inzinger Schlössl

Inzinger Schlössl

Inzinger Schlössl mit Turm und Wappen auf der Fassade

Mellaunerhof Pettnau

Den Mellaunerhof und den daneben liegenden Ladnerhof findet ihr in der Gemeinde Pettnau. 1472 erstmals urkundlich erwähnt wurde der Mellaunerhof damals als Öttlhof. Der spätgotische Bau wurde im 18. Jahrhundert durch den Ladnerhof erweitert und die heute bestehende Fassade entstand. Sie besteht aus einem geschwungenen Blendgiebel mit zentralem Okulus, Stuckdekor und breitem Rundbogenportal aus Höttinger Breccie. Beim Ladnerhof befindet sich über dem steinernen Portal eine Sonnenuhr aus dem Jahr 1800.

Ladnerhof

Der Ladnerhof in Pettnau

Schloss Mühlau

Mittem im Innsbrucker Stadtteil Mühlau findet man das gleichnamige Schloss Mühlau, das aus den beiden Ansitzen Rizol und Grabenstein besteht, die durch eine Gasse getrennt sind. Das Gebäude liegt direkt am Mühlauer Bach und wurde 1720 fertiggestellt. Zum Bau kam es, als der reiche Franz Andreas Sternbach in Wilten ein barockes Schloss errichten wollte, jedoch aufgrund des Widerstands von Stift Wilten daran scheiterte. Der Platz in Mühlau erschien ideal und er kaufte die beiden Ansitze. Die erste Stufe des Ausbaus war, die beiden Gebäude zu verbinden. Später errichtete er eine Schlosskirche und eine Schlosskapelle sowie eine wunderschöne große Gartenanlage. 1931 starb der Mühlauer Zweig der Familie Sternbach aus und durch Einheirat folgte die Familie Liphart nach. Sie ist noch heute im Besitz der Schlösser Mühlau und Sternbach. Ebenfalls erwähnenswert sind die vielen Mühlen entlang des Bachs, denen die Ortschaft ihren Namen verdankt, wie auch die bekannte Rauchmühle, die sich südlich der Anlage befindet. Die Schlossanlage ist in Privatbesitz und kann innen nicht besichtigt werden. Dafür habe ich euch von außen ein schönes Foto gemacht!

Mühlau

Schloss Mühlau

Schloss Mühlau

Innenhof von Schloss Mühlau

Mühlau

Sternbachplatz

Hier könnt ihr Teil 1 nachlesen

Alle Fotos © Danijel Jovanovic Photography