Zu Besuch in der Werkstatt der Innsbrucker Börse, Ski und Fahrrad Shop mit Verleih und Service. Das umfangreiche Leihangebot von Ski über Bekleidung bis hin zur gratis Lieferung ins Hotel ist für Besucher der Stadt, die auch mal winterliche Bergluft schnuppern wollen eine enorme Erleichterung. So bleibt Wintersportfreunden Übergepäck erspart, ohne dabei auf neues Equipment verzichten zu müssen. Während im Obergeschoß von bunten Jacken bis hin zu warmen Skisocken alles zu finden ist, was das Herz begehrt, wird im Untergeschoß alles daran gelegt die Skis und Snowboards fit für den Berg zu machen.

In der Luft liegt der Geruch von heißem Wachs und geschliffenem Metall. Das Wasser im Schleifautomat saust durch die Maschine, irgendwo macht es „Klack“. Und nochmals „Klack“. Es ist der wunderbare Geruch und die Geräuschkulisse, die eine Werkstätte ausmachen. Ich für meinen Teil mag Werkstätten. Vielleicht, weil ich von Klein an immer wieder in Werkstätten gespielt habe und bewundernd zugeschaut habe, wie Dinge entstehen oder kaputte Sachen wieder heil werden.

Hier warten Skis und Snowboards auf ihr Service.

Hier warten Skis und Snowboards auf ihr Service.

In dieser Werkstätte ist Martin Schauer der Werkstätten-Boss. Er gibt mir eine Führung hinter die Kulissen des Ski Service. Der metallene Ständer ist bis oben hin gefüllt mit Skis und Snowboards. Die kommen heute alle noch dran zum Service. Jedes Sportgerät bekommt das, was es braucht. 

„Ein Ski ohne Service ist wie Radfahren ohne Luft.“, erklärt Martin. Denn nur ein gut präpariertes Sportgerät und eine richtig eingestellte Bindung garantieren die Freude am Sport, egal ob Anfänger oder Profi. Es ist also ein Irrglaube mit stumpfen Kanten und langsamem Belag leichter lernen zu können „weil der Ski ja dann langsamer ist“ – besser gut gewartet und reaktionsfähig.

Flicken, Schleifen und Abhängen

Die große Maschine im Raum ist ein professioneller Schleifautomat. Neben den verschiedenen Belagsstrukturen werden mit diesem Automaten auch die Kanten geschliffen und belagseitig leicht abgehängt.

Hier wird der Belag geschliffen, das kann man im Laufe des Lebens eines Skis oder Snowboards sogar recht oft machen. Dann werden die Kanten geschliffen und leicht abgehängt, sonst klappt es auf der Piste dann nicht. So genau wie die Schleifmaschine arbeitet, bekommt man das mit der Hand nicht hin. Zum Schluss fährt Martin allerdings noch mit einem Schleifgummi über die Kanten für das sprichwörtliche Finish. Wo er wie fest drückt, das sagt ihm seine jahrelange Erfahrung.

Manche Beläge müssen vorher ausgebessert werden. Größere Löcher werden händisch gefüllt, viele kleinere Kratzer kann man mit der Maschine, die den Belag auffüllt, ausgleichen. „Die Löcher müssen unbedingt geschlossen werden, da sonst das Wasser bis zum Kern durchdringt “ rät Martin.

Hier wird der Belag des Skis ausgebessert.

Hier wird der Belag des Skis ausgebessert.

Martin beim Einstellen des Schleifautomats.

Martin beim Einstellen des Schleifautomats.

Eine gute Kante ist Gold wert.

Eine gute Kante ist Gold wert.

Wachsen

Gelb, Rot, Grün, Blau und auch in Weiß kommen die Wachsblöcke, die per Hand auf den Belag aufgetragen werden. Je nach Temperatur und Schnee wird hier immer das passende Wachs ausgesucht. Grundsätzlich gilt aber „besser das falsche Wachs, als kein Wachs“. Tipp! Ein weiterer Irrglaube ist es übrigens, dass man das Wachs nicht ganz abziehen sollte. Wer das tut, wird nämlich erst recht am Boden picken. Also für alle, die gerne mal zuhause selbst ein kleines Wachs-Service machen: immer schön abziehen. Profitipp: Weil man meistens im Warmen wachst, sollte man am besten für eine kleine Bürste einstecken und vor der ersten Abfahrt im Kalten nochmals den Belag bürsten.

Wem das alles zu kompliziert ist, dem sei zu einem Flüssigwachs geraten. Die gibt es von allen möglichen Marken und lassen sich gut während dem Skifahren auftragen. Das ersetzt natürlich kein Heißwachs, ist aber oft ein Retter in der Not an „pickigen Tagen“.

Bindung einstellen

Beim Snowboard recht einfach, zumindest wenn man weiß, was man will. Wer sich noch nicht auskennt, lässt sich auch hier am besten einmal zu Winkel und Abstand beraten. Bei den Ski ist das schon komplizierter. Hier haben aus Sicherheitsgründen nur ausgebildete Monteure die Berechtigung Bindungen einzustellen. Anhand der Daten, die der Kunde liefert (Gewicht, Können, Alter, Sohlenlänge…) wird dann die Bindung eingestellt und getestet.

Eine richtig eingestellte Skibindung ist wichtig.

Eine richtig eingestellte Skibindung ist wichtig.

Hier wird die Einlage auf den Fuß abgestimmt.

Hier wird die Einlage auf den Fuß abgestimmt.

Boot Fitting

Wenn’s mal wo drückt, lassen sich im Schuh durch verschiedene technische Möglichkeiten Korrekturen am Innenschuh und an der Schale vornehmen. Weiters gibt es die Möglichkeit, bei Fehlstellungen mit individuell angepassten Einlagen Fussprobleme zu lösen.

Und so vergehen bei meinem Besuch in der Werkstätte eineinhalb Stunden wie im Nu. An der Kassa geben gerade zwei Touristen ihre Ski ab und holen sich Neue. Im Leihangebot gibt es hier auch ausgefallenere Sachen, wie extrem breite Powder-Bretter oder Splitboardausrüstungen. Eintages-Skitouristen können sich zusätzlich zum Sportgerät auch Jacke, Skihose, Handschuhe, Helm und Brille ausborgen. Zum Anprobieren können sie sich gratis vom Hotel abholen lassen. Vor Ort wird dann das Equipment zusammen gestellt. Am letzten Tag kann man alles für 3€ Abholungsgebühr an der Rezeption stehen lassen.

Als ich dann noch vom gratis Skibus für Touristen mit Innsbruck Gästecard in die Skigebiete rings um Innsbruck erfahre, werde ich fast ein bisschen neidisch. Aber, immerhin wohne ich da, wo andere Urlaub machen. Und mein eigenes Snowboard hab ich doch immer noch am liebsten. So lieb, dass es zu Weihnachten vielleicht sogar ein eigenes Service geschenkt bekommt!

Weitere Infos 

Das komplette Verkaufs und Verleih Angebot der Börse gibt es unter www.dieboerse.at. Solange bis Frau Holle die Saison eröffnet, gibt es hier übrigens auch Fahrräder aller Art, ebenso wie Leih-Bikes.