“Schifoan is des leiwandste, wos ma si nur vorstelln kann!” singt der Austro-Pop Sänger Wolfgang Ambros in seiner legendären Wintersport-Hymne. Aber, weiß Herr Ambros eigentlich, wie befriedigend es ist seine Runden im glitzernden Schnee auf einer frisch gespurten Loipe zu ziehen? Wie viel Spaß es macht auf einer Rodel um die Kurven zu fetzen und dabei mehrere Kilometer zurückzulegen am Weg ins Tal? Oder wie gut man nach einer ausgiebigen Winterwanderung schläft? 

Im Grunde ist es ja auch egal, ob er es weiß. Viel wichtig ist, ob ihr wisst wovon ich spreche? Ohne Herrn Ambros auf die Skischuhe treten zu wollen, wage ich es zu behaupten: Winter ist generell das leiwandste, wos ma si nur vorstelln kann! Und füge hinzu: Es müssen nicht immer zwei Bretter unter den Füßen sein. Auch wenn Skifahren natürlich toll ist, es gibt so viele Möglichkeiten den Winter in vollen Zügen auszukosten.

Wichtig: Die Öffnungszeiten von Almen, Hütten, Geschäften, Eislaufplätzen und Co können aufgrund der Corona-Pandemie abweichen. Vor jeder Unternehmung bitte eigenständig nochmal informieren!

Rodeln rund um Innsbruck

Meine fünf Lieblingsrodelstrecken habe ich vor einigen Jahren hier am Blog schonmal verraten. Allerdings ist es wie beim Skifahren auch beim Rodeln: Es kommt stark auf die Schneeverhältnisse drauf an! Und die ändern sich schließlich täglich.

Rodeln von der Rinner Alm. ©Lea Hajner

Rodeln von der Rinner Alm. ©Lea Hajner

Für blutige Anfänger

Stadtnah und ohne gefährliche Kurven: die Rumer Alm Rodelbahn. Einziges Manko: Für diese Rodelbahn muss es erstmal genug Schnee auf der Südseite geben und es darf keine Lawinengefahr in den darüber liegenden Gebieten der Nordkette herrschen. Dann ist sie ein gut erreichbares Ziel für Anfänger. Rodeln gibt es im gratis Verleih nach Konsumation und Verfügbarkeit bei der Alm. Die Anreise aus Innsbruck Stadt kann man ganz leicht mit den Öffis: die Linie A fährt bis “Rum Sanatorium” – 10 Minuten später steht man am Parkplatz Naturpark Karwendel.

500 Höhenmeter | ca. 70 Minuten Gehzeit | 3,9 Kilometer | Facebook Seite Rumer Alm 

Mal was Neues entdecken

Die Rinner Alm Rodelbahn liegt auf der gegenüberliegenden Talseite. Hier geht es über einen getrennten Aufstieg über rund 430 Höhenmeter direkt zur Hütte und von dort ins Tal. Wer am Weg feststellt, dass Bergaufgehen doch nicht seine Sportart ist, der kann die Tour in einer etwas weiter unten gelegenen Kurve verkürzen. Achtung! Der Spaß des Bergaufgehens wird beim Rodeln erst beim Bergabfahren merkbar. Außerdem praktisch: Nach Rinn kommt man mit dem Regiobus 4134 ab Innsbruck Hauptbahnhof in einer halben Stunde.
43o Höhenmeter | ca. 70 Minuten Gehzeit | 3,7 Kilometer | Facebook Seite Rinner Alm

Für Ausdauerprofis

Juifenau im Sellrain: eine der schönsten und längsten Abfahrten rund um Innsbruck. Längste Abfahrt? Ja, das bedeutet auch längster Aufstieg. Glaubt mir: Jeder Meter lohnt sich und die Sicht von der Hütte, die etwas oberhalb von der Waldgrenze liegt, ist grandios. Die Juifenau Hütte wurde 2020 sogar vom Gault Millau ausgezeichnet.
600 Höhenmeter | ca. 1,5-2 Stunden Gehzeit | 4,5 Kilometer | Website Juifenalm

Tipp: Hier findet ihr eine aktuelle Übersicht aller momentan geöffneter Rodelstrecken rund um Innsbruck.

Schneeschuhwanderungen im Raum Innsbruck

Du bleibst lieber mit beiden Füßen fest am Boden? Dann ist eine Schneeschuhwanderung vielleicht genau das richtige für dich! Je nach Strecke kann das ganz schön in die Beine gehen, ist aber stets kontrolliert und man braucht dafür keinerlei Talent. Zwei gesunde Füße, warme Bekleidung im Zwiebel-Look, ein Paar Schneeschuhe und Stöcke – los geht’s! Natürlich kann man in den Bergen aufgrund der potenziellen Lawinengefahr nicht einfach überall wandern, es gibt aber so einige markierte Strecken, die sich dafür eigenen.

Schneeschuhwanderung im Viggartal. ©Lea Hajner

Schneeschuhwanderung im wunderschönen Viggartal. ©Lea Hajner

Für blutige Anfänger 

In Gries im Sellrain gibt es eine kurze, leichte Schneeschuhwanderung für alle, die mal reinschnuppern und ein Gespür für den Schnee bekommen wollen. Hier geht es zur Routenbeschreibung! Leihausrüstung gibt es direkt vor Ort bei Sport Seppl in Gries.

Mal was Neues entdecken

Kurz nach Ellbögen geht es hinauf ins Viggartal, in dem das Meissnerhaus liegt. Bei richtig viel Schnee lässt es sich hier wunderbar durch die verschneite Landschaft stapfen. Alles dazu erfährt ihr in meinem Artikel zum Schneeschuhwandern im Viggartal.

Für Fotografen

Danijel empfiehlt eine Schneeschuhwanderung über die Feldringer Böden beim Faltegartenköpfel in Kühtai.

Mein Geheimtipp: Ein ganz besonderes Erlebnis ist eine Schneeschuhwanderung mit Übernachtung auf der sympathischen Boscheben Alm!

Mit den Schneeschuhen zur Hüttenübernachtung auf Boscheben. ©Lea Hajner

Mit den Schneeschuhen zur Hüttenübernachtung auf Boscheben. ©Lea Hajner

Langlaufen

Du magst deine Sporteinheiten lieber kompakt und intensiv? Dann ist Langlaufen genau das richtige für dich. Zugegeben, die richtige Technik ist hier viel wert und wer sich für seine ersten Versuche einen Langlauflehrer nimmt, wird es nicht bereuen. Hat man den Dreh erstmal raus, steht dem Powderworkout im Schnee nichts mehr im Wege!

Sonnige Loipe bei Rinn im Mittelgebirge. ©Lea Hajner

Sonnige Loipe bei Rinn im Mittelgebirge. ©Lea Hajner

Für blutige Anfänger

Die Loipe in Rinn teilt sich in zwei Loipen: die Panoramaloipe und die kürzere Golfloipe. Beide sind sowohl fürs klassische Langlaufen als auch für Skating geeignet. Insgesamt sind es ganze 22 Kilometer. Die Benützung ist hier außerdem kostenlos! Leihausrüstung (Schuhe, Ski, Stöcke) gibt es in Innsbruck zum Beispiel bei der Börse oder in Tulfes bei der Skischule Total oder Skischule Glungezer. In Rinn selbst gibt es keinen Verleih.

Mal was Neues entdecken

Ihr kennt das Kühtai im Winter nur zum Skifahren? Dann probiert es doch mal mit Langlaufen! Auf rund 2.000 Metern liegt besonders lange Schnee und die Benützung der beiden Loipen in Kühtai ist kostenlos. Die Claudialoipe ist klassisch gespurt und 2 km lang, die Maximilianloipe ist ebenfalls klassisch gespurt und 2,6 km lang.

Im Winterwonderland zwischen den Bergen

Die Loipe Praxmar-Lüsens gehört wohl zu den schönsten der Welt. Schritt für Schritt läuft man hier dem Talschluss Fernerboden entgegen und es überkommt einen schnell das Gefühl, vielleicht doch irgendwo im nirgendwo in Kanada gelandet zu sein. Spätestens wenn einem die Eiskletterer mit einem Grinser im Gesicht entgegenkommen, weiß man: Es gibt hier noch andere Wintersportler, die die Abgeschiedenheit genießen.

Eislaufen

“Spinning out” auf Netflix schauen oder doch lieber selbst die Eislaufschuhe schnüren? Für alle, die seit Jahren (oder gar gefühlten Jahrzehnten) keine Kufen mehr an den Füßen hatten, habe ich eine gute Nachricht: Eislaufen ist ein bisschen wie Fahrrad fahren, das verlernt man so schnell nicht! Für wacklige Anfänger gibt es mittlerweile fast überall Pinguine, auf denen man sich (und seine Kinder) abstützen kann.

Olympiawelt Innsbruck (©TVB), Römerpark Rum (©LH)

Eislaufen in der Olympiaworld Innsbruck (©Innsbruck Tourismus / Vorhofer) und im Römerpark Rum (©Lea Hajner)

Eislaufen für Klein und Groß in Rum 

Der Eislaufplatz im Römerpark in Rum mag klein sein, die Aussicht dafür umso besser. Vor allem wenn die untergehende Sonne die Nordkette nochmal kurz ausleuchtet, bevor sie hinter den Bergen verschwindet. Eintrittspreise sind moderat, Schuhe können direkt vor Ort ausgeborgt werden, (Kinder-)Disco-Musik und Pinguine für Anfänger gibt’s gratis obendrauf!

Zum Baggersee im Winter

Am Baggersee selbst kann man zwar nicht eislaufen, dafür aber gleich nebenan auf der Kunsteislaufbahn, täglich von 10:00 bis 19:00 Uhr!

Für Runden-Zähler

Am Außeneisring der Olympiaworld kann man stundenlang seine Runden drehen. Ideal für alle, die gar nicht genug vom glatten Eis bekommen können. Aktuelle Infos gibt’s hier!

Winterwanderungen

Warme Schuhe, lange Skiunterwäsche und eine Thermoskanne mit Tee im Gepäck? Dann kann es jetzt losgehen. Schritt für Schritt die Winterlandschaft genießen, Sonne tanken oder Schneeflocken beim Fallen zuschauen – Winterwandern ist überraschend erholsam. Am besten einfach mal ausprobieren!

Die Hängebrücke bei Stams ist auch im Winter ein tolles Erlebnis. ©Lea Hajner

Die Hängebrücke bei Stams ist auch im Winter ein tolles Erlebnis. ©Lea Hajner

Für blutige Anfänger

In Innsbruck am grünen Inn entlang. Solange bis man nicht mehr mag, dann einfach über die nächste Brücke und wieder zurück zum Ausgangspunkt. Empfehlung für eine Stärkung zwischendurch: Kuchen und Kaffee (auch to go) im Haepinest.

Mal was Neues entdecken

Maria Locherboden bei Stams – an sonnigen, schneearmen Tagen (bei viel Schnee im Inntal nicht begehbar!) ist die Wanderung von Stams zum Walfahrtskirche Maria Locherboden ein wahrer Wintertraum. Danijel hat die Runde im Sommer beschrieben.

Servus die Wadln!

Von Praxmar wandert man in circa 1-1,5 Stunden zur Kogelhütte. Eine schöne Wanderung, die sich mit einer Rodeltour verbinden lässt. Wer alles wieder zu Fuß hinunter geht, hat sich die Kiachl im Alpengasthof Praxmar redlich verdient.

Winterliche Schatzsuche in der Altstadt

Das “Go Innsbruck” Spiel ist ein tolles, kostenloses Stadtspiel für Tage, an denen man eine Pause vom Wintersport einlegt. Mehr darüber erfährt ihr hier in Elisabeths Blogbeitrag zur Schnitzeljagd im Zeichen der Habsburger. Ich selbst habe vor einigen Tagen die andere Route “Authentisches Innsbruck” getestet, mehr darüber hier am Blog in Kürze!

Winterliche Erkundungstour durch Innsbruck. ©Lea Hajner

Winterliche Erkundungstour durch Innsbruck. ©Lea Hajner

Saftey First – auch im Winter

Wie immer in den Bergen, sollte man vor seinem Vorhaben einen Blick auf den Wetterbericht und die aktuelle Schneelage werfen. Die jeweiligen Tourismus Informationen geben gerne Auskunft über die aktuellen Weg-, Loipen- und Eis-Konditionen.