Wie fordernd die aktuelle Situation ist, muss ich wohl niemandem erzählen. Auch wenn viele immer wieder betonen, wir müssten sie als Chance sehen, die „geschenkte“ Zeit mit der Familie genießen und einfach das Beste daraus machen, fällt mir das an manchen Tagen schwer. Was uns als Familie aber hilft, ist Beschäftigung und ein bisschen Routine.

Klar, wir sind etwas „entspannter“ als sonst, aber wir versuchen nicht den ganzen Tag im Pyjama zu versumpfen und die Zeit so gut wie möglich zu füllen. Manchmal tun wir das einfach nur mit Fernsehen, Lesen oder Toniebox-Hören. Manchmal sind wir aber auch richtig „produktiv“ und basteln und backen gemeinsam. Mich wundert selbst, wie viel Spaß das macht und wie großartig meine beiden Rabauken dabei mitmachen. Ein paar Ideen, wie ihr eure Kinder (und euch selbst) beschäftigt, habe ich hier zusammengefasst. Ich hoffe, es ist etwas Passendes dabei. Ich wünsche euch viel Spaß beim Basteln und Backen!

Verschiedene Maltechniken ausprobieren

Malen macht Spaß und ist ein Hobby, für das man nur wenig Material braucht. Damit es aber nicht langweilig wird, probieren wir immer wieder neue Techniken aus. Unsere zwei liebsten sind so einfach, dass sogar mein nicht mal Zweijähriger sie (mit ein bisschen Hilfe) gut hinbekommt.

Malen mit Strohhalmen

Wenn ihr euch auch fragt, warum mein Sohn immer am Tisch sitzt:  Das wüsste ich auch gerne! 🙂

Was ihr braucht:
Wasserfarben und Pinsel
Kartoffeln
Keksformen
Messer
Strohhalm
Schwarzer Filzstift

Kartoffelstempel basteln

Was ihr braucht

Kartoffeldruck

Und so geht’s:
Fangen wir mit dem Kartoffeldruck an: Wascht und trocknet die Kartoffeln bevor ihr sie in der Mitte durchschneidet. Malt ein Motiv auf die Schnittfläche und schnitzt es aus. Ihr könnt es euch aber auch einfach machen (so wie ich): Drückt eine Keksform direkt in die Kartoffel und entfernt den Bereich außerhalb des Ausstechers. Voilà! Wir haben unseren Stempel. Jetzt müsst ihr ihn nur noch anmalen und los geht’s: Die bemalten Stempel auf Papier drücken. Damit entstehen hübsche Meisterwerke.

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Strohalmmaler:

Und so geht’s
Besonders viel Spaß macht meinem Großen das Malen mit einem Strohhalm. Dafür müsst ihr nur Kleckse mit Wasserfarbe (verwendet genug Wasser) auf ein Blatt Papier machen. Nun verteilt ihr die Farbe, indem ihr durch den Strohhalm pustet. Dabei entstehen lustige Muster. Wir haben den Klecksen Gesichter gemalt, so sind richtig großartige Monsterbilder entstanden. Aber, wie ich immer sage: „Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.“

Selbstgemachte Seife

Händewaschen ist jetzt wichtiger denn je. Kindern das klar zu machen, ist allerdings nicht immer ganz einfach. Tipps und Tricks, wie ihr ihnen das etwas schmackhafter machen könnt, gibt es einige. Klebt den Kindern zum Beispiel am Morgen ein abwaschbares Tattoo auf die Hände mit dem Ziel, dass es bis abends wieder komplett weg ist). Ebenfalls ein guter Anreiz ist das Waschen mit selbstgemachter Seife. Das geht leichter, als man denkt, und klappt ganz einfach mit wenigen Zutaten, die man im Normalfall auch immer zuhause hat.

Was ihr braucht:
2 Esslöffel Flüssigseife oder Duschgel
2 Esslöffel Speiseöl (wir haben Olivenöl genommen)
ca 5 Esslöffel Speisestärke (z.B. Maizena)
Eine gute Prise Salz
Eine Schüssel
Optional:
Ausstechformen, Lebensmittelfarbe, Blumen

Und so geht’s:
Alle Zutaten miteinander vermengen. Wer bunte Seife mag, mischt noch Lebensmittelfarbe unter. Je nachdem, ob der „Teig“ zu flüssig oder zu fest ist, fügt ihr Öl oder Stärke hinzu. Bei uns war der Teig am Anfang sehr, sehr flüssig. Wenn man ihn aber etwas stehen lässt, härtet er nach. Wir mussten aber trotzdem noch etwas Maizena zufügen.
Nun könnt ihr eure Seife formen.

Schüttet Stärke auf die Arbeitsfläche und rollt darauf kleine Kügelchen aus dem Seifenteig. Das Ganze ist eine ziemlich pickige (österreichisch für “klebrig”) Angelegenheit, aber wenn ihr eure Hände ebenfalls mit Maizena einreibt, gelingt das Formen ganz gut. Um schöne Motive zu erhalten, drückt die Teigkügelchen in die Keksformen. Wer mag, verziert seine Seife noch mit Blumen. Besonders hübsch und frühlingshaft finde ich zum Beispiel Gänseblümchen. Die Seife muss etwas härten, bevor ihr sie wieder aus den Förmchen holt. Dann solltet ihr sie nochmals ungefähr drei Stunden trocken lassen. Aufbewahren könnt ihr sie in einem luftdichten Glas! Viel Spaß beim Händewaschen!

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Badekugeln selbst herstellen

Wer hätte gedacht, dass wir nicht nur unser Brot selbst backen, sondern auch Seife und Badekugeln herstellen? Aber besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen und es gilt viele, viele Stunden zu füllen. Die Zutaten für folgendes Rezept hatte ich nicht zuhause, aber ihr bekommt sie einfach im Supermarkt. Es geht ganz leicht, reicht (je nach Größe) für fünf Badekugeln und macht wirklich Spaß.

Was ihr braucht:
185 g Natron
45 g Stärke
90 g Zitronensäure
7 Esslöffel Kokosöl
Lebensmittelfarben
Silikonförmchen

Und so geht’s:
Kokosöl vorsichtig im Wasserbad schmelzen, trockene Zutaten beifügen und unterrühren, bis ein homogener Teig entsteht. Teilt die Masse in verschiedene Schüsseln auf, gebt jeweils ein paar Tropfen Lebensmittelfarbe hinzu und vermischt sie gut.

Badekugeln selbst machen

Färbt die Masse mit Lebensmittelfarbe bunt ein.

Nun wird die Masse in die Formen (wir haben Silikonmuffinförmchen verwendet) gefüllt und festgedrückt, schichtet ruhig mehrere Farben übereinander.

Badekugeln selbst machen

Da wir keine Kugelformen hatten, haben wir unsere Muffinförmchen verwendet

Wer keine geeigneten Formen hat, kann den Teig auch einfach zu Kugeln rollen. Lasst eure Badekugeln mindestens eine Stunde (am besten im Kühlschrank) stehen. Wir haben sie am Vormittag hergestellt und am Abend wurde dann gebadet. Sie funktionieren wirklich toll und sprudeln ganz lustig im Badewasser.

Badekugeln selbst machen

Die fertigen “Badekugeln” oder wie in unserem Fall: Badescheiben

Badekugeln selbst machen

In der Badewanne sprudeln unsere Badekugeln richtig schön.

Osterhasen-Cupcakes backen

„Ich esse Schokolade nur an Tagen, die mit „g“ enden, und mittwochs!“ Kennt ihr den Spruch? Momentan trifft er bei uns fast schon zu. Aber was soll ich sagen, in Ausnahmesituationen ist eine extra Portion Nervennahrung doch erlaubt, oder? Besonders beliebt sind bei uns Muffins. Und weil wir gerade massenhaft Zeit haben, haben meine Jungs und ich welche in Osterhasenoptik gebacken. Das geht ganz einfach und macht wirklich Spaß.

Prinzipiell könnt ihr eure Lieblingsmuffins backen (oder kaufen) und sie mit einer Schokoganache, Biskotten, Smarties,… (oder was ihr halt so zuhause habt) verzieren. Da ich es mit dem Zucker nicht ganz so übertreiben wollte, haben wir welche gebacken, die ganz ohne auskommen und nur mit Datteln gesüßt werden. Aber wie gesagt, fühlt euch frei und backt, was euch und den Kleinen schmeckt.

Osterhasenschoko-Cupcakes

Unsere Häschen sehen nicht nur süß aus, sie schmecken auch so

Was ihr braucht:

Für die Muffins:
100 g Softdatteln (entsteint)
200 ml Obers
3 Eier
Ein Päckchen Vanillezucker
4 Esslöffel (ungesüßtes) Kakaopulver
100 g Mehl
1 ½ Teelöffel Natron
80 g Butter (zimmerwarm)
Ein Esslöffel Nussbutter (z.B. Erdnuss- oder Cashewbutter)
Muffinförmchen

Für die Verzierung:
230 g dunkle Schokolade
150 ml Sahne
Spritzbeutel
Biskotten, Smarties, Schokopralinen, Raffaello,… (was ihr zuhause habt, da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt)

Verziert eure Hasen mit dem, was ihr zuhause habt.

Und so geht’s:
Backofen auf 170 Grad Celsius Umluft vorheizen.
Datteln, Sahne, Nussbutter und Kakaopulver fein pürieren, bis eine glatte, homogene Masse entsteht. Das funktioniert am besten mit einem Pürierstab. Eier trennen. Eigelb und Butter cremig rühren. Dattel-Kakaomasse dazugeben und gut vermengen, anschließend das Mehl und das Natron dazu mixen. Eiweiß steif schlagen und den Eischnee vorsichtig unterheben. Die Masse in die Muffinförmchen füllen, am besten ein Muffinblech oder Silikonförmchen. Dann etwa 25 Minuten backen. Die Muffins gut auskühlen lassen. Der spaßige Teil kommt jetzt: das Verzieren!

Aus den Muffins werden Häschen

Für die Ganache müsst ihr den Obers aufkochen lassen, den Topf vom Herd nehmen, die kleingehackte Schokolade hinzugeben und solange rühren, bis sie geschmolzen ist. Die Masse muss nun komplett auskühlen, dann könnt ihr sie mit einem Handrührgerät steif schlagen, in einen Spritzbeutel füllen und damit auf den Muffins verteilen.

Die Ganache wird mit einem Spritzbeutel auf den Muffin gespritzt.

Aus den Biskotten (oder Katzenzungen, oder was ihr halt verwenden wollt) macht ihr die Hasenohren. Raffaello, Smarties oder Pralinen werden zu Nase und Augen. Tobt euch aus und lasst der Fantasie freien Lauf. Meine Jungs haben ordentlich mitgeholfen und sich voll ins Zeug gelegt. Unsere Häschen sind vielleicht nicht perfekt und es war eine ziemliche Sauerei, aber wir hatten viel Spaß und geschmeckt haben sie uns auch!

 

Weitere Infos

Hoffentlich konnte ich euch ein wenig inspirieren. Wer noch nicht genug hat, findet hier weitere Basteltipps. Alle die sich ihre Zeit lieber mit Kochen vertreiben, sollten sich bei Nadja umsehen, hier gibt’s großartige Rezepte. Seelennahrung findet ihr bei Lea. Und wer keine Lust auf Kochen hat, findet hier Restaurant und Lebensmittelservices, die auch jetzt noch liefern. Und wie heißt es so schön: Nach dem Essen sollst du ruhen oder 1000 Schritte tun. Übungen, die man ganz einfach zuhause machen kann, findet ihr hier.

Nichts ist für die Ewigkeit

Ich würde diesen Blogbeitrag gerne mit tiefgründigen, weisen Worten abschließen, aber leider fallen mir keine ein. Im Grunde bin ich stolz auf uns, besonders auf meine Söhne, denn die meistern die Situation ganz gut. Im Gegensatz zu anderen haben wir das große Glück am Land zu leben und einen eigenen Garten zu haben und trotzdem fällt mir manchmal die Decke auf den Kopf. Ich verliere die Geduld und bin meinen Kindern gegenüber ungerecht. Ein Gedanke, der mir aber wirklich hilft, ist: „Es ist nicht für die Ewigkeit!“ Wir alle versuchen aus dieser Zeit das Beste zu machen, mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg, aber sie ist auf jeden Fall nicht von Dauer, und irgendwann kehren wir zu unserem gewohnten Alltag zurück. In diesem Sinn, schaut auf euch, schaut auf andere und bleibt zuhause!