Sommer, das heißt für mich so oft wie möglich rauf auf den Berg – ob eine gemütliche Wanderung zu einer der Almen rund um Innsbruck oder einen Gipfel erklimmen. Immer dabei habe ich eine kleine Stofftasche. Unterwegs schnabuliere ich nämlich nicht nur gerne Walderdbeeren, Moosbeeren und später Preiselbeeren. Wildkräuter sammeln gehört für mich ebenso dazu.

Die Mischung macht’s

Einige Kräuter wachsen hervorragend auf Balkonien – oder im eigenen Garten: Pfefferminze zum Beispiel, Salbei oder Melisse gedeihen prächtig und brauchen wenig Pflege. Rosmarin, Lavendel oder Rosenblätter geben den eigenen Teemischungen eine besondere Note und Farbe.

Nicht fehlen dürfen für mich darüber hinaus Kräuter aus der freien Wildbahn. Ich sammle sie meist auf dem Rückweg von meinen Wanderungen und immer in kleinen Mengen. Denn auch andere wollen den schönen Anblick saftiger Kräuter auf Weiden und Wiesen genießen – nicht zuletzt die Tiere, die Wildbienen und Rehe etwa, oder die Ziegen und Kühe auf den Almen.

Wächst hervorragend auf Balkonien oder im Garten – Lavendel.

In den Stoffbeutel kommen nur Kräuter, die ich kenne. Von geschützten Pflanzen lasse ich selbstverständlich die Finger! Und beim Sammeln trample ich auch nicht durch Wiesen und Felder. Das gehört für mich einfach dazu.

Meine Favoriten in Sachen Wildkräuter alle Jahre wieder:

Der Duft der Schafgarbe ist unvergleichlich.

1. Schafgarbe

Sie ist auf Wiesen, Weiden, an Wegrändern im Tal und im Hochgebirge zu finden, wunderbar anzuschauen – die Schafgarbe. Ich liebe den Geruch dieser Pflanze. Schon nachdem ich die ersten Blüten gepflückt habe, riechen meine Hände nach Schafgarbe. Sie ist eine alte Heilpflanze, vollgepackt mit ätherischen Ölen, soll krampflösend, entzündungshemmend wirken und bei Verdauungsstörungen helfen.

Frauenmantel gehört zu den alten Heilpflanzen.

2. Frauenmantel

Ebenfalls ein altes Heilmittel und sofort an den mantelartigen Blättern zu erkennen: Frauenmantel wächst auf humusreichem Boden und ist, wie der Name schon sagt, ein „Frauenkraut“. Es soll bei Menstruationsbeschwerden und Beschwerden im Klimakterium helfen. Ich finde die Blüten ganz bezaubernd und stelle gerne ein Sträußchen auf den Tisch.

Wilder Thymian zieht nicht nur Wildbienen magisch an.

3. Wilder Thymian

Wildbienen lieben ihn, den wilden Thymian! Kein Wunder: Der feine Blütenduft zieht einen magisch an. Wilder Thymian eignet sich nicht nur hervorragend zum Würzen von Fleisch (Lamm mit wildem Thymian – ein Gedicht!). Sein süßlicher Duft macht sich ausgezeichnet in der Teemischung. Zudem soll er verdauungsfördernd, antiseptisch wirken, bei Husten und Atemwegsproblemen helfen. Im Winter also quasi ein Muss im Kräutertee!

Die Beeren werden gleich verschnabuliert (aufgefuttert), die Blätter wandern in den Stoffbeutel.

4. Himbeer-, Brombeer- und Erdbeerblätter

Sie dürfen in keiner Teemischung fehlen: getrocknete Erdbeer-, Himbeer- und Brombeerblätter. Die Beeren verspeise ich zumeist an Ort und Stelle! Denn ganz frisch vom Strauch schmecken sie einfach am besten! Die Blätter aber kommen in die Stofftasche, sie geben jedem Tee eine feine Note.

Die zarten Gänseblümchen werden auch Tausendschön genannt.

5. Gänseblümchen

Die jungen Blätter und Triebe werden gerne für Wildkräutersalate verwendet. Frisch gepflückt geben sie jedem Salat einen blumigen Touch, lassen sich Gänseblümchen dekorativ auf Pasta und Co. platzieren. Die getrockneten Blüten eignen sich wunderbar für eine Kräuterteemischung. Gänseblümchen heißen auch Tausendschön – was für ein zauberhafter Name für dieses zarte Pflänzchen.

Nur mit Handschuh

Brennnesseln sind ein wahrer Tausendsassa. Allerdings: Zum Pflücken braucht es feste Handschuhe oder Gummihandschuhe, durch die die feinen Brennhaare nicht durchkommen. Sonst wird das eine schmerzhafte Sammelaktion!
Die jungen Blätter schmecken gedünstet wie Spinat, lassen sich hervorragend zu Knödeln verarbeiten (Bloggerkollegin Lea Hajner verrät hier wie’s geht) oder als Strudelfülle verwenden. Ein ganz besonderes Aroma entwickelt der Brennnesseltee. Ich mag seine sattgrüne Farbe und den Duft, der mich an frisch geschnittenes Gras erinnert. Brennnesseltee soll bei Entzündungen der Harnwege helfen.

Die gesammelten Kräuter trocknen luftig ausgebreitet auf Zeitungspapier.

Trocknen – ganz klassisch

Die Kräuter trockne ich übrigens ganz klassisch. Die mit Stängel werden zu kleinen Sträußchen gebunden und kopfüber aufgehängt. Blätter und Blüten verteile ich locker auf einem Stück Zeitungspapier. Wichtig ist, dass der Ort gut durchlüftet und schattig ist.
Zur Aufbewahrung nehme ich je nach Menge nicht luftdichte Gläser, Blechdosen und Papiersäckchen.
Und wenn meine Vorräte im Frühjahr zur Neige gehen, freue ich mich schon auf die nächsten Nebenbei-Sammlungen bei meinen Wanderungen!

Auf Blog.Innsbruck finden sich zahlreiche Wandertipps für Genusswanderer und Gipfelstürmer. Wer an einer Kräuterwanderung teilnehmen möchte: Kräuterpädagogin Isabella Zauscher bietet am 2. September 2021 eine in Mieming an. Weitere Infos dazu auf Innsbruck.info

Alle Fotos: © Susanne Gurschler