Eine Neuerscheinung sorgt derzeit in Innsbruck für Furore. Im Verlag der Wagner’schen Universitäts-Buchhandlung ist ein Innsbruck-Spiel kreiert worden: „Vom Goldenen Dachl zum Hafelekar’. Kurzweilig, informativ, lustig und zugleich lehrreich.

Fragen wie „Über was ärgerten sich Kirchgänger 18. Jahrhundert?“ oder „Mit welchem Tier an der Leine spazierte einst ein sozialdemokratischer Landeshauptmann-Stellvertreter durch die Maria-Theresien-Straße?“ warten auf die Beantwortung durch Quiz- und Spielfreunde.

Wagnersche Buchhandlung

Die Präsentation des Innsbruck-Spieles in der Wagner’schen Buchhandlung vor vollbesetztem, Corona-adäquatem Auditorium. © W. Kräutler

Wie war ich vor fünf Jahren froh, als die altehrwürdige Buchhandlung in der Museumstraße wieder ihren alten Namen angenommen hatte. Nicht nur, weil Wagner der älteste Universitätsverlag im deutschsprachigen Raum ist. Die Übernahme der inzwischen 376 Jahre alten Wagner’schen  Buchhandlung durch Markus Renk und Markus Hatzer hat mehrere höchst erfreuliche Nebeneffekte.

Verlagsprojekte mit starkem Innsbruck-Bezug

Einerseits ist die altehrwürdige Buchhandlung wieder zu einem gemütlich-komfortablen Treffpunkt von Innsbrucks Bücher-Aficionados geworden. Andererseits ist es die Konzentration des Wagner’schen Verlages auf Veröffentlichungen mit meist – ich möchte sagen – intimen Innsbruck-Bezügen. Das gilt vor allem für die Serie „Erinnerungen an Innsbruck“, in der wichtige Gegebenheiten und Erlebnisse aufbewahrt und schriftlich festgehalten werden. Der Verlag hatte schon damit den Puls der Zeit getroffen.

Mit dem „Innsbrucker Wimmelbuch“ gelang dem Verlag dann ein weiterer, quasi „regionaler“ Hit: Immerhin wurden innerhalb kurzer Zeit 4.500 Stück dieses im Comicstil gezeichneten Buches über Innsbruck verkauft.

„Vom Goldenen Dachl zum Hafelekar“ – ein analoges Quiz

Und so ist es nicht verwunderlich, dass sich seit neuestem neben „Bücherwürmern“ auch Fans der „Spiele-Szene“ in den Lesefauteuiles der Wagner’schen räkeln. Darunter sind auch  Quizbesessene, die keine Möglichkeit auslassen, ihr Wissen auf die Probe zu stellen.

Das Innsbruck-Spiel

Das Spielbrett. © W. Kräutler

Wir alle bilden uns ein, Innsbruck gut zu kennen. Das könnte sich als Irrtum herausstellen, wenn man das Spiel einmal zur Hand genommen hat. Da wird man in fünf Wissenskategorien getestet: „Kurioses und Historisches“, „Kultur und Kunst“, „Sport“, „Flora und Fauna“ sowie „Aktivität“. Beruhigend nur, dass auch Bürgermeister Georg Willi nicht alle Fragen beantworten konnte. 

Innsbruck Spiel

Projektleiterin Gerlinde Tamerl mit Geschäftsführer Markus Renk und Bürgermeister Georg Willi samt Innsbruck Spiel. Selbst der Bürgermeister konnte nicht alle Fragen richtig beantworten. © IKM/W.Giuliani

Ein „Wissensrat“ formulierte die Fragen

Bei der inhaltlichen Gestaltung des Innsbruck-Spieles haben unter der Koordinatorin Gerlinde Tamerl zahlreiche Innsbruck-Spezialisten in einem „Wissensrat“ mitgearbeitet. Unter ihnen Museumsdirektoren, Historiker, Sportler, Fremdenführer, Innsbruck-Blogger wie die Kultur-Fachfrau Susanne Gurschler und auch ein Kabarettist in Person von Markus Koschuh. Er war für den Bereich „Aktivität“ zuständig, bei dem Antworten in Form von Pantomime und Gesang verlangt werden. So ist es eine der Aufgaben, einen Pfau nachzumachen, wie er durch den Schlosspark in Amras stolziert und vor sich hin schreit. Die Grafik  des Innsbruck-Spieles wurde von Ines Graus gestaltet.

Pfau in Schloss Ambras

Wie schreitet ein Pfau? Und wie stolziert er einher? Möglichkeiten für die Spieler, pantomimisch aus sich heraus zu gehen. © W. Kräutler

Um einen Vorgeschmack auf das Spiel zu vermitteln, hier einige der Fragen, deren Antworten wir in einem eigenen Dokumentenlink am Ende dieses Textes geben. Wer mit der Raterei beginnen will, voilà.

Über welchen Lärm beschwerten sich die Kirchgänger im 18. Jahrhundert?

  • über die Lautstärke der Glocken
  • über das Gezwitscher der Vögel
  • über die Schreie Gefolterter im Gefängnis

Warum standen im 19. Jahrhundert in jedem Raum der Hofburg kleine Behälter?

  • Sie dienten als Badewannen für Schoßhündchen.
  • Sie dienten als Spucknäpfe.
  • Sie wurden mit heißem Wasser befüllt, zum Aufwärmen kalter Füße.
Riesensaal Hofburg Innsbruck

Auch im Riesensaal der Hofburg standen dereinst kleine Gefäße. Weshalb? © W. Kräutler

Wo wurde in Innsbruck gegen Ende des 18. Jahrhunderts der erste Christbaum aufgestellt?

  • im Café Munding
  • vor dem Goldenen Dachl
  • am Franziskanerplatz
Christkindlmarkt Innsbruck

Stand Innsbrucks erster Christbaum wirklich vor dem Goldenen Dachl? © Innsbruck Tourismus

Welche Figuren wollte Andreas Hofer zu Kanonenkugeln einschmelzen lassen?

  • den Felsen auf der Nordkette, der Frau Hitt darstellt
  • die Figur des Petrus Canisius, weil er die Gegenreformation gefördert hat
  • die Göttinnen des Leopoldsbrunnens, wegen ihrer entblößten Brüste
Leopoldsbrunnen Innsbruck

Der Leopoldsbrunnen. © Innsbruck Tourismus

Was ist der „Weißkunig“?

  • Es ist ein König, der um 1560 zu Gast in Innsbruck war.
  • Es ist ein Buch mit der Lebensbeschreibung Kaiser Maximilians I.
  • Es handelt sich um eine Sagenfigur, die immer weiß gekleidet war.
Weisskunig

Das Prägesiegel des „Weisskunigs“. © W. Kräutler

Kaiserin Elisabeth, auch „Sisi“ genannt, übernachtete zweimal in eigens für sie gestalteten Gemächern in der Hofburg. Welche Süßspeise mochte sie ganz besonders?

  • Trüffelpralinen
  • Veilcheneis
  • üppige Torten

Ein Spiel auch für Innsbrucks Schulen

Schön wäre es, wenn dieses Spiel vor allem in Schulen gespielt werden könnte. Es hat neben dem großen Unterhaltungswert vor allem auch einen starken Wissensbezug. Denn in den Fragen und Antworten sind viele Details aus dem Stadtleben enthalten, die zum Großteil einer näheren Betrachtung würdig wären.

Ein Spiel, das unbedingt in jede Innsbrucker Familie mit Kindern gehört. Aber es ist eh bald Weihnachten.

Innsbruck-Spiel „Vom Goldenen Dachl zum Hafelekar“. Erhältlich in der Wagner’schen Buchhandlung in der Museumsstraße oder online. Projektleitung und Redaktion: Gerlinde Tamerl. Preis: 45 Euro. 

Innsbruck-Spiel

Das Innsbruck-Spiel des Wagner’schen Verlages. © W. Kräutler

Auflösung der Rätselfragen