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Operation Greenup: Die Errettung Innsbrucks

Es ist eine Geschichte von Todesmut und Freiheitsliebe, von riskantem Draufgängertum und  bewundernswerter Zivilcourage. Zwei jüdische Emigranten und ein Tiroler Wehrmachtsdeserteur springen in der Nacht des 26. Februar 1945 mit Fallschirmen auf den Sulztaler Ferner ab. Ihre Mission: Sie sollen der US-Armee Informationen aus der Alpenfestung der Nazis liefern. Die Gestapo ist ihnen auf der Spur, foltert und tötet, um sie zu fassen. Zwei Monate lang entwickelt sich ein Drama, das mit Hilfe vieler mutiger Frauen in einem Happy-End mündet: In der kampflosen Befreiung Innsbrucks vom Nazi-Terror. 

Ein historisches Denkmal für heroischen Mut

Operation Greenup [1]

Peter Pirker

Jahrzehntelang war die Geschichte dieser heroischen Operation in Tirol kaum bekannt. Vielleicht wollte man hierzulande auch gar nicht so genau wissen, was zwischen dem 28. Februar und dem 5. Mai 1945 in Oberperfuss und Innsbruck passierte. Nun ist eine längst fällige Dokumentation dieser Ereignisse im Tyrolia-Verlag erschienen. Der Historiker Peter Pirker lüftet darin den historischen Vorhang vor jenen Heldinnen und Helden, die unter Einsatz ihres Lebens für die Befreiung Innsbrucks und Tirols gekämpft haben. Mit seiner akribisch recherchierten, exzellenten Dokumentation „Codename Brooklyn. Jüdische Agenten in Feindesland“ [2] setzt er dieser Widerstandsgruppe gegen die NS-Schreckensherrschaft in Oberperfuss und Innsbruck ein bleibendes dokumentarisches Denkmal.

„Killing Nazis“

Haben Sie, atemberaubende Leserin, kluger Leser des Innsbruck-Blogs schon einmal von der „Operation Greenup“ gehört? Oder vom „Codenamen Brooklyn“? Wenn nicht, kein Problem. Sollten Sie jedoch den Hollywood-Blockbuster ‚Inglorious Bastards‘ von Quentin Tarantino kennen, wissen Sie schon allerhand über diese amerikanische Operation hinter feindlichen Linien. 

Im Film verarbeitet Tarantino reale Begebenheiten, wie sie sich im Frühjahr 1945 in Oberperfuss und Innsbruck zugetragen hatten. Sogar der ‚Running Gag‘ des Films entstamm der Realität. „To kill Nazis“ war das erklärte Ziel des Kommandanten der „Real Inglorious Bastards“, Fred Mayer. Ein Ziel, das dieser schlussendlich in der Realität nicht wahr gemacht hatte. Mayer ließ seinen SS-Folterknecht, der ihn tagelang folterte und beinahe tötete, ungeschoren. Dazu weiter unten.

Die Operation Greenup

Die US-Armee entschloss sich erst gegen Kriegsende, Agentengruppen hinter feindlichen Linien zu platzieren. Der CIA-Vorläufer, das „Office for Strategic Services“ OSS, stellte Stoßtrupps zusammen um wichtige militärische Erkenntnisse zu gewinnen. Drei Männer sollten in der Gegend von Innsbruck die Waffenlieferungen der Nazi-Armee über den Brenner nach Italien auskundschaften, Belege über die von Hitler beschworene ‚Alpenfestung‘ sammeln und die Erkenntnisse an einen US-Stützpunkt in Norditalien funken. Es war der Beginn einer Aktion, die in die Annalen der US-Army als ‘erfolgreichste Aktion hinter feindlichen Linien’ eingegangen ist.

Operation Greenup [3]

Die Helden der Operation Greenup nach dem Drama der letzten Kriegstage vor der Kulisse der Nordkette in Oberperfuss. Stehend links: Franz Weber, rechts Fred Mayer. Vorne: Hans Wijnberg. Bild:National Archives and Records Administration (NARA)/Tyrolia-Verlag

Zwei der drei von der US-Armee geschulten Mitglieder der ‚Operation Greenup‘ waren jüdische Flüchtlinge, die dem Nazi-Terror in die USA entkommen waren: Fred Mayer und Hans Wijnberg. Der dritte Mann war ein österreichischer Leutnant, der die Gräueltaten der Wehrmacht und der SS nicht mehr ertrug: Franz Weber aus Oberperfuss. Er war überzeugt, dass das Dritte Reich zu einem “KZ-Europa” führte und hatte die Nase voll. Weber desertierte 1944 in Italien zu den Amerikanern. Einige Monate später meldete er sich freiwillig zur Operation Greenup, weil er “einen Beitrag zur Befreiung Österreichs leisten wollte”, wie er später sagte. 

Absprung auf den Sulztaler Ferner

Die “Operation Greenup” begann im Schneechaos. Es gehört einige Überwindung dazu, bei Schneetreiben über dem Sulztaler Ferner in den Ötztaler Alpen aus einem US-Bomber zu springen. Fred Mayer, Hans Wijnberg und Franz Weber landeten in der Winternacht des 26. Februars 1945 denn auch noch in mannshohem Schnee. Sie kämpften sich zuerst zur Amberger Hütte, zwei Tage später nach Gries im Sulztal durch. Auf der Hütte versteckten sie noch schnell die beiden Army-Uniformen von Mayer und Wijnberg. Sie sollten sie nach der Kapitulation Hitler-Deutschlands noch benötigen. 

Weber – er trug seine alte Wehrmachtsuniform als Tarnung – lieh sich in Gries kurzerhand einen Schlitten mit dem die drei ihr Gepäck, vor allem aber das Funkgerät, nach Längenfeld transportierten. Mit dem Bus ging es nach Ötztal-Bahnhof und mit dem Zug weiter bis Inzing [4]. Von hier aus schlichen sie sich zu Fuß nach Oberperfuss [5], dem Heimatort Franz Webers. Dort wusste man, dass er desertiert war. Seine Enttarnung hätte folglich den sicheren Tod bedeutet. Aber an diesem Tag beginnt in Oberperfuss eine Geschichte, die von unglaublichem individuellen Mut, vom Widerstand nahezu eines ganzen Dorfes, von mutigen Frauen und vom Glauben zeugt, mit der Operation Greenup das Ende des grauenhaften Nazi-Regimes beschleunigen zu können.

Die Funkantenne war als Wäscheleine getarnt

Franz Weber wusste, an wen er sich in seinem Heimatdorf gefahrlos wenden konnte. Hans Wijnberg wurde eine Dachkammer in einem Bauernhof zugewiesen und er richtete sein Funkgerät ein. Der einstige Bürgermeister Alois Abenthung spannte gemeinsam mit dem Besitzer des Hofes, Alois Schatz, das Kabel über den Hof. Ganz so wie eine Wäscheleine. Das war selbst für den Funker, Hans Wijnberg, starker Tobak: „Ein heller Wahnsinn“, bemerkte er nach dem Krieg.

Fred Mayer war dazu ausersehen, als Kundschafter vor allem den Zugverkehr über den Brenner auszuspähen. Auch das Flugzeugwerk in den Felskavernen von Kematen [8] war eines seiner Ziele. Und Und natürlich den Fortgang der Arbeiten an der mysteriösen ‚Alpenfestung‘.

Franz Weber als Ortskundiger sicherte die beiden mit seinen speziellen Kenntnissen ab. Vor allem aber überzeugte er seine Schwestern, die Operation aktiv zu unterstützen. Ihnen kam denn auch eine der wichtigsten Funktionen zu: Sie überbrachten Meldungen von Fred Mayer aus Innsbruck [9], die dann von Hans Wijnberg per Funk an seine Verbindungsstation in Oberitalien weitergegeben wurden.

Oberperfuss und Operation Greenup: ein Dorf hält dicht

Ich habe mich gefragt, wie es Franz Weber möglich war, als Deserteur gemeinsam mit zwei weiteren Männern nach Oberperfuss zurück zu kehren ohne von der Gestapo verhaftet zu werden. Hatte da ein ganzes Dorf ‚dicht gehalten’? Genau das arbeitet Peter Pirker, der Autor der Dokumentation, detailreich und spannend heraus. Ja, Oberperfuss als Operationsbasis war wohl eine ideale Wahl.

Die Liebesbeziehung von Franz Weber mit Anni Niederkircher, der Tochter der Besitzerin des Hotels Krone, [10] war sicher ein entscheidender Faktor für den Erfolg der Operation. Denn seine künftige Schwiegermutter Anna Niederkircher brachte ihn im Hotel unter und hielt sofort ihre schützende Hand über die drei Spione. Und die Einwohner von Oberperfuss? Die hielten absolut dicht. Rund 60 Menschen wussten davon, dass in ihrem Dorf etwas ‚Regimefeindliches’ vorging. Ihr Hass auf die NSDAP und Hitler war aber so groß, dass selbst die Gestapo nichts von der Operation erfuhr.

Kein Hitlerbild. Wenn doch, dann thront ein Uhu über ihm.

Anna Niederkircher, die legendäre Wirtin des Hotels Krone war Kern des Oberperfer Widerstandes gegen Hitler. Sie hatte kein einziges Hitlerbild in ihrem Haus hängen obwohl man ihr das nachdrücklich ans Herz gelegt hatte. Auch der Pfarrer war ein erklärter Nazi-Gegner. Als er erfuhr, dass 1938 im Dorf 100 Prozent für den Anschluss gestimmt hätten rief er: ‚Ihr Lügner‘. Und die Postbeamtin hatte über dem Hitler-Bild im Postamt einen Uhu hängen, ‚weil der doch am besten dorthin passe‘. Unter diesem sozialen Druck hielt sogar der von den Nazis installierte Bürgermeister dicht. Es ist bemerkenswert, dass es in den zwei Monaten, in denen Oberperfuss zum Zentrum der ‚Operation Greenup’ wurde, zu keiner einzigen Denunziation gekommen war.

Oberperfuss, Greenup [11]

Oberperfuss war Schauplatz der erfolgreichsten US-Operation ‘hinter feindlichen Linien’ während des Zweiten Weltkrieges. Bild: W. Kräutler

Fred Mayer hielt es nicht lange in seinem Versteck. Er saß schon bald am Stammtisch in der Oberperfer Krone, sprach er doch perfekt Deutsch. Allerdings mit einem Breisgauer Einschlag. Er erkundigte sich gleich einmal über die Messerschmidt-Werke in Kematen, die Komponenten für den ersten Düsenjäger des Dritten Reiches herstellten. Franz Weber vermittelte den Kontakt zu einem Vorarbeiter aus dem geheimen Werk. Worauf Mayer beschloss, sich irgendwann in die Werke einzuschleusen um genaue Informationen selbst zu recherchieren.

Eine Wehrmachtsuniform für den amerikanischen Spion

Indesssen klärte Franz Weber seine Schwestern über die Mission auf. Margarethe war im Rektorat der Uni beschäftigt, während Luise in der Innsbrucker Klinik arbeitete. Sie hatte Zugriff auf Wehrmachtsuniformen und Urlaubsscheine. Das spielte Fred Mayer ideal in die Karten. Während Mayers erste ‚Gastgeberin‘ Maria Hörtnagl am ‚Thoma-Hof‘ Mayer eine Uniform schneiderte (Mayer: „the hell of a good girl“), stellte Luise Urlaubsscheine für Mayer aus. Die besten Voraussetzungen, in Innsbruck mehr oder weniger offen auftreten zu können. Unterschlupf fand er erst einmal bei Webers Schwester Margarethe. Unglaublich!

Dass sich Mayer mit seinem gefälschten Urlaubsschein sogar im Offizierskasino registrieren ließ, scheint absurd. Fred Mayer wurde dort nicht nur ein Zimmer und ein ‚Offiziersbursche‘ zugeteilt. Er entlockte seinen ‚Offizierskollegen’ auch, wo sich Adolf Hitler im Führerhauptquartier in Berlin aufhielt. „First house in Southwest end is Adolf“, ließ er Wijnberg nach Oberitalien funken. Mayers Erkenntnisse wurden wie immer von einer der Schwestern Franz Webers nach Oberperfuss gebracht. Zu Fuß, versteht sich. Ohne diese Botentätigkeit wäre ein Erfolg der Operation Greenup kaum möglich gewesen. 

Stoff für Tarantino

Mayers unglaublicher Mut, sich in das Casino einzuschleusen, musste selbst für Tarantino starker Tobak gewesen sein. Ein Mut, den er in seinem Film – wenngleich in anderer Umgebung – verarbeitete. Wer erinnert sich nicht an jene Kneipenszene, in der die ‚Inglorious Basterds‘ mit SS-Schergen saufen? Und der Deserteur, gespielt von Michael Fassbender, drei Bier auf englisch-amerikanische und nicht auf deutsche Art mit den Fingern bestellt? Im Gegensatz zum Film bleibt Mayer als ‚deutscher Offizier‘ unbehelligt. Erst später sollte er nur knapp dem Tod entrinnen.

Mayers erste Glanztat: Er erfuhr von einem Eisenbahner die genauen Abfahrtszeiten der Panzer- und Munitionstransporte von Innsbruck nach Oberitalien. Seine Erkenntnisse setzte die US-amerikanische Luftwaffe in zielgenaue Bombardierungen um. Am 2. April 45 zerstörten Luftschläge 26 Züge die Munition, Traktoren, Gewehre und Benzin geladen hatten. Die Vernichtung von Brücken und Bahntrassen führte zu einer längeren Unterbrechung der Brennerstrecke.

Robert Moser wird zu Tode gefoltert

Bei seinem Vorhaben, sich ins hochgeheime Werk für Flugzeugteile in Kematen einzuschleusen, half ihm der Radiohändler Robert Moser, ein Mitglied des Tiroler Widerstandes. Er stellte Mayer in seiner Radio-Werkstatt als französischen Fremdarbeiter „Frederik Mayer“ an. Und stattete ihn mit offiziellen Papiere aus, mit denen Mayer ins Flugzeugwerk gelangte. Das muss man sich einmal vorstellen. Jetzt sollte aber die dunkle Seite der Operation Greenup beginnen.

Moser war am 18. April 1945 in das Blickfeld der Innsbrucker Gestapo geraten. Die Vermutung des Gestapo-Beamten Walter Güttner: Moser beschäftige einen hochrangigen, getarnten amerikanischen Spion. Der Radiohändler wurde verhaftet und von Güttner im Zuge der sogenannten Ermittlungen zu Tode gefoltert. Worauf Mayer am 20. April verhaftet wurde. Nun begann eine Tortur, die Mayer später irgendwie herunterspielte. Fakt ist, dass ihn der Nazi-Mörder Güttner in Keller der Gestapo-Zentrale in der Herrengasse 1 auf brutalste Art und Weise folterte. Aber Mayer gab nichts preis, weder Namen und Aufenthaltsort seiner Operationsgruppe noch nannte er Angehörige des Widerstandes in Innsbruck. Ein Gestapo-Spion in den Reihen des Widerstandes verriet Oberperfuss als Stützpunkt der Operation. Eine Gestapo-Razzia blieb jedoch ohne jeden Erfolg, die Menschen hielten dicht.

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Eine schlichte Bronzetafel in der Innsbrucker Herrengasse erinnert an Robert Moser, der in der Gestapo-Zentrale zu Tode gefoltert worden ist.

Gestapo-Zentrale [13]

Die Gestapo-Zentrale befand sich in der Innsbrucker Herrengasse 1. Hier wurde Fred Mayer beinahe zu Tode gefoltert. Bilder: W. Kräutler

Gauleiter Hofer verhandelt mit Mayer

Der Kriegsverlauf ließ jedoch auch hochrangige Nazischergen über das ‚Danach‘ spekulieren. Da sich Mayer schließlich als Angehöriger der US-Armee zu erkennen gab, wurde er plötzlich interessant für Gauleiter Hofer, der am Lachhof in Aldrans [14] residierte. Der Nazi der ersten Stunde wollte nun das Kriegsende überleben. Er lässt Mayer zu sich bringen und beginnt mit Verhandlungen. Mayer hatte eine wichtige Bedingung: Er würde ihn als normalen Kriegsgefangenen behandeln, wenn Hofer in seiner Radioansprache am 2. Mai 1945 Innsbruck zu einer offenen Stadt erkläre. Und jeden Widerstand gegen anrückende Einheiten der US-Armee untersage. Ein Deal, der dem Nazi-Verbrecher das Leben rettete. 

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Tag der Befreiung in Innsbrucks Maria Theresienstraße. Bild:National Archives and Records Administration (NARA)/Tyrolia-Verlag

Am 2. Mai ließ sich Mayer dann in einer Nazi-Karosse des Gauleiters, begleitet von deutschen Soldaten, nach Oberperfuss bringen. Er ließ Wijnberg verständigen, wusch sich und streifte sich die amerikanischen Uniformen über, die Franz Weber bereits aus der Amberger Hütte holte, wo sie von den Männern nach deren Fallschirmabsprung versteckt worden waren. Am selben Tag sorgte Weber auch dafür, dass in Oberperfuss die weißen Fahnen gehisst wurden.

Am 3. Mai fuhr Mayer mit einem Chauffeur nach Zirl [16] und traf um 14:00 Uhr die ersten US-amerikanischen Militärs. Die nicht schlecht staunten, als ein junger Mann mit ramponiertem Gesicht aber in amerikanischer Uniform aus dem Auto sprang und sich als „Sgt. Fred Mayer, OSS“ vorstellte.

“Heil den Amerikanern”

Die „Cactus-Division“ konnte daraufhin Innsbruck einnehmen, ohne einen Schuss abzugeben. Ein Waffenstillstand trat um 17:10 in Kraft. „The Cactus men could hardly believe their eyes. It was like the liberation of Paris“, hieß es in einer Darstellung der US-Armee. Soldaten der Wehrmacht trugen noch ihre Waffen, hatten aber „Free-Austria“-Armbänder umgebunden und riefen „Heil den Amerikanern“.

Als Fred Mayer nach Innsbruck zurückkehrte, suchte er seinen Gestapo-Peiniger Walter Güttner. Der flehte ihn an, seine Familie zu schützen. Darauf Mayer: “Was glauben Sie denn, wer wir sind? Nazis?” Der Held der Befreiung von Innsbruck verzichtete auf jede Racheaktion.

Nachbetrachtung

Fred Mayer wurde von der amerikanischen Regierung mit dem ‘Purple-Heart’ für besondere Tapferkeit ausgezeichnet. Tirol hat sich 2010 spät aber doch durchgerungen, ihm den Adler-Orden zu verleihen. Alle anderen Beteiligten wurden quasi ‘vergessen’. Es wäre meines Erachtens hoch an der Zeit, seitens der Stadt Innsbruck tätig zu werden. Dass sich 2020 die Operation Greenup zum 75. Mal jährt, wäre doch eine gute Gelegenheit.

Franz Weber hat lange über diese nahezu unglaubliche Operation geschwiegen. Und gab erst im Jahre 1988 ein ausführliches Interview. Es war die Zeit nach dem Waldheim-Skandal, als auch in Österreich begonnen wurde, die unrühmliche Zeit der Nazi-Diktatur aufzuarbeiten. Webers Aussage drückt das Gefühl vieler Mitglieder der österreichischen Widerstandsbewegung gegen den Nazi-Terror aus: “Ich hätte mich nicht überall etwas zu sagen getraut. Ich hätte nicht überall sagen mögen, ich habe das und das getan.“ 

Das Titelbild dieses Blogposts zeigt Hans Wijnberg, Maria Hörnagl, Fred Mayer, vorne Anni Niederkircher und Franz Weber. Foto: National Archives and Records Administration (NARA) / Tyrolia-Verlag.

HIER findet ihr das ORF-Interview mit Franz Weber. [17]

[18]Peter Pirker: Codename Brooklyn. [2]

Jüdische Agenten im Feindesland. Die Operation Greenup 1945.
Mit einem Fotoessay von Markus Jenewein.
368 Seiten, 122 sw Abb. und 16 sw Karten,
Zweifarbdruck. 25 cm x 21 cm. 29,95 Euro.

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