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Kreatives Schreiben 2 – weitere fünf Schreibübungen

Wenn du gerne schreibst – oder gerne schreiben würdest, ist jetzt eine gute Zeit dafür. Schreiben kanalisiert deine Gedanken, fördert deine Kreativität, hilft gegen Langeweile oder gar Trübsinn. Mit den richtigen Schreibübungen macht es total Spaß! Fünf Anregungen, die ich letzthin auf Innsbruck Blog verraten [1] habe, folgen nun weitere fünf kreative Schreibübungen aus meiner Schreibwerkstatt: wieder drei kurze Übungen (Häppchen) und zwei längere (Happen).

Wer gerne und viel schreibt, hat meist auch eine ganze Reihe von Notizheften und -büchern.

Aus der Schreibwerkstatt

Die Coronakrise zwingt uns dazu, unsere sozialen Kontakte einzuschränken. Soll einem nicht die Decke auf den Kopf fallen, will die Zeit sinnvoll genutzt werden. Bei den folgenden kreativen Schreibübungen geht es nicht darum, ein perfektes Ergebnis zu erzielen, sondern Freude am eigenen Tun zu entwickeln. Sich auf das einzulassen, was in uns allen steckt: Kreativität.

Kreative Schreibübungen

Das Tolle: Wir brauchen dafür nicht viel. Notizheft, Block oder Papier sowie Stifte hat man eigentlich eh im Haus.
Die folgenden fünf kreativen Schreibübungen sollen dich inspirieren. Wie immer gilt, probier einfach aus, welche der Übungen dich am meisten motiviert, dir am meisten Spaß macht.

Häppchen 1 – ABC-Spiel

Bilde einen möglichst sinnvollen Satz aus dem Alphabet. Beispiel: Achtung, brüllte Clemens, der einen …

Für die Schreibübungen braucht es Stift und Papier – schon kannst du loslegen.

Häppchen 2 – Buchstabenspiel

Bilde Sätze aus Wörtern mit demselben Anfangsbuchstaben. Nimm dafür einen x-beliebigen Buchstaben aus dem Alphabet. Wenn ihr zu zweit oder mehrere seid, geht’s natürlich noch spannender. Einer sagt im Geiste das Alphabet auf, der andere irgendwann stopp. Der Buchstabe, an dem der Alphabetaufsager sttehen geblieben ist, gilt nun für diese Runde. Mal schauen, wer die schrägsten und längsten Sätze formuliert. Beispiele: Martha malt megamäßige Muster. Rudi radelt resch Richtung Rimini. Karl kontert kriminellen Kerlen.

Kleine Fingerübung für Sprachartisten, die fordert: das ABC-Spiel.

Häppchen 3 – Mini-Geschichte

Eine Variation der Mini-Geschichte von meinem ersten Blogbeitrag zum Thema kreative Schreibübungen ist folgende. Sammle Wörter, die dir in Geschichten, Gesprächen, in Zeitschriften oder Zeitungen besonders auffallen, die dir gefallen und notiere sie auf kleinen Zetteln. Falte diese zusammen und gib sie in eine Box oder ein Glas. Zieh wahllos drei Zettel heraus und entwickle aus diesen eine Geschichte (du kannst auch vier oder mehr Wörter ziehen – je mehr, desto schwieriger wird die Aufgabe). Die Sammlung lässt sich kontinuierlich erweitern und dein Schatz der besonderen Wörter wird immer größer!

Damit du gleich beginnen kannst, hier drei Wörter aus meinem Wortschatzglas:
kunterbunt – knistern – Getöse
… Und los geht’s!

In meinem Wortschatzglas sammle ich Wörter, die mir gefallen, besonders auffallen – schöne Wörter.

Happen 1 – Nahaufnahme

Wähle einen Platz in deiner Wohnung und beschreibe diesen möglichst genau. Achte auf das Gesamtbild, aber auch auf die Details – und notiere sie. Dann bring deine Beobachtungen so in Form, dass jemand, der den Ort nicht sieht, eine möglichst klare Vorstellung davon bekommt.

Beispiel: Mein Arbeitsplatz erzählt … Wo steht er? Wie sieht er aus? Der Tisch? Der Stuhl? Woher kommt das Licht? Was liegt und steht herum? Was verwendest du häufig? Welche Dinge setzen Staub an? …

Happen 2 – Das Lächeln der Mona Lisa

Es ist das wohl berühmteste Bild der Kunstgeschichte: die Mona Lisa von Leonardo da Vinci [2]. Ihr Lächeln beschäftigt und fasziniert Betrachter und Wissenschaftler seit Jahrhunderten. Such eine Abbildung im Internet, schau dir das Gemälde genau an. Warum, glaubst du, lächelt Mona Lisa? – Überleg ein bisschen und dann notiere deine Antwort.

Und jetzt bist du dran: Erfinde eine Geschichte rund um die Wörter kunterbunt, Getöse und knistern.

Ein Bild, das sich ebenfalls hervorragend für diese Übung eignet, ist „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“ von Jan Vermeer [3]. Woran denkt das Mädchen gerade? Und wer es lieber etwas gruseliger mag: Wie wäre es mit „Der Schrei“ von Edward Munch [4]? Warum schreit die Person?

Sodala. Es gibt keine Ausreden mehr! Übung aussuchen, Stift in die Hand nehmen und loslegen! Viel Spaß!

[5]