Skifahren macht einfach viel mehr Spaß, wenn es Comicfiguren, Märchenwald, Zauberteppiche und Schussfahrten durch Torbögen gibt. Wer Innsbruck und seine Regionen mit kleinen Kindern auf Skiern erkunden möchte, hat eine zauberhafte Auswahl.

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Der eigene Nachwuchs ist ja aus dem Alter raus, ein Kinderland in einem Skigebiet rund um Innsbruck zu besuchen. Wir sind jetzt gerade in der Phase, wo das nicht mehr Kind und auch noch nicht Teenager ausschließlich neben der Skipiste fährt. Das nennt sich (noch) nicht Freeriden, sprich Skifahren im freien Gelände, es nennt sich irgendwie „hügelige Waldabfahrten“ am nicht präparierten Pistenrand befahren.

Natürlich sind herkömmliche Ski dafür unbrauchbar. Es müssen Freeride-Ski sein, die den Skispitzen und -enden aufgebogen sind. Verzweifelte Einwände skibegeisterter Eltern, wie „Fahr doch mal die normale Piste herunter, sonst verlernst du ja das Skifahren völlig“, werden dann von vorbeifahrenden, natürlich Tiroler Skiexperten auf Zuruf konterkariert, indem behauptet wird: „Je mehr das Kind über Stock und Stein und Wellen fährt, umso sicherer steht es am Ski“. Na ja, ist ja nicht ganz unrichtig. Aber gut, das ist eine andere Geschichte.

Der Blogger-Nachwuchs erlernte das Skifahren im Kühtai

Also früher, als der mittlerweile elfjährige Nachwuchs noch nicht die Pistenränder unsicher machte, suchten wir gerne und mit großer Begeisterung die Kinderländer der rund um Innsbruck liegenden Skigebiete auf. Erlernt hat unser Kleiner das Skifahren übrigens im Kühtai beim Babylift vis-a-vis vom Gaiskogellift. Überhaupt bietet das Kühtai nicht nur den Kleinsten auf dem flachen Übungsgelände beim Babylift Spass. Es gibt nämlich die Kühtai-Ralley. Quer durch das Skigebiet können die Kids die Kuh Resi über 12 Stationen und 10 Kilometer und mit dem Lösen von Aufgaben und Rätseln verfolgen.

Kinderland Kühtai

Kinderland Kühtai

Heimvorteil: Kinderland Patscherkofel und Kinderland Rinn

Die Kinderländer, die wir selbst am öftesten besucht haben – wie kann es anders sein, wenn man in Mitte des Geschehens am Fuße des Innsbrucker Hausberges wohnt – sind die Kinderländer Patscherkofel und Rinn. Beide bequem erreichbar mit Auto oder Bus ab Innsbruck und mit Bushaltestellen direkt bei den Kinderländern. Das erstere Kinderland findet ihr bei der Talstation der Patscherkofelbahn beim Olex-Sessellift an der Römerstraße im südlichen Feriendorf Igls. Das Kinderland Rinn liegt direkt an der Landesstraße am Ortseingang des ebenfalls südlichen Feriendorfes Rinn.

Kinderland Rinn im südlichen Feriendord direkt am Ortseingang gelegen

Kinderland Rinn im südlichen Feriendord direkt am Ortseingang gelegen

Olympische Haltung ist in der Olympiaregion Innsbruck ein Muss

Das eigene Kind zeigte übrigens bei seinen ersten Schwüngen im Kinderland am Innsbrucker Traditionsberg nahezu eine ähnliche Begeisterung wie Abfahrtssieger Franz Klammer, der bei den Olympischen Winterspielen 1976 am Patscherkofel Gold holte. Schon auf dem Zauberteppich nahm das Kind aufwärts die richtige aerodynamische Haltung ein, die da geht: Stöcke unter die Arme klemmen und tief in die Hocke und in ebendiesem Stil geschmeidig abwärts fahren zwischen Comicfiguren, Märchen-Stangen und Tor-Bögen in Tiergestalten.

Kinderland Patscherkofel direkt an der Talstation bei der Römerstraße in Innsbruck-Igls

Kinderland Patscherkofel direkt an der Talstation bei der Römerstraße in Innsbruck-Igls

Kaum des Skifahrens im Kinderland mächtig nehmen die Kids ja gerne Schlepplifte in Angriff. Mit Mama und Papa zu dritt an einem Bügel hängend oder noch herausfordernder – ein Elternteil alleine und das Kind zwischen den Beinen im Schlepptau – ist ja zumindest für das Kind bequem. Eltern, die ihre Kinder einige Ski-Winter lang „mitgeschleppt“ haben, wissen, wovon ich rede. Stressfrei ist das nicht unbedingt. Ich persönlich mag ja daher auch ganz gerne diese Kinderländer mit diesen Tellerliften, die selbst von den Kleinsten alleine bedien- und befahrbar sind.

Kasererlift Igls: In Innsbrucks südlichen Feriendörfern fahren alle Kinder Ski

Wer als Gast oder Einheimischer in der Tourismusregion Innsbruck urlaubt oder wohnt, der muss zumindest mit seinen Kids einmal das Ur-Kinderland besucht haben. Das Traditions-Kinderland beim Kasererlift in Igls weist eine ähnliche Besonderheit wie das Kinderland Rinn auf. Es liegt ebenfalls nicht irgendwie oben am Berg sondern mitten im Ort und zwar zentral in Igls bei der Talstation der Patscherkofel-Gondelbahn. Eine weitere Besonderheit ist: Es gibt wohl kaum ein Kindergarten- oder Volksschulkind aus Innsbrucks südlichen Feriendörfern Igls-Vill, Patsch, Ellbögen und Lans, Aldrans, Sistrans, Ampass und Rinn, das nicht in diesen beiden Kinderländern an einem Kinder-Skirennen oder Kinder-Skikurs teilgenommen hat.

Der Kasererlift: das Ur-Kinderland in Innsbruck-Igls

Der Kasererlift: das Ur-Kinderland in Innsbruck-Igls

Die höchste Kinderskiwelt wird auf der Innsbrucker Nordkette erobert

Für ein weiteres vor der Haustüre gelegenes Kinderland ab Innsbruck benötigt man weder Auto, ja nicht einmal den Bus. Einfach beim Congress Innsbruck mit Kind und Ski in die Hungerburgbahn einsteigen und schon ist man in wenigen Minuten auf der Hungerburg. Von dort geht es weiter mit der Nordkettenbahn auf die Seegrube, wo auf die Kids mit knapp 2.000 Meter Seehöhe eines der höchstgelegenen Kinderländer, nämlich die Kids Arena auf der Seegrube mit Zauberteppich, Schneehügel und Übungspisten inklusive Kinderbetreuung wartet.

Nordkette

Kidsarena Seegrube-Nordkette

Erfahrene Kinderländerer lassen die Stöcke zuhause

Direkt ab Innsbruck mit dem Auto oder mit dem Skibus geht es ebenfalls voll bepackt mit Skiern und ganz wichtig mit Skihelmen! nach Mutters. Erfahrene „Kinderländerer“ lassen die Stöcke übrigens gleich daheim. Die sind beim Kurven durch Skibögen, Mini-Slalomstangen und auf den Zauberteppichen bloß hinderlich. Fährt man mit dem Auto nach Mutters, kann man direkt bei der Talstation der Muttereralmbahn parken. Wer die Fahrt mit der Straßenbahn in Angriff nimmt, kann zwar in der Nähe der Talstation aussteigen, sei aber gewarnt. Der Anstieg zur Bahn ist beträchtlich und endet meist damit, dass das begleitende Elternteil beim Ankommen bei der Bahn schon fix und fertig ist vom Tragen der eigenen Skiausrüstung und der des Nachwuchses.

Kinderland Mutteralmpark macht Quengelei vergessen

Auf jeden Fall entschädigt das Kinderland auf der Muttereralm für jede Anstrengung und Quengelei. Denn bei der Bergstation der Mutteralmbahn befindet sich nicht nur das riesige Kinderland mit allem Pi-Pa-Po, sondern auch das Erlebnisrestaurant Muttereralm. Winters und Sommers persönlich schon oft getestet, herrscht hier immer Freundlichkeit, besonders Kindern gegenüber. Vorsicht aber beim Bestellen: das Essen hat sehr gute Qualität, bloß sind die Portionen für Normalesser meist zu viel und zu groß. Also lieber eine Portion für zwei bestellen oder nachbestellen.

Kinderland im Skigebiet Muttereralmpark

Kinderland im Skigebiet Muttereralmpark

Das Rangger Köpfl muss unbedingt mit auf die Liste

Stellt man sich in Innsbruck und seinen Ferienregionen die Frage: „Kinderland, Kinderland, welche ist das Schönste im Land?“, muss das Rangger Köpfl mit auf die Liste. Generationen von Kindern aus den Feriendörfern Zirl, Unterperfuss, Kematen, Völs haben im Familien-Skigebiet in Oberperfuss das Skifahren erlernt. Würde man unter besuchenden Eltern des Kinderlandes Rangger Köpfl eine Umfrage starten, würde garantiert herauskommen, dass Eltern selbst schon als Kinder am Rangger Köpfl ihre ersten Schwünge zogen. Mit dem Unterschied, dass die jüngste Generation bei der Auffahrt in das bei der Mittelstation gelegene Kinderland in den Genuss der komfortablen Gondelbahn kommt.

Das Kinderland am Rangger Köpfl liegt bei der Bergstation in Stieglreith

Das Kinderland am Rangger Köpfl liegt bei der Bergstation in Stieglreith

Man selbst fuhr noch im Schneckentempo im 2er-Sessellift bei Wind, Kälte und Schneefall hoch. Familien mit Kids haben die neue Gondelbahn heiß ersehnt und mit Begeisterung aufgenommen. Weil damit steht der bequemen Erreichbarkeit des Kinderlandes in Stieglreith nichts mehr im Weg, außer der möglichen fehlenden Motivation der Kids auf einen Skitag im Freien. Last but not least, kommen wir zu den wunderbaren Kinderländern in Gries im Sellrain und in Obsteig. Beide entzücken mit ihrer Lage und ihrer alleinigen und einzigen Ausrichtung: nämlich Spass für die Kids im Schnee zu garantieren.

Elternkriterium: Von der Grünberg-Alm den Grünberglift beobachten

Das Kinderland Grünberg in Obsteig – zählt zu der Region Tirol Mitte auf dem Sonnenplateau Mieming – spielt alle Stückerln. Zugegeben ich selbst war mit dem Nachwuchs leider nie im Winter, nur im Sommer da. Aber auch da gibt der Spielplatz einen Vorgeschmack auf das, was hier im Winter los ist, nämlich vom Kletterfelsen über die Überkopfwippe bis zum Panoramastuhl und Schlepplift-Flug. Für die Eltern eigentlich immer das Wichtigste zu wissen: Direkt vom Gasthaus Grünbergalm kann man die Kinder beobachten.

Panoramakarte Grünberglift in der Ferienregion Tirol Mitte in Obsteig

Panoramakarte Grünberglift in der Ferienregion Tirol Mitte in Obsteig

Im Kinderland Gries kommen die Pistenflöhe in Fahrt und wir Eltern zur Ruhe

Das Kinderland Gries im Sellrain beim Sonnberglift liegt ebenfalls mit 25 Minuten nur unweit von Innsbruck und bietet – ich habe es bereits eingangs erwähnt – einen Tellerlift für Kinder. Wie schon gesagt, für einen stressfreien Skitag mit kleinen Kindern kann so ein Tellerlift den Tag retten bzw. den Abend oder nächsten Morgen retten. Wer über einen längeren Zeitraum mit Schlepplift und Kind zwischen den Beinen hoch fährt, hat nämlich den Bügel nicht auf üblicher Sitzhöhe, sondern in den Kniekehlen. Das geht in die Muskeln. In jedem Fall also kommen die Pistenflöhe hier beim Sonnberglift in Fahrt und wir Eltern auf den Sonnenbänken zur Ruhe.

Wer hat das Rennen um das schönste Kinderland gewonnen?

So, nun ist die Reise durch die Kinderländer der Skiregion Innsbruck und seiner Feriendörfer beendet. Wir kommen also zur Beantwortung der eingangs gestellten Frage: Kinderland, Kinderland – welches ist das Schönste im Land?“ Statistisch völlig unbrauchbar, dafür aber die Expertise des Sohnemanns, dessen SchulfreundInnen und deren Geschwister sowie Nichten und Neffen eingeholt, ergibt sich folgende Wertung: 1. Patscherkofel, 2. Rangger Köpfl und 3. Mutteralm. Auf den undankbaren hinteren Plätzen folgen Rinn, Seegrube, Gries und Obsteig.

Das Jury-Urteil ist fadenscheinig und ungerecht

Und jetzt zu den fadenscheinigen und ungerechten Begründungen: Das Patscherkofel Kinderland ist auf Platz Eins gerutscht, weil wir dieses Kinderland am öftesten besucht haben. Es ist sozusagen unser Haus-und-Hof-Kinderland. Das Kinderland Rangger Köpfl landete aus sentimentalen Gründen auf Platz Zwei. Das Kinderland Muttereralm landete auf Platz Drei, weil es sich dort im Bergrestaurant Muttereralm so herrlich schlemmen lässt. Bei den Kinderländern Rinn, Seegrube, Gries und Obsteig gibts aus Kindersicht nichts zu bemängeln. Rinn tut mir fast leid, weil wir ihm das Patscherkofel-Kinderland vorziehen. Gries und Obsteig können auch nix dafür, dass sie auf den hinteren Plätzen rangieren. Da ist die fadenscheinige Begründung. Wer mit Kids in den südlichen Feriendörfern wohnt oder urlaubt, hat es zu den erstgereihten einfach näher.

Mein Kinderland-Fazit ist gerecht und weise

Aufmerksame Leser müssten an dieser Stelle „Halt“ rufen und einwenden: „Da war doch noch das Kinderland Seegrube. Ist es nicht das nächstgelegene Kinderland ab Innsbruck? Ja, ja das stimmt schon. Aber sagt das mal mir, der am Fuße des Patscherkofel wohnenden Bloggerin, dass ich die gegenüberliegende Seite des Tales besuchen soll. Das ist wie der Name schon sagt, „gegenüberliegend“ und die „andere Seite“. Muss man das noch näher definieren? Das sind die am Fuße der Nordkette Wohnenden, das ist so wie die Innsbrucker Feriendörfer Zirl und Inzing. „Enterwassler“ nennen die Zirler die Inzinger. Ähm… jetzt bin ich auf der Suche nach irgendeiner fadenscheinigen Begründung irgendwie vom Thema abgekommen. Bevor auseinander dividiert wird, was zusammengehört, nämlich Innsbruck und seine Regionen, hier mein Fazit: Kinderland, Kinderland, ihr seid alle die Schönsten im ganzen Innsbrucker-Land.