Genauso wie Flughäfen haben auch Bahnhöfe für mich etwas Spannendes. Ich mag das bunte Gewusel von Menschen aus aller Herren Länder. Woher sie wohl kommen und wohin sie gehen? Das frage ich mich oft, wenn ich das emsige Treiben beobachte. Und wenn das der Fall ist, dann bin auch ich zumeist drauf und dran zu verreisen. Aufregend!

Ideal auf den Urlaub einstimmen bzw. selbigen fein ausklingen lassen – am Innsbrucker Hauptbahnhof mangelt es dafür an nichts. Foto: Tamara Kainz

Ideal auf den Urlaub einstimmen bzw. selbigen fein ausklingen lassen – am Innsbrucker Hauptbahnhof mangelt es dafür an nichts. Foto: Tamara Kainz

Bahnfahren hat was. In Zeiten zunehmender Blechlawinen auf den Straßen steht die Schiene mehr denn je für ein entspanntes und trotzdem höchst effektives Mittel der Fortbewegung. In Österreich treten die österreichischen Bundesbahnen – kurz ÖBB – als größter Mobilitätsdienstleister auf. 459 Millionen Fahrgäste und 115 Millionen Tonnen Güter bringen sie pro Jahr umweltfreundlich ans Ziel.

Rund 37.000 Menschen passieren den Innsbrucker Hauptbahnhof täglich. Foto: ÖBB

Rund 37.000 Menschen passieren den Innsbrucker Hauptbahnhof täglich. Foto: ÖBB

Gerade nach Hause gekommen ist Petra aus Villach/Kärnten: „Bahnreisen ist auch mit Hunden kein Problem“, berichtet sie, bevor sie sich für den letzten Heimweg nochmal stärkt. Foto: Tamara Kainz

Gerade nach Hause gekommen ist Petra aus Villach/Kärnten: „Bahnreisen ist auch mit Hunden kein Problem“, berichtet sie, bevor sie sich für den letzten Heimweg nochmal stärkt. Foto: Tamara Kainz

Kein Geheimnis: Bahnfahrer reisen entspannter und schonen auch noch die Umwelt. Foto: Tamara Kainz

Kein Geheimnis: Bahnfahrer reisen entspannter und schonen dabei noch die Umwelt. Foto: Tamara Kainz

Tendenz steigend. Denn sowohl im Nah-, als auch im Fernverkehr werden immer mehr Tickets verkauft. In den Zuggarnituren selbst fehlt es an nichts. Erst einmal gemütlich Platz genommen, mag ich es am liebsten, einfach aus dem Fenster zu sehen, die Landschaft vorbeiziehen zu lassen und den Gedanken nachzuhängen. Wohlfühlen soll man sich aber freilich auch vor und nach der Bahnreise. Der Innsbrucker Hauptbahnhof bietet dafür beste Voraussetzungen.

Viele Direktverbindungen

In Innsbruck rollen täglich Züge aus allen vier Himmelsrichtungen heran. Das ist eine kleine Besonderheit. „Oft sind Bahnhöfe lediglich an Nord-Süd oder West-Ost-Achsen angebunden. Von Innsbruck aus gelangt man aber sowohl in deutsche und italienische Metropolen wie auch in die Skigebiete am Arlberg oder bei Kitzbühel. Urlauber nehmen daher gerne die Bahn“, erklärt Hannes Deopito und ergänzt, dass in den Hauptsaisonzeiten zusätzliche Verbindungen angeboten werden und für reibungslose und pünktliche Abläufe sorgen.

Hannes mag die Arbeit am „lebenden Projekt“: „Hier passiert immer etwas, es wird nie langweilig.“ Foto: Tamara Kainz

Hannes mag die Arbeit am „lebenden Projekt“: „Hier passiert immer etwas, es wird nie langweilig.“ Foto: Tamara Kainz

Der 48-Jährige ist seit dreieinhalb Jahren der „Herr des Hauses“. Korrekt formuliert koordiniert er in seiner Funktion als Bahnhofsmanager den dazugehörigen Betrieb. „Der Innsbrucker zählt zu den größten österreichischen Bahnhöfen außerhalb Wiens“, informiert er. Wobei der Ausdruck „groß“ gleich ein wenig relativiert werden sollte, denn verlaufen wirst du dich am Bahnhof der Tiroler Landeshauptstadt eher nicht. Obwohl er im Schnitt 37.000 Menschen pro Tag als Drehscheibe dient.

Mary aus China betreibt „Jiang Sushi“ wo der Hunger neben asiatischem Sushi auch mit Nudeln gestillt werden kann. Foto: Tamara Kainz

Mary aus China betreibt „Jiang Sushi“ wo der Hunger neben asiatischem Sushi auch mit Nudeln gestillt werden kann. Foto: Tamara Kainz

Vor Ort wird alles geboten, was das Reiseherz begehrt. Von der obligatorischen Reiselektüre über den Blumengruß und Souvenirs bis hin zu einer Apotheke und vielfältigen Verpflegungsmöglichkeiten. Die wiederum reichen von herzhaft tirolerisch über asiatisch bis hin zu Fast Food. Klassische Serviceeinrichtungen wie etwa der „Warteraum der Zukunft“ samt Kinderspielecke oder die noch noblere Lounge für 1.-Klasse-Reisende, der neu gestaltete Infopoint und das ÖBB-Reisebüro dürfen freilich ebenso nicht fehlen.

Ideal für kurze Abstecher

Aus gutem Grund ist direkt beim Infopoint nun zudem die Innsbruck Information mit einem Schalter vertreten. Vom sehr zentral gelegenen Bahnhof erreichst du nämlich binnen kürzester Zeit etliche Sehenswürdigkeiten. Zu Fuß oder mit einem der Busse, die regelmäßig am Vorplatz vorbei kommen, bist du rasch in der historischen Altstadt, in den Swarovski Kristallwelten oder sogar auf der beeindruckenden Nordkette.

Mehrwert für Reisende: Die Innsbruck Information nebst dem ÖBB-Infopoint. Christine gibt Tipps zu den umliegenden Sehenswürdigkeiten und bei ihr ist auch gleich die Innsbruck-Card erhältlich. Foto: Tamara Kainz

Mehrwert für Reisende: Die Innsbruck Information nebst dem ÖBB-Infopoint. Christine gibt Tipps zu den umliegenden Sehenswürdigkeiten und bei ihr ist auch gleich die Innsbruck-Card erhältlich. Foto: Tamara Kainz

Zu Fuß oder mit dem Bus bist du im Handumdrehen in der Altstadt oder bei einer der weiteren Sehenswürdigkeiten. Foto: VVT

Zu Fuß oder mit dem Bus bist du im Handumdrehen in der Altstadt oder bei einer der weiteren Sehenswürdigkeiten. Foto: VVT

In einige der Gepäckschließfächer passen auch Skier rein! Foto: Tamara Kainz

In einige der Gepäckschließfächer passen auch Skier rein! Foto: Tamara Kainz

Neben kompetenter Beratung kannst du am Info-Stand auch gleich die Innsbruck-Card erwerben. Also unbedingt etwas Zeit einplanen, solltest du auf der Durchreise sein – Gepäckschließfächer nutzen – oder noch besser: Für ein paar Tage bleiben! Innsbruck ist in jedem Fall einen (längeren) Aufenthalt wert.

Zum Jubiläum zieht Kunst ein

Zwar wurde der Hauptbahnhof nach einem Totalumbau erst 2004 in völlig neuem Glanz eröffnet, investiert wurde und wird aber weiterhin laufend. So präsentiert er sich im heurigen 15. Jubiläumsjahr topmodern. Ein paar Geburtstagsgeschenke an die Kunden dürfen es trotzdem noch sein – die Modernisierungswelle rollt also weiter.

Kunst im Bahnhof: Das großflächige Werk von Max Weiler hängt schon länger, direkt gegenüber wird gerade eine Kunstgalerie geschaffen. Foto: Tamara Kainz

Kunst im Bahnhof: Das großflächige Werk von Max Weiler hängt schon länger, direkt gegenüber wird gerade eine Kunstgalerie geschaffen. Foto: Tamara Kainz

Aktuell ist man gerade dabei, eine LED-Beleuchtung zu installieren. Das gesamte Gebäude wird bald in neuem Licht erstrahlen. Das macht sich dann sicher auch in der neuen Galerie gut, in der gerade Platz für temporäre Kunstausstellungen oder Veranstaltungen geschaffen wird. Von ihr aus hat man übrigens einen schönen Blick auf das überdimensionale Wandbild von Künstler Max Weiler, das den Innsbrucker Bahnhof schon seit Jahrzehnten ziert. Es wurde aufwändig in den heutigen Bau übersiedelt. Das riesige, farbenfrohe Werk gefällt mir besonders gut.

Alles im Auge und alles im Griff haben die Securitys Christof und Gerhard. Foto: Tamara Kainz

Alles im Auge und alles im Griff haben die Securitys Christof und Gerhard. Foto: Tamara Kainz

Bei allen Annehmlichkeiten – die obersten Prämissen lauten „Sauberkeit und Sicherheit“. „Beides ist absolut gegeben“, versichert Hannes und verweist in diesem Zusammenhang unter anderem auf die über 100 Überwachungskameras, die am Hauptbahnhof montiert sind, Securitys und die nahegelegene Polizeiinspektion.

Die ÖBB-Bediensteten stehen für allerlei Fragen zur Verfügung und gehen gerne auch Menschen mit Behinderung helfend zur Hand, obwohl das gesamte Gebäude natürlich barrierefrei ist. Foto: Tamara Kainz

Die ÖBB-Bediensteten stehen für allerlei Fragen zur Verfügung und gehen gerne auch Menschen mit Behinderung helfend zur Hand, obwohl das gesamte Gebäude natürlich barrierefrei ist. Foto: Tamara Kainz

Echte Herausforderungen für den vormaligen Zugbegleiter und sein Team stellen eigentlich nur diverse Großevents dar. Wie etwa die vielen Weltmeisterschaften, die zuletzt in und rund um Innsbruck stattgefunden haben. „Bei uns muss auch dann immer alles funktionieren“, sagt Hannes.

Kaum Beschwerden

Dass es das tut, davon zeugt die Tatsache, dass auf 200.000 Reisende durchschnittlich gerade mal eine Beschwerde kommt. Und weil diese bestimmt nicht von mir stammt, bleibt die Bahn für mich erste Wahl, wenn ich wieder mal meinen Bruder in Wien oder meine Freunde in der Steiermark besuche.

Also dann: Gute Reise! Foto: Tamara Kainz

Also dann: Gute Reise! Foto: Tamara Kainz