Samstag, der 24. März, war der erste schöne Tag seit langem, die Sonne schien und das Thermometer kletterte endlich deutlich über die Null-Grad-Marke. Ein perfekter Tag um auszuschlafen, Skifahren zu gehen oder sich einfach irgendwo entspannt in die Sonne zu setzen. 320 Freiwillige entschieden sich aber dagegen und verbrachten ihren Vormittag damit, das Inn- und Sillufer von Müll zu befreien – eine unglaublich wichtige Aktion, die jährlich im Frühjahr stattfindet und der man ruhig noch mehr Beachtung schenken sollte! Ich bin froh, dass ich dabei sein durfte und freue mich, euch in diesem Blog-Artikel mehr darüber zu berichten.

Worum geht’s?

Jedes Jahr – gewöhnlich am letzten Märzwochenende (außer es verschiebt sich wie heuer aufgrund der Osterfeiertage) – organisiert das Verkehrs- und Umweltmanagement der Stadt Innsbruck gemeinsam mit der Tiroler Wasserwacht die Inn-Ufer-Reinigung. Warum? Weil für die Säuberung der Ufer eigentlich niemand so wirklich zuständig ist und weil es leider viel zu viele Leute gibt, die den Sinn eines Mülleimers noch nicht verstanden haben.

Jedes Jahr werden die unterschiedlichsten Vereine und Organisationen ein paar Wochen zuvor eingeladen – der Aufruf über die sozialen Medien erfolgt kurzfristig. Dieses Jahr kamen 27 Vereine (unter anderem Greenpeace, die Tiroler Bergwacht oder der Verein Wams) sowie zahlreiche freiwillige Privatpersonen der Einladung nach. Die wertvolle Aktion dient dem Umwelt- und Hochwasserschutz und fand bereits zum 29. Mal statt. Mitmachen konnte jeder, der Lust hatte. Außer passender Kleidung, gutem Schuhwerk und Motivation musste man nichts mitbringen. Müllsäcke, Sammelzangen und Handschuhe wurden gestellt und als Dank für die Hilfe wurde nach getaner Arbeit zum gemeinsamen Essen in die Mensa geladen.

Mein Tag

Als der Wecker um 06:00 Uhr klingelte, war ich alles andere als begeistert und bereute meine Entscheidung schon fast wieder. Aber ich überwand die Müdigkeit und mit dem ersten Kaffee kehrte auch meine Motivation wieder zurück. Um 07:30 Uhr fand die Ausgabe der Arbeitsutensilien und die Einteilung der Gruppen am östlichen Teil des Marktplatzes statt. Der Andrang war groß. „Größer als gedacht“, erzählte uns Philipp Aumann vom Verkehrs- und Umweltmanagement: „Es sind doch tatsächlich noch mehr gekommen, als sich angemeldet haben.“

Verteilung der Arbeitsutensilien

Die Arbeitsutensilien werden verteilt und der Andrang ist groß.

Mein Bloggerkollege Arno und ich wurden zusammen mit den Pfadfindern und dem Verein für Tier- und Naturschutz zur Reinigung des nördlichen Inn-Ufers östlich der Universitätsbrücke eingeteilt! Juhu, auf der Sonnenseite!

Pfadfinder reinigt Inn-Ufer

„Jeden Tag eine gute Tat“

Freiwillige sammeln Müll am Inn Ufer

320 Freiwillige füllten rund 1.000 Müllsäcke.

Was wir allerdings fanden, war dann doch weniger zum Jubeln. Unglaublich, was Leute so wegschmeißen. Insgesamt wurden ca 4,5 Tonnen Müll (davon über 3,4 Tonnen Restmüll und mehr als eine Tonne Altmetall) gesammelt. Die Jungs von den Pfadfindern hatten sogar einen kleinen Wettbewerb am Laufen: „Wer findet den kuriosesten Müll“. Leider weiß ich nicht, wer schlussendlich gewonnen hat, aber ich glaube, ein Handy war ganz gut im Rennen. Mich persönlich haben ja eher die zahlreichen aufgeschnittenen Fahrradschlösser und die dazugehörige Zange gewundert. Am häufigsten fanden aber Flaschen und Dosen den Weg in meinen Müllsack.

Verrostete Fahrräder

Insgesamt wurden 1.069 kg Alteisen gesammelt.

Liebe Leute, es macht Spaß, an einem warmen Sommerabend am Inn ein kühles Bier zu genießen, ich weiß! Aber bitte, bitte nehmt euren Müll wieder mit und schmeißt ihn in den nächsten Kübel! Für euch ist das kein Aufwand und die Umwelt dankt es euch!

Sollte der ein oder andere Lust bekommen haben, nächsten März ebenfalls mitzumachen, würde mich das sehr freuen!

Wenn das Inn-Ufer sauber ist, ist es nämlich ein wirklich schöner Platz für ein Picknick und wenn nicht gerade die Ufer-Reinigung stattfindet, ist die Markthalle der perfekte Platz, um regionale Produkte zu erwerben!

sauberes Inn-Ufer

Ohne Müll sieht es gleich viel besser aus!