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Eine Fahrt mit der Christkindlbahn

Was macht Weihnachten für die meisten Menschen so besonders? Ich denke, dass es nicht die Geschenke sind. Sicher, die gehören dazu – keine Frage – aber was wirklich zählt, sind die Menschen, mit denen wir feiern. Traditionen und Bräuche geben dem Fest einen Rahmen und machen es einzigartig. Jede Familie hat ihre eigenen. Und wenn wir selbst eine Familie gründen, geben wir viele Bräuche an unsere Kinder weiter und diese vielleicht wieder an ihre. Ich liebe das Nostalgische an Weihnachten und den Wunsch, es so zu machen wie früher. Aus diesem Grund fand ich auch die Fahrt mit der Christkindlbahn durch Innsbruck so großartig. Im Jahr 1969 fuhr sie erstmals durch die Stadt; heute, 50 Jahre später, versprüht sie so viel Charme und Nostalgie, dass es schon fast kitschig ist. Aber nur fast.

Weihnachten wie früher

Die älteren Innsbrucker können sich sicher noch gut an die Christkindlbahn [1] erinnern, die, wie gesagt, bereits in den späten 60er Jahren erstmals ihre Runden durch Innsbruck drehte. Mit einigen Unterbrechungen und immer wieder wechselnden Dekorationen tat sie das bis 2008. Nach acht Jahren Pause ist es den Innsbrucker Verkehrsbetrieben und den Tiroler Museumsbahnen [2] 2016 gelungen, mit Unterstützung von Innsbruck Tourismus und den Innsbrucker Christkindlmärkten [3] die historische Weihnachtsbahn zu neuem Leben zu erwecken. Der Triebwagen 19 und der Beiwagen 147 – beide Baujahr 1907 – werden liebevoll von den Tiroler Museumsbahnen in Schuss gehalten.

Christkindlbahn

Dank liebevoller Pflege ist die Christkindlbahn gut in Schuss

„Mit der Christkindlbahn initiiert die Stadt Innsbruck – zusätzlich zum alljährlichen Innsbrucker Christkindleinzug – ein traditionelles, kostenfreies Angebot in der Vorweihnachtszeit“, freut sich Stadträtin Christine Oppitz-Plörer. „Unsere Stadt bietet im Advent ein ganz besonders stimmungsvolles Bild, das uns allen die letzten Wochen des Jahres verschönert.“

Unsere nostalgische Fahrt durch Innsbruck

Für mich persönlich war es heuer die erste Fahrt mit der Christkindlbahn. Meine Familie holte mich von der Arbeit ab und wir wollten zusammen eine Runde drehen. Im ersten Moment war das etwas schwieriger als gedacht, denn die Bahn verkehrt nicht nach einem fixen Zeitplan. Im Endeffekt sind wir dann ganz gemütlich zum Terminal spaziert, wo wir auch gar nicht lange warten mussten, bis die Christkindlbahn eintrudelte. Verwechslungsgefahr besteht nicht, denn keine andere Bahn ist so schön geschmückt wie diese. Wer auf Nummer sicher gehen will, steigt am Hauptbahnhof zu. Dort legt die Nostalgiebahn auf jeden Fall immer einen Stopp ein.

Christkindlbahn

Keine Verwechslungsgefahr – die Christkindlbahn ist unverwechselbar.

Unser einziges Problem war, dass mein kleiner Sohn, der noch im Kinderwagen geschoben wird, nicht einsteigen konnte. Die Christkindlbahn ist nicht barrierefrei. Wir haben es dann einfach so gelöst, dass meine Mutter mit dem Kleinen noch ein paar Einkäufe erledigt hat, während ich mit dem Großen eine Runde durch die Stadt gedreht habe. Die Christkindlbahn wird von Mitgliedern der Tiroler Museumsbahnen begleitet. Sie sorgen für Sicherheit, begrüßen die Gäste und beantworten gerne Fragen. Was meinen Großen ganz besonders gefreut hat: Sie verteilen auch süße Geschenke an die Kinder, eine kleine Wegzehrung sozusagen.

Christkindlbahn

Mitarbeiter der Tiroler Museumsbahnen begleiten jede Fahrt.

Die Fahrt ist kostenlos und dauert etwa eine halbe Stunde. Einsteigen kann man bei jeder Station, an der die Christkindlbahn hält. Manchmal muss die Runde jedoch verändert werden, dann ist der Hauptbahnhof die sicherste Zustiegsvariante. Wer sich Gemütlichkeit erwartet, wird hier glücklich gemacht. Gemächlich tuckert die Christkindlbahn durch die Stadt, das Erlebnis ist die Fahrt an sich. Es hat schon etwas, wenn man dem vorweihnachtlichen Trubel entrückt entspannt durch die Innenstadt fährt und die Weihnachtsbeleuchtung in Ruhe genießen kann.

Christkindlbahn

Eine Runde mit der Christkindlbahn entschleunigt – ein wunderbares Gefühl in der Vorweihnachtszeit.

Ein Muss für Romantiker

Ich denke, besonders Eisenbahnliebhaber, Besucher und Nostalgiefans kommen hier auf ihre Kosten. Ich habe gelesen, dass mein Blogger-Kollege Carlos [4] eine Fahrt mit der Christkindlbahn auch fürs erste Date empfiehlt. Und ja, ich muss sagen, dass hätte sicher was. Zuerst eine Runde durch die Stadt und dann zu zweit auf den Christkindlmarkt und einen Punsch genießen. Wenn das nicht romantisch ist!

Wir haben unsere Fahrt mit der Christkindlbahn auf jeden Fall genossen und werden die restlichen Tage bis Weihnachten noch voll auskosten. Ich wünsche euch eine wundervolle, besinnliche und hoffentlich nicht zu stressige Adventszeit und natürlich fröhliche Weihnachten, egal wie ihr feiert und wie eure Traditionen aussehen!

Informationen

Die Christkindlbahn verkehrt vom 29. November bis zum 21. Dezember 2019
jeweils Freitag & Samstag zwischen 15.30 – 18:30/ 19.00 Uhr.
Stationen:
diverse Stopps in der Innenstadt, wie etwa Terminal, Maria-Theresien-Straße, Landesmuseum, Hauptbahnhof (hier macht die Christkindlbahn einen ca. 8-minütigen Aufenthalt), Triumphpforte, Anichstraße, Bürgerstraße. Manchmal muss die Runde kurzfristig angepasst werden, der Hauptbahnhof wird aber immer angefahren.

Tittelbild: © IVB/Berger

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