Mitte Jänner 2018 genügte ein schneller Blick auf die Wettervorhersage. Eines war klar: Da war jede Menge Schnee im Anmarsch und das ausnahmsweise nicht nur in den Schweizer Alpen, sondern auch in weiten Teilen Österreichs. Dass selbst das so routinierte Alpenvolk bei so viel Schnee dann den Kopf schüttelt, mag schon einiges heißen. Was so eine Ausnahme-Woche alles mit sich brachte, erfährst du hier.

Die Axamer Lizum öffnet nach den Schneefällen wieder ihre Pforten. Und Wintersportler werden mit diesem Ausblick belohnt. © Monica Nadegger

Die Axamer Lizum öffnet nach den Schneefällen wieder ihre Pforten. Und Wintersportler werden mit diesem Ausblick belohnt. © Monica Nadegger

Wie viel Schnee war es denn nun wirklich?

Schlagzeilen darf man ja in Zeiten der “Fake News” nicht immer blind vertrauen. Da verwandelt sich ein moderater Schneefall schnell zum Winterwunder des Jahrhunderts. Wer allerdings den genauen Überblick über Neuschneemengen, Niederschlag, Temperatur und noch mehr behalten will, der wird auf der Homepage des Tiroler Lawinendienstes fündig. Neben dem tagesaktuellen Lawinenbericht wird hier an den verschiedenen Messstationen auf den Zentimeter genau festgehalten, wie viel es wo geschneit hat, wie windig es war und wie sich die Temperaturen entwickelt haben. Als kleines Beispiel findest du hier das Diagramm der Messstation am Hafelekar vom Jänner 2018. An der Kurve kann man deutlich erkennen, wie ab 17. Jänner die Schneedecke gewachsen ist, wann es kurz geregnet hat und wie sich die Schneehöhen entwickelt haben. Während diese Zeilen getippt werden, liegen gerade 294 Zentimeter Schnee bei der Messstation. Anfang der Woche waren es noch über drei Meter. Der liebe Föhn hat allerdings schon wieder ein bisschen Schnee weggeschmolzen.

Wie viel Schnee ist zu viel Schnee?

Sagen wir es einmal so: Die massiven Schneefälle Mitte Jänner haben die Infrastruktur in den Alpen schon etwas ins Wanken gebracht. Vor allem im Tiroler Oberland waren einige Regionen kurzzeitig von der Außenwelt abgeschnitten. Rund um Innsbruck führte ins Kühtai ebenso für einige Zeit kein Weg hin und retour. Wenn man sich auch noch so ärgern mag, bei all diesen Sperren steht eines im Vordergrund: Die Sicherheit für Bewohner und Reisende. So musste auch die Axamer Lizum für einige Tage ihre Pforten geschlossen halten – die Lawinengefahr war schlichtweg zu groß für einen normalen Betrieb.

Auf der Nordkette war die Station an der Seegrube quasi eingeschneit. Der Klang von Lawinensprengungen war in den vergangenen Tagen steter Begleiter. Die Natur führt uns hier wieder vor Augen, dass wir trotz aller Infrastruktur in den Alpen doch in einem wilden Lebensraum zu Gast sind – und das dann auch zu respektieren haben. Was man in solchen Situationen beachten sollte und wo man die aktuellsten und besten Informationen bekommt, findest du am Ende des Beitrags.

Etwas Gutes hatte das Chaos aber natürlich: Die Schnee- und Pistenbedingungen danach sind so gut, wie schon lange nicht mehr. Und wer möchte nicht in seinem Winterurlaub Ausblicke wie die am Mieminger Plateau genießen?

Und jetzt?

Jetzt ist erstmal wieder Ordnung eingekehrt. Der Skibetrieb läuft dank der ausgiebigen Schneefälle mehr als gut. Die Gipfel rund um Innsbruck strahlen in prachtvollem Weiß in die Stadt, die Lawinensituation hat sich entspannt und der Föhn lässt sogar schon Frühlingsgefühle aufkommen.

Infos rund um Wetterwarnungen, Schneefälle, Skigebiete und Co.

In Ausnahmesituationen ist es oft schwierig, die passenden Infos zu finden. Um kurz vor der Anreise in den Winterurlaub nicht zu verzweifeln, hier die wichtigsten Links rund um Wetter, Verkehr und Skigebiete.

  • Tiroler Lawinenwarndienst – Neben dem aktuellen Lawinenwarnbericht findest du hier Neuschneeprognosen, Informationen zur Wetterlage sowie alle Infos zur Schneelage, Temperatur und Windstärke aller Messtationen.
  • ZAMG – Die wohl exakteste Wetterprognose für Tirol und Österreich biete der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik. Hier gibt es auch einen Überblick über aktuelle Wetterwarnungen.
  • ÖAMTC Verkehrsservice – Welche Straßen gesperrt sind, vermerkt der ÖAMTC quasi live in seiner Straßenkarte.
  • Skigebiete – Auf den Facebook-Seiten der Skigebiete finden sich meist nicht nur die aktuellsten Infos. Du bekommst auch spannende und faszinierende Einblicke zu Schneesituation, Pistenzustand und meistens noch wunderschöne Sonnenaufgangsvideos oben drauf.
  • Infos zum Skifahren rund um Innsbruck – Einen Überblick über die Skigebiete rund um Innsbruck gibt es hier.

 

Titelbild: © Patrick Aschbacher – Simmering Alm / Sonnenplateau Mieming & Tirol Mitte