Wo die edlen Sachen wohnen… Alpenkitsch made in China sucht man hier vergeblich. Reduziert und edel lautet die Devise – in helles Holz gepackt. „Tiroler Edles“ nennt sich der luftige Concept-Store der Produkt-Visionärin und Agrarökonomin Therese Fiegl in der Seilergasse inmitten der Innsbrucker Altstadt.

Therese Fiegl interessiert sich für Regionalität, für „Altes“ und macht daraus „Neues“. Wem das zu abstrakt klingt, der kann es auch einfach sehr gelungenes Regional-Marketing nennen. Oder schaut sich die tollen Produkte im Shop einfach mal selber an, schnuppert und kostet: Von Hauspartoffeln aus Tiroler Steinschaf-Wolle, über Seife mit heimeligen Zirbenduft bis zur Schokolade mit wildgepflückten Preiselbeeren aus dem Tiroler Paznauntal: die Vielfalt und Kultur der Alpen spiegelt sich in der gesamten Produktpalette wieder.

"Tiroler Reine" - die Seifen gibts in handlicher I-Phone Form oder als Flüssigseife (mit Tiroler Rindertalg) in alpinen Duftvarianten wie Almrose, Bergminze und Zirbe Foto: Kristina Erhard

“Tiroler Reine” – die Seifen gibt’s in handlicher iPhone Form oder als Flüssigseife (mit Tiroler Rindertalg) in alpinen Duftvarianten wie Almrose, Bergminze und Zirbe.  Foto: Kristina Erhard

Wie kommt’s?

Therese Fiegl ist ein Tausendsassa und erzählt über ihre Anfänge, dass sie „da so rein gerutscht ist“. Aber lieber von Anfang an: Therese schrieb ihre Diplomarbeit im hinteren Tuxertal, über die Bergbauern. Sie kannte also deren Jammern, dass diese nur von Förderungen leben könnten und doch viel lieber ihre Produkte zu fairen Preisen verkaufen wollten. Und zweitens erkannte Therese Fiegl auch, dass regionale Lebensmittel die hippen „Südfrüchte“ und ähnliches ablösen. Ergo, Geistesblitz und gemacht – getan: die erste Tiroler Bauernkiste entstand 1997 und versorgt auch heute noch viele Haushalte in Innsbruck und Umgebung, hoffentlich bald auch in Rest-Tirol. Dem Tiroler Grauvieh, einer ehemals vom Aussterben bedrohten Rinderrasse, gab sie eine neue, süße Daseinsberechtigung und verpackte ihre Milch mit Hilfe eines Konditors zur „Tiroler Edlen“, einer handgeschöpften Schokolade in mannigfaltigen Variationen. Ob mit feingeistigen Schnäpsen gefüllt, Tiroler Walnüssen oder mit Gebirgshonig aus Almrosen verfeinert – die Auswahl wird fällt durch die kreative Verpackung schwer. Ähnlich verhält es sich mit der Auswahl von diversen Seifen, deren Palette quasi die verschiedenen Höhenstufen der Tiroler Alpen widerspiegeln. Besonders gefällt mir die Sorten Vergissmeinnicht und Gletschermilch! Letztere fand ihre Inspiration im Sellraintal, wo die Bäuerinnen schon seit Jahrhunderten wussten, dass sich das harte, kristalline Gletscherwasser besonders gut zum Waschen eignet. Ganz nebenbei ist die Walde-Seifenfabrik, in der die „Tiroler Reine“ hergestellt wird, eine Innsbrucker Institution seit 1777 und die älteste Seifenfabrik Österreichs.

Therese Fiegl, Argarökonomien und Visionärin. Neben ihren drei Marken "Tiroler Edle", "Tiroler Reine" und der Bauernkiste näht sie auch mal süße Schürzen aus Dirndlstoffen Foto: Kristina Erhard

Therese Fiegl, Argarökonomien und Visionärin. Neben ihren drei Marken “Tiroler Edle”, “Tiroler Reine” und der Bauernkiste näht sie auch mal süße Schürzen aus Dirndlstoffen.  Foto: Kristina Erhard

Wo gibt’s die Sachen?

Soviel Kreativität braucht einen eigenen Laden. „Sagte zumindest mein Mann“, lacht Therese, „ für mich war das komplettes Neuland, daran hatte ich gar nicht gedacht. Aber irgendwie fügten sich alle Puzzle zu einem Ganzen zusammen – vor allem als wir den tollen Laden hier gefunden haben.“ Brigitte Trampusch, die Gestalterin des Ladens, hatte die Idee, das ehemalige Rauchercafé mit einer oben offenen, hölzernen Box auszukleiden – aus duftender Bregenzerwälder Weißtanne. „Die Weißtanne gefällt mir und meinem Mann riesig, wir wollten schon vor 14 Jahren unser eigenes Haus damit auskleiden, aber damals wurde diese Tannenart noch nicht wirklich kommerziell verarbeitet. Das hat sich jetzt geändert und passt wunderbar in unser Reginalitätskonzept. Es kommt ja wirklich alles wieder, die Welt ändert sich und die Menschen mit ihr“, erzählt Therese. Und das stimmt wirklich! Auch ich ertappte mich dabei, wie ich im Gespräch mit Therese den Blick von den selbstgeschneiderten Schürzen aus Dirndlstoff nicht abwenden konnte. Eine Schürze? Ich? Naja, die Zeiten ändern sich…insbesondere wenn sie in bunten und bestickten Stoffen verpackt sind.

Die Kohla-Figl sind ein absolutes Must-Have auch oder gerade für Bergmäuse Foto Kristina Erhard

Die Figl der des Stubaier Traditionsunternehmens KOHLA sind ein absolutes Must-Have auch oder gerade für Bergmäuse.  Foto Kristina Erhard

Kleiner Tipp: Therese verkauft in ihrem Shop auch supertolle, knallrote Figl (zu Deutsch: Firngleiter) von Kohla. Schnell zugreifen, denn die Figl-Saison ist schon eröffnet!

Jetzt offen!

TIROLER EDLES in der Seilergasse 13, 6020 – Innsbruck

shop@tiroleredles.at

www.tiroleredles.at

Mo-Fr 10-18 Uhr, Sa 10-15 Uhr (Sommer)