Im virtuellen Büro für Gegenwartskunst sitzen Barbara Unterthurner und Christa Pertl. Barbara ist Kunsthistorikerin und Redakteurin, Christa Fotografin und Marketingfachfrau. Für das Bürodesign zeichnet Jasmin Sermonet verantwortlich. Die Designerin und Illustratorin lebt, nach mehreren Jahren in Innsbruck, mittlerweile in Berlin.Sie bauen ein Online-Archiv auf, bespielen Instagram, Facebook, Youtube, Spotify und Soundcloud. Demnächst ist das Büro für Gegenwartskunst wohl auch auf TikTok zu finden. Das Ziel: Möglichst viele Menschen ansprechen, Zugänge zu verschiedenen Aspekten der Kunst schaffen. Und Akteure der zeitgenössischen Kunst zusammenbringen.

Kunstschaffende und -vermittelnde im Alpenraum zu vernetzen ist eines der Ziele des Büros für Gegenwartskunst.

Von der Idee zur Tat

Entstanden ist das Büro für Gegenwartskunst nicht nur aus der großen Leidenschaft der Initiatorinnen für zeitgenössische Kunst. Nachdem Barbara und Christa zusammen die Premierentage – Wege zur Kunst 2018 organisiert hatten, stand für beide fest: Sie wollten mehr in Bereich zeitgenössischer Kunst machen. „Unsere Idee war, von Innsbruck aus ein internationales Netzwerk zwischen Akteuren in der Gegenwartskunst aufzubauen und Schwellenängste bei Kunstinteressierten abzubauen“, erzählt Christa Pertl.

Christa Pertl (li.), Fotografin und Marketingfachfrau, und Barbara Unterthurner, Kunsthistorikerin und Redakteurin, stehen hinter dem Büro für Gegenwartskunst.

Büro für Gegenwartskunst

Natürlich sind sie dafür auch analog unterwegs. Die beiden Kunstliebhaberinnen besuchen Ausstellungen von München bis Bozen, von Wien bis Zürich und von Innsbruck bis Alberschwende. Sie sprechen mit Künstlern, Ausstellungsmachern, mit Theoretikern und Praktikern im Umfeld aktueller Kunst. Sie schauen dabei in den ländlichen Raum und in die Ballungszentren.

Das Büro für Gegenwartskunst will die Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst fördern.

Die Fragen, die sich Barbara und Christa stellen, sind Fragen, die sich viele stellen – und manchmal vielleicht nicht zu stellen trauen. Etwa: Was machen Kuratoren eigentlich? Wie wählen Sie die Künstler aus? Und wie kommen Ausstellungen zustande? Daraus ist die Interviewserie „Gegenwart kuratieren“ entstanden. Für diese sprachen sie unter anderem mit Nina Tobassomi, Direktorin des Taxispalais Kunsthalle Tirol in Innsbruck und mit Jürgen Tabor vom Museum der Moderne in Salzburg.

Dokumentiert werden nicht nur die Interviews, sondern auch die zahlreichen Ausstellungsbesuche.

Eine Bibliothek für alle

Oder: Wie wird Kunst eigentlich vermittelt? Was steckt dahinter? Wie war das früher? Was macht gute Vermittlung heute aus? Dafür traf das Büro für Gegenwartskunst zum Beispiel Martina Oberprantacher, die Leiterin von Kunstmeranoarte, in Meran. Die beiden schauten sich transalpin aktuelle Vermittlungsprogramme an. Sie nahmen „im Selbsttest“ unterschiedliche Ausstellungsformate unter die Lupe und nutzten die digitalen Kunstvermittlung, die große wie kleine Einrichtungen coronabedingt anbieten.
So offen und neugierig Barbara und Christa den verschiedenen Aspekten des Kunstschaffens gegenüberstehen, so offen und locker präsentieren sie Kunst der Jetztzeit – zielgruppengerecht und crossmedial.

Barbara Unterthurner und Christa Pertl nutzen jede Gelegenheit, um Ausstellungen im In- und Ausland zu besuchen.

Pläne für die Zukunft

Alle Recherchen, Materialien und Beiträge werden auf der Website www.buerofuergegenwartskunst.com gesammelt. Nach Themen und chronologisch geordnet, entsteht so sukzessive eine Bibliothek. Jeder kann jederzeit von überall darauf zugreifen. Die Nutzer entscheiden selbst, wie intensiv sie sich auf ein Thema einlassen wollen. Am „Wühltisch“ zum Beispiel sind weiterführende Links und Buchtipps zu finden. „Wir sind zwar digital gestartet, längerfristig wollen wir aber auch analog Veranstaltungen durchführen. Vorgesehen sind etwa Netzwerktreffen, Symposien, Diskussionsrunden“, erläutert Barbara. Innsbruck, betonen die beiden, sei nicht nur eine Musikstadt. Sie habe großes Potenzial im Bereich zeitgenössische Kunst.

Barbara Unterthurner im Gespräch mit dem Galeristen Maximilian Thoman. Sämtliche Interviews finden sich auf der Website.

Verbindungen herstellen

Das Büro für Gegenwartskunst möchte verstärkt Kunst, Performance, Architektur, Musik miteinander verknüpfen – wie etwa das Heart of Noise Festival es exemplarisch vorlebt. Und es möchte zeitgenössische Kunst sichtbarer machen, eine Landkarte der Kunst im alpinen Raum entstehen lassen. Zudem Diskussionen anstoßen und die internationale Vernetzung vorantreiben. Interessierte auf ihren bevorzugten Medien anzusprechen, gehört zu den zentralen Elementen des Büros für Gegenwartskunst. „Je mehr Menschen mit zeitgenössischer Kunst konfrontiert werden, desto offener werden sie ihr gegenüber“, betont Barbara.

Die Gespräche mit Akteuren im Bereich Kunst der Jetztzeit werden für die Social-Media-Kanäle aufbereitet.

Dem ist nichts hinzufügen. Außer: Nutzt das vielfältige Angebot der Ausstellungshäuser, Galerien und Museen in und um Innsbruck. Im Taxispalais Kunsthalle Tirol, im Kunstraum oder dem BTV Stadtforum stehen tolle Ausstellungen auf dem Programm. Surft durch das Archiv des Büros für Gegenwartskunst. Es ist eine echte Fundgrube für alle, die sich mehr mit Kunst der Jetztzeit auseinandersetzen möchten. Und sie wächst kontinuierlich.

Das Büro für Gegenwartskunst ist auf Instagram, Facebook, Youtube, Spotify und Soundcloud zu finden. Stöbern lässt sich auch auf der Website.

Infos zu allen aktuell laufenden Ausstellungen in Innsbruck und Umgebung bietet Innsbruck.info.

Fotos, wenn nicht anders angegeben: © Büro für Gegenwartskunst