Tirol ist das Land der Helden, Sagen und Legenden. Nun ist das dicke Buch der großen Erzählungen um einen Eintrag reicher, denn sie ist geschlagen, die härteste Sightseeing-Tour von Innsbruck. Beim ersten Beat the City Innsbruckathlon stellten sich am 25. Mai 2019 mindestens 1500 furchtlose Helden elf schweißtreibenden Kilometern und 15 fiesen Hindernissen kreuz und quer durch die ganze Stadt. Auch der Innsbrucker Tourismusverband war mit zwölfköpfigem Team am Start – wir Blogger hatten natürlich kreative Ausreden. Nun sind die Blessuren verheilt, der Muskelkater lässt nach und ich treffe Lea vom TVBI an der Innpromenade beim Joggen. Sie war selbst dabei und erzählt mir die Legende aus erster Hand.

Die Sage vom Stadtlauf

Es begab sich also zu der Zeit, dass im Land Tirol ein neuer Wettkampf ausgerufen wurde. In Graz und Linz schon bekannt und beliebt – nun auch in der Hauptstadt am Inn angekommen. Ein beispielloser Parcours durch die ganze Stadt – zahlreiche Hindernisse und Kilometer! Beat the City, schallte es laut und ließ das Volk in Scharen kommen. Und als am letzten Freitag im Mai die Glocken Mittag schlugen, fiel der Startschuss am Vorplatz des Landestheaters bei schönstem Wetter.

Das Startfeld hatte man in drei Blöcke geteilt, denn zahlreich waren die Mutigen erschienen und von überall. Manche trugen stolz die Wappen ihrer Höfe und Grafschaften, andere hatten sich Namen erfunden und waren in farbenfrohen Gewändern erschienen. Siegreich wolle man heute gemeinsam sein, nicht gegeneinander. Ein Wettkampf den das Wir regiert, auch wenn wohl irgendwer gewinnen wird. Der Weg ist das Ziel, dabei sein ist alles – Bestzeiten sind mit Hindernissen ohnehin so eine Sache.

Hürden, Hindernisse, Heldentaten

Ruhm und Ehre liegen in der Luft, als die johlende Zuschauerschaft am ersten Hindernis die ersten Triumphe beklatscht. Ein Springen und Sich-ducken aus vollem Lauf, schon sind die ersten Hürden zum Marktplatz bezwungen. Nur wenig weiter wartet schon der “Hupf in Gatsch” – wo man sich durch drei schlammgefüllte Schuttcontainer schlägt. Weiter geht’s mit klatschnassem Schuhwerk zur Labstation am Karwendelbogen. Wasser und Elektrolyte, weiter geht’s! Die nächste Schikane: Schienen am Hauptbahnhof und ein Labyrinth im Dauerlauf.

Rutsche über den Bergisel

Etwas zynisch hat der Hindernis-Sponsor unten am Bergisel seinen Jeep geparkt, denn bergauf geht’s natürlich zu Fuß. Runter dafür via Wasserrutsche von der Skisprungschanze und vorbei an einer wohlverdienten Labstation. Retour weiter über das Wiltener Platzl und zwei holzgebaute Gipfel. Wer die Stadt kennt kann das Ziel schon erahnen. Doch die Wettkampfplanung hat ganze Arbeit geleistet: Auf den letzten Kilometern kommen die Hindernisse auf Schritt und Tritt. Vom Klettern und Kriechen krampfen die Waden, aber echte Helden hält auch das nicht auf. Kurz vor dem Finale stürmt man am Goldenen Dachl einen Heuberg, hangelt an Händen über Wasser und kämpft sich durch ein Becken mit Bällen. Dann endlich gibt sich die Stadt geschlagen.

Als auch die letzten Läufer wieder am Landestheater ankommen, wird dort längst gefeiert. Man herzt die Helden, alle haben heute gewonnen, man gratuliert sich gegenseitig. Der erste Innsbruckathlon, ein voller Erfolg. Noch hat keiner geduscht, doch man verabredet sich schon zum nächsten. In einem Jahr, am selben Ort! Der Rest ist Geschichte.

We want Hüpfburg

Lea grinst, als ich sie frage, ob sie auch wieder mitlaufen wird. Nur wenn es eine Hüpfburg gibt, antwortet sie. Der Juniorwettkampf am Vortag hatte nämlich eine. Schon unfair, weil man ja freiwillig erwachsen wird. Ich stimme zu und staune, als Lea verrät, dass sich der TVB schon Wochen vorher auf den Wettkampf vorbereitet hat. Sogar bei Schlechtwetter mit Treppenlauf im Innsbrucker Stadtturm. Ich staune und liebäugle mit einer internen Challenge. Vielleicht kann ich sogar ein paar meiner Bloggerkollegen überzeugen. Wir trainieren dann eben im Treppenhaus im Adlers. Das ist höher, steiler und es gibt einen Aufzug zur Rooftop Bar. Lea lacht legendenhaft, und läuft weiter. Bis nächstes Jahr, winkt sie noch.

 

Alle Infos, Termine, Hindernisse und Eindrücke zum ersten Innsbruckathlon sind hier zu finden.

Ein Interview mit dem Organisator Stefan der Challenge gibt’s außerdem hier.