Patscherkofel über Innsbruck: 9.30 Uhr. Ich bin angekommen, im höchsten Coworking Space der Alpen. Im COWO Tirol.
Auf exakt 1.963 Metern Seehöhe sitze ich hinter meinem Laptop. Genau genommen sitzt der Laptop auf meinem Schoss und ich in einem Loungesessel. Mein Rücken und Genick schmiegen sich an feine Pölster. Gerade läuft „Hit the road Jack!“ und lässt meine Gedanken noch mehr fließen.

So arbeite ich gerne. Der Mensch ist nicht zum Sitzen geboren. Natürlich kann ich hier auch am Tisch meinen Blogartikel schreiben.  Bürostühle gibt es genauso wie Holzbänke mit Sitzauflagen und Decken. Ich mag das Eckbank-Feeling und starte meinen produktiven Tag deshalb auch konservativ mit Tisch und Bank. Die Co-Working Einheiten haben alles, was ich zum gemütlichen Arbeiten brauche. Beleuchtung, Verkabelung und Abtrennung zum Cocoworker. In meinem Falle, mein honduranischer Freund Carlos.

Arbeiten im COWO Tirol

Mein entspannter honduranischer Freund Carlos sitzt mir gegenüber, wenn ich nicht gerade aus dem Loungesessel blogge. Fotocredit: Hartmut Müller

 

Alles fließt

Gerade läuft Dancing Queen von Abba im Lounge-Mix. Ich kann jetzt schon sagen, dass mein Selbstversuch ein Erfolg ist. Seit fünf Stunden bin ich hier und alles fließt. Es fällt mir generell leicht, meine Gedanken zu Papier zu bringen oder einen Blog zu schreiben, aber im COWO Tirol ist es besonders einfach. Also ich bin überzeugt, dass dieses Projekt funktioniert. Doch warum ist das so? Hinter einer guten Kreation steckt viel Kreativität und das bestätigt mir der Kopf des Konzepts. Dr. Harald Gohm, der Geschäftsführer der Standortagentur Tirol, gibt Carlos und mir eine spontane wie beeindruckende Präsentation.

COWO Tirol ist nicht nur ein Name, es ist ein ganzheitliches Konzept um Arbeit und Freizeit zu verbinden. Workation verbindet working mit vacation. Also Sonne, Wasser und Wifi, als speziellen Zusatz am Patscherkofel, fibre wire oder zu Altdeutsch Hochleistungs-Internetzugang. Sobald mein Laptop im Netz einwählt, laufen die Updates. Sensationell. Schnelleres Arbeiten kannte ich bis heute nicht. Hier am Berg habe ich es entdeckt. Ich fühle mich wohl in meiner modernen, jungen Arbeitswelt. Wenn ich mir vorstelle, wie genial sich der Patscherkofel im Winter kleidet und wie entspannt ich dann vor, nach und zwischen dem Wedeln Wörter wähle, dann grinse ich. Spaß ist Teil des Konzepts. Wer hierher kommt lächelt, ob der natürlichen Atmosphäre innen wie außen: was für eine Einrichtung und was für ein Panorama. Mit „fun is a serious business tool“, könnte Richard Branson auch „im Sitzsack auf der Terrasse liegend brainstormen” gemeint haben.

cowo-tirol-3_bildnachweis-standortagentur-tirol

So sehen moderne, junge Arbeitswelten aus. Mehr Inspiration geht nicht. Fotocredit: Standortagentur Tirol

COWO SPACE – COWO BASE – COWO CITY

COWO Tirol ist also mehr. Der COWO SPACE, hier im ehemaligen Panoramarestaurant an der Bergstation der Patscherkofelbahn, ist mir nach diesem kurzen Aufenthalt schon vertraut. Die mögliche COWO BASE in Igls, wo man nach den Betriebszeiten der Gondel, die von neun bis fünf den Berg rauf und hinunter fährt, weiter kreativ sein kann: interagierend mit Gleichgesinnten in einer Bar oder in einem weiteren Coworkingspace, wo der kreative Workflow dem Morgenrot trotzt oder man seine Ideen schlafend im Bett des angedachten Coworking-Hotels verarbeitet. Und zuletzt ist dann noch die COWO CITY, in diesem Modellbild, Innsbruck, als Coworking Hotspot für die Unternehmer von morgen, die beim Arbeiten der alpin urbanen Abwechslung frönen. Innsbruck dient mit diesem Pilotprojekt als Vorreiter für weitere Destinationen in Tirol: auch um die Ganzjahresauslastung bestehender Infrastruktur zu steigern und um neue Gästeschichten zu erschließen.

Kann ich mir COWO Tirol leisten?

Ja. Kann ich. Und meine Leser auch. Die Tagesmiete beträgt 24 Euro inklusive der Nutzung der Patscherkofelbahn. Besitzer des Feizeitticket, also viele Locals, die mal den COWO testen wollen, sind bereits für 14 Euro dabei. Neben dem garantierten Arbeitsflow gibt es Kaffee, Kekse und frisches Obst sowie Drucken und Scannen gratis dazu. Unternehmen können den COWO um 390 Euro per Tag exklusive Gondeltickets mieten. 30 Arbeitsplätze, Besprechungsräume- und Präsentationsräume inklusive.

 

COWO Tirol am Patscherkofel

Alles da, was man zum kreativen wie produktiven Arbeiten braucht. Fotocredit: Carlos J. Melgar

Ich bleib dann mal im COWO

Was bei mir bleibt ist ein überwältigendes Gefühl von der kreativen Kraft des Berges und der ganzheitlichen COWO Tirol Idee. Ich als Innsbrucker kenne den Patscherkofel als meinen Hausberg seit Jahren. Wie viel Potenzial in der COWO Idee steckt, diesen Berg und vieles drumherum neu zu entwickeln und positionieren, ist mindestens so beeindruckend wie der überwältigende Blick nach Norden.
Heute hat mich COWO Tirol als Botschafter gewonnen. Ich hoffe, dass der Testballon dieses Pop-Up-Projekts die Idee hinausträgt, in die weite Tiroler Welt. Der Anfang ist gemacht. Der Verbund mit Standortagentur Tirol, Stadt Innsbruck, Patscherkofelbahn, IKB und TVB Innsbruck verspricht jedenfalls eine dynamische Coworking Zukunft.

Mir taugt es und ich bleib dann mal im COWO.