Der 14. Februar spaltet die Menschheit wie nur wenige andere Tage im Jahr. Man gehört entweder zu den hoffnungslosen Romantikern oder aber zu der Fraktion, die bei “Love is in the Air” nur die Nase rümpfen können. Weil wenige Individuen dann doch noch der Ansicht sind, dass weder Blumen, noch Diamanten, noch Schokolade das ultimative Rezept für die ewige Liebe sind, gibt es auch die etwas andere Art den “Tag der Liebe” wirkungsvoll zu ignorieren.

1. Statt auf die “große Liebe” warten wir einfach auf Godot.

Wer sich am 14. Februar im Kino den dritten Teil von “Fifty Shades of Grey” zu Gemüte führt, ist selbst schuld, wenn er sich dann über Pärchen und seichte Liebesschwüre rund um ihn wundert. Die Wahrscheinlichkeit, verkitschte Hollywood-Romantik auf ein Minimum zu reduzieren, bietet ein Besuch im Innsbruck Theaterkeller. Dort buhlt Mrs. Grey nicht um die große Liebe, sondern Wladimir und Estragon warten auf Godot. Das schwermütige Theaterstück gibt allen Valentinstags-Verweigerern wenigstens ein Stück Weltliteratur als Grundlage, um über die Sinnlosigkeit des Daseins ausführlich zu jammern. Und über zwischenmenschliche Beziehungen lernt man dabei sicher mehr als in allen drei Teilen “Fifty Shades of Grey” gemeinsam.

2. Statt einem ach so romantischen Spaziergang im Park besuchen wir die schönsten Orte Tirols – und zwar im Geiste.

Hand in Hand, mit einem dümmlichen Grinsen im Gesicht und -hach- wie unglaublich verliebt – die Horrorvorstellung aller Valentinstagsgegner sind genau solche Pärchen im Hofgarten und anderen Parks. Wie man dem ganzen entkommt? Wir halten es da ganz pragmatisch und gehen einfach gar nicht vor die Tür. Wer aber am Tag der Liebe auf die Schönheit der Umgebung nicht ganz verzichten will, kann sie ganz einfach zu sich ins Wohnzimmer holen. Unsere Bloggerin Susanne hat mit den “111 Orten in Tirol, die man gesehen haben muss” genügend Anregung für Ausflüge weit abseits von kitschigen Winterspaziergängen und schmusenden Pärchen.

Wir träumen von einsamen Ausblicken, unbekannten Pfaden und kühnen Abenteuern - ohne Herzchen, Blümchen oder Händchen halten. © TVB Innsbruck/ Marko Wramen

Wir träumen von einsamen Ausblicken, unbekannten Pfaden und kühnen Abenteuern – ohne Herzchen, Blümchen oder Händchen halten. © TVB Innsbruck/ Marko Wramen

3. Statt einem überteuerten Dinner einfach mal den Winterspeck zuhause auf Vordermann bringen.

Wie romantisch! Ein Tisch für zwei, gedämpftes Licht im Restaurang, sanfte Geigenklänge im Hintergrund… und nur 10 bis 25 Pärchen, die exakt die gleiche, einzigartige Idee hatten, am Valentinstag doch schön essen zu gehen. Klingt verlockend? Nein? Finden wir auch nicht. Ganz und gar nicht. Stattdessen hätten wir zu Seesaibling auf Erbsenschaum eine etwas rustikalere Variante: homemade Speckknödel. Dafür muss man sich nur beim Metzger/Hofladen seines Vertrauens mit Speck eindecken und schon steht dem romantischen Dinner für drei (ein Hungriger plus zwei Knödel) nichts mehr im Weg. Das perfekte Rezept für Speckknödel findest du ebenfalls gleich hier am Blog.

Ob Speckknödel auch ein Aphrodisiakum sind? Laut Skihütten-Romantik dürfte das wohl stimmen. © TVB Innsbruck/Marius Schwager

Ob Speckknödel auch ein Aphrodisiakum sind? Laut Skihütten-Romantik dürfte das wohl stimmen. © TVB Innsbruck/Marius Schwager

4. Statt den Tag der Liebe mit Rosen & Pralinen zu zelebrieren üben wir uns wahrer Nächstenliebe.

Dass eine Schachtel Pralinen uns zu liebevolleren Menschen macht und man mit roten Rosen die nächste Stufe in seiner Beziehung erklimmt, funktioniert wirklich nur auf Werbeplakaten. Dass es dann oft mit der wahren Nächstenliebe und Verständnis für Menschen in Not nicht weit her ist, haben endlose Diskussionen in Tageszeitungen und Facebook-Foren rund um die Flüchtlingsdebatte mehr als einmal bewiesen. Warum also den “Tag der Liebe” nicht einfach der Nächstenliebe widmen? Nichts eignet sich dafür besser als die Ausstellung “Forum Migration” im Landesmuseum in Innsbruck. Was unsere Kultur-Expertin Susanne davon denkt, kannst du hier lesen. Der Eintritt ist frei, der Besuch aber gewiss nicht umsonst. Am 14. 2. kann man ganz unbeschwert bei der “Dance Along Session goes Forum Migration” mitmachen. Dort lernt man nicht nur fremde Kulturen und neue Blickwinkel kennen, sondern übt sich in mehr Verständnis für andere, auch wenn der Tag der Liebe dann vorbei ist.

Bei der Dance Along Session goes Forum Migration kann man dem verstaubten Valentinstag ein bisschen Leben einhauchen. Foto: Natália Zajačiková / Tiroler Landesmuseen

Bei der “Dance Along Session goes Forum Migration” kann man dem verstaubten Valentinstag ein bisschen Leben & Swing einhauchen. Foto: Natália Zajačiková / Tiroler Landesmuseen

Noch mehr Anti-Valentinstags-Ideen? Ich freu mich auf eure Kommentare!

P.S. Wer noch eine leckere Anti-Valentinstags-Nascherei sucht, wird im Immerland bestimmt fündig!