Was darf in der Vorweihnachtszeit in keinem österreichischen Haushalt fehlen? Richtig, der Adventkranz. Ob klassisch gebunden mit grünen Tannenzweigen, modern mit exotischen Pflanzen wie Eukalyptus, ein schönes Gesteck oder eine hübsch dekorierte Schale – Möglichkeiten gib es unzählige. Nur eins haben sie alle gemeinsam: die vier Kerzen die ab dem ersten Advent jeden Sonntag angezündet werden. Dass der Adventkranz ursprünglich viel mehr Kerzen hatte – nämlich 20 kleine, rote und 4 große weiße Kerzen – wissen die wenigsten. Mit der Zeit wurde er „reduziert“, was ja auch viel praktischer ist, denn wer hat schon Platz für einen so großen Kranz. Die ursprüngliche Symbolik, die Zunahme des Lichtes als Ausdruck der steigenden Erwartung auf die Geburt Jesu+, ist immer noch vorhanden. Und auch wer mit dem christlichen Glauben gar nichts am Hut hat, kann im dunklen Winter und in turbulenten Zeiten wie diesen etwas Licht gut gebrauchen.

Adventkranz

Mit viel Liebe selbst gemacht

Wir binden unseren Adventkranz schon seit Jahren selbst. Für mich ist es der Beginn der Vorweihnachtszeit – eine schöne Tradition welche die besinnliche Zeit einläutet. Ich möchte euch in diesem Beitrag zeigen, wie wir unseren klassischen Adventkranz mit Tannenzweigen binden. Außerdem findet ihr hier Alternativen, die ganz schnell gehen und für die man fast alles ohnehin schon zuhause hat oder in der Natur findet.

1. Der Klassiker: Adventkranz mit Tannenzweigen

Was ihr braucht:

  • Strohkranz (gibt’s im Baumarkt)
  • Tannenzweige
  • Baumschere (um die Tannenzweige zurecht zu schneiden)
  • Draht (am besten grünen, den sieht man zwischen den Zweigen nicht so gut)
  • 4 Kerzen
  • Kerzenständer
  • Deko (hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Nehmt was ihr noch zuhause habt, Nüsse (golden besprüht sind sie besonders schön), Zimtstangen, getrocknete Orangenscheiben, kleine Christbaumkugeln…)
  • Heißklebepistole (kein Muss, ist aber praktisch um die Deko zu befestigen)
Was braucht man für einen Adventkranz

Diese Dinge braucht ihr auf jeden Fall.

So wird’s gemacht:

Vom Tannengrün kleine Zweige abschneiden und circa fünf Zweige auf der oberen Seite des Strohkranzes zusammen legen. Die Unterseite bleibt frei, denn euer Kranz soll ja stabil auf einem Teller stehen können. Haltet mit der einen Hand die Zweige gut fest und umwickelt sie mit der anderen im unteren Bereich etwa drei Mal fest mit Draht. Schneidet den Draht auf keinen Fall ab. Nun das nächste Bündel – Zweige etwas versetzt (wie Fischschuppen) über das Ende der bereits befestigten Zweige legen. So geht es nun immer weiter, bis der Kranz fertig ist.

Jetzt kommt der lustigste Teil: das Dekorieren. Wir wollten ein bisschen Winterfeeling in der Wohnung und haben den Kranz zu allererst mit Schneespray besprüht. Die Ständer inklusive Kerzen kann man einfach in den Kranz stecken. Ansonsten haben wir den Kranz noch mit Kugeln und goldenen Nüssen geschmückt. Die halten am besten, indem man sie mit einer Heißklebepistole befestigt. Und voilà: Fertig ist unser selbst gebundener Adventkranz.

Wer es etwas exotischer mag, kann zum Binden nicht nur Tannenzweige verwenden. Total im Trend liegen Eukalyptuszweige. Aber auch Buchsbaum oder andere Zweige aus dem heimischen Garten sind zwischen den Tannenzweigen ein toller Hingucker.

Adventkranz

Unser Kranz kann sich sehen lassen.

2. Ohne Moos nichts los

Ein Adventkranz der ganz ohne Zweige auskommt, dafür trotzdem schon grün ist und nach Wald duftet, ist dieser Mooskranz.

Was ihr braucht:

  • Strohkranz (gibt’s im Baumarkt)
  • Moos (gern verschiedene Sorten)
  • Draht (ich habe goldenen verwendet)
  • 4 Kerzen
  • Kerzenständer
  • Deko (auch hier sind der Fantasie wie immer keine Grenzen gesetzt. Ich habe getrocknete Orangenscheiben, Tschurtschen (Zapfen) und Nüsse genommen)
  • Eventuell Heißklebepistole
Adventkranz aus Moos

Ihr braucht nicht viel für euren Mooskranz.

So wird’s gemacht: 

Schaut, dass euer Moos sauber und frei von Waldbewohnern ist. Ich habe es noch einmal in einem Sieb unter warmes Wasser gehalten und es anschließend auf einem Handtuch trocknen lassen. Wenn ihr sauberes Moos habt, kann’s los gehen. Ähnlich wie beim klassischen Kranz mit Tannenzweigen legt ihr auch hier das Moos um die Oberseite des Strohkranzes und umwickelt es mit Draht. Ich finde es gar nicht schlimm, wenn man den Draht sieht. Ganz im Gegenteil – wenn ihr goldenen verwendet, kann das sehr dekorativ aussehen. Wenn euer Kranz mit Moos umwickelt ist, steckt die Ständer und die Kerzen hinein und schmückt ihn ganz nach eurem Geschmack.

Ihr geht ganz ähnlich vor wie beim klassischen Kranz mit den Tannenzweigen – einfach mit Draht umwickeln.

Ich finde, zu einem Kranz aus Moos passen Naturmaterialien besonders gut. Wie wäre es also mit Zimtstangen, Nüssen, Tschurtschen oder getrockneten Orangenscheiben? Letztere duften zum einen sehr gut, zum anderen kann man sie ganz einfach zuhause machen. Schneidet dazu Orangen in ein bis zwei Zentimeter dicke Scheiben und legt sie auf einer Küchenrolle auf den Heizkörper. Das dauert allerdings mehrere Tage und man sollte nicht vergessen, die Orangenscheiben täglich zu wenden und das Küchenpapier zu wechseln, da sie sonst schimmeln. Wer weniger Geduld oder keinen Heizkörper hat, kann die Orangenscheiben auch einfach im Backofen trockenen. Legt sie für zwei bis drei Stunden auf ein Backgitter in das auf etwa 100 Grad vorgeheizte Rohr. Auch hier solltet ihr die Scheiben immer wieder wenden.

Adventkranz aus Moos

So sieht er aus, unser Mooskranz.

Last-minute-Kranz: wenn’s schnell gehen muss

Wer absolut keine Lust hat, lange zu basteln oder viele Materialen einzukaufen, für den habe ich eine Idee, die ratz fatz geht. Der ideale Kranz für alle, bei denen es schnell gehen muss! Alles was ihr benötigt habt ihr zuhause oder findet ihr ganz einfach bei eurem nächsten Waldspaziergang.

Was ihr braucht:

  • Einen Blumentopfuntersetzer oder einen Teller
  • Moos
  • 4 Gläser (z.b. Marmeladengläser)
  • 4 Kerzen
  • Deko (was immer ihr zuhause habt)

 

So wird’s gemacht:

Leichter geht’s nicht: Stellt die vier Gläser auf den Blumentopfuntersetzer. Kleidet den restlichen freien Platz mit Moos aus. Die Kerzen kommen in die Gläser und zack fertig. Wer Lust hat, und ja ich würde es euch empfehlen, dekoriert nun seinen Adventteller noch etwas. Nett sieht es aus, wenn ihr um die Gläser eine hübsche Schleife bindet, ein paar Kugeln oder getrocknete Orangenscheiben drapiert und schon seid ihr fertig.

Adventkranz

Ich verspreche euch, einfacher und schneller geht’s nicht!

 

Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig inspirieren. Ich wünsche euch eine besinnliche, ruhige Adventzeit – auch wenn mal wieder alles anders kommt als geplant. Infos zu den aktuellen Covid-Maßnahmen und zum Lockdown findet ihr übrigens hier.

 

Kochen, basteln & shoppen in Innsbruck

Wer noch auf der Suche nach weiteren Bastelideen ist, wird hier fündig. Weihnachtlichte Rezepte gibt’s bei Nadja, wie zum Beispiel diese süßen Geschenksideen. Apropos Geschenke, letztes Jahr hatten wir ja die gleiche Situation wie heuer – Lea hat für euch daher eine Liste mit Innsbrucker Online-Shops erstellt – schaut mal rein.