Die Ausstellung „Vom kleinen Saurier zum Ritter Rost“ im Innsbrucker Zeughaus verbindet erste künstlerische Gehversuche des heute so bekannten Zeichners Jörg Hilbert mit seinen beliebtesten Figuren. Welches Kind kennt nicht den unritterlichen Ritter Rost, das dafür umso heldenmütiger wirbelnde Burgfräulein Bö und den knallgrünen Feuerdrachen Koks?

Ritter Rost, das Burgfräulein Bö und der Feuerdrache Koks sind ziemlich beste Freunde.

Ein Zufallsfund mit Folgen

Dass die Ausstellung in Innsbruck zustande kam, verdankt sich einem Zufall. Nach dem Tod des Zeichners Paul Flora, der auf der Hungerburg lebte und arbeitete, gelangte ein Teil seines Nachlasses in die Bibliothek des Tiroler Landesmuseums Ferdinandeum. Meine Kollegin Verena hat hier am Blog einen Bericht darüber geschrieben.

Damit sich Groß und Klein gleich zurechtfinden im Reich von Ritter Rost, gibt’s eine Landkarte.

Bei der Durchsicht der Materialien fiel Kustos Roland Sila ein Konvolut in die Hände, es trug den Titel „Der kleine Saurier“. Jörg Hilbert hatte es Flora vor vielen, vielen Jahren anlässlich einer gemeinsamen Ausstellung in Salzburg übergeben. Damals in der Hoffnung, Flora würde es vielleicht einem Verlag antragen. Doch der kleine Saurier verschwand in Floras Archiv.
„Heute hege ich den augenzwinkernden Verdacht, dass er die Sache in der ihm eigenen Güte unbemerkt aus dem Verkehr ziehen wollte, denn es war, wie ich heute sehe, eher der unbeholfene Versuch eines Anfängers als ein ausgereiftes Werk“, schreibt im Hilbert im Studioheft, das anlässlich der Ausstellung erschienen ist.

Der kleine graue Drache schlüpft und muss sich erst zurechtfinden in der Welt.

Vom kleinen Drachen zum Ritter Rost

Bezaubernd ist allerdings zu sehen, wie die ersten Gehversuche eines heute großen Zeichners ausschauen, wie er sich entwickelt hat. Die Ausstellung im Zeughaus bietet die Gelegenheit dazu. Im gefundenen Manuskript geht es um einen kleinen Saurier, der als Ei das Aussterben seiner Artgenossen überlebt und von Hennen ausgebrütet wird. Alle fürchten sich vor diesem unbekannten, farblosen Wesen. Doch der kleine Saurier gibt nicht auf, bekommt Farbe und findet Freunde.

Auf Augenhöhe mit dem kleinen Saurier geht’s für die kleinen Besucher durch die Ausstellung.

Aus der noch wenig ausgearbeiteten Figur des kleinen Sauriers entwickelte Hilbert den Feuerdrachen Koks, der Kinderherzen erobert. In der Ausstellung steht das Frühwerk großen Wimmelbildern aus der Ritter-Rost-Reihe gegenüber.

Ritter Rost und seine Freunde

1987 erfand Hilbert mit Ritter Rost einen wahren Antihelden, einen zaudernden, oft unbedarften Ritter in rostiger Rüstung, an seiner Seite das kluge Burgfräulein Bö und der Feuerdrache Koks, benannt nach einem Stück Kohle, also Koks. Sie lebten in einer Burg aus Eisen, einer Welt aus Schrott.
Wurde diese Idee von Verlagen zunächst freundlich, aber bestimmt abgelehnt, eroberten Ritter Rost und seine Freunde als Kindermusical die Herzen der kleinen und der großen Zuschauer. Die Musik dazu schuf Felix Janosa, Hilbert illustrierte die Geschichte um den „Knappen Feuerzeug“ komplett neu.

Die fantasievollen Figuren des Zeichners Jörg Hilbert begeistern auch erwachsene Besucher.

Ein Kinderbuchklassiker

1994 wurde Ritter Rost schließlich in Buchform gepresst – als erstes Kinderbuch überhaupt – lag diesem eine CD mit Liedern bei. Weitere Geschichten um Ritter Rost, Burgfräulein Bö und Feuerdrache Koks folgten und die Reihe entwickelte sich vom Geheimtipp zum Klassiker. Mittlerweile gibt es über 30 Bücher, dazu Filme, Fernsehstaffeln und eine Oper. Und: „Die Keimzelle zu alledem aber war der kleine Saurier“, so Hilbert.

Ran an den Zeichenblock, Ritter Rost und seine Freunde malen, oder selbst lustige Figuren erfinden.

Die wunderbar für Kinder aufbereitete – und auch Erwachsenenherzen ergreifende – Ausstellung „Vom kleinen Drachen zum Ritter Rost“ wartet mit vielen farbigen Eindrücken auf, in einem eigenen Raum können die Kinder malen, mit ihren Bildern eine Wand gestalten und in den Ritter-Rost-Büchern blättern.

Mit Ritter Rost durch die Geschichte

Die Ausstellung führt weiter in den ersten Stock, in die Dauerausstellung des Zeughauses – dort geht es mit Ritter-Rost-Figuren durch die landeskundliche Schau. So sind die Hexe Verstexe und die Zauberfee beim mittelalterlichen Hexenzauber zu finden oder steigen Ritter Rost und seine Freunde auf ein Abenteuer ins (Schwazer) Bergwerk.

Die Sonderschau führt auch in die Dauerausstellung des Zeughauses.

Dazu gibt es einen Folder mit Rätseln und Malvorlagen. Und: Im Zeughaus sind Stempel versteckt. Sie wollen gefunden werden.
„Vom kleinen Drachen zum Ritter Rost“ ist ein Vergnügen für die ganze Familie, eine bunte Auszeit mit den bezaubernden Figuren aus der Feder des Zeichners Jörg Hilbert.

Vom kleinen Drachen zum Ritter Rost
bis April 2021

Zeughaus – Tiroler Landesmuseen
Zeughausgasse 1, 6020 Innsbruck
Tel. +43 512 594893 13
Mail zeughaus@tiroler-landesmuseen.at
www.tiroler-landesmuseen.at
Öffnungszeiten DI –SO 9.00 – 17.00 Uhr
Infos zu aktuellen Sicherheitsvorschriften und Maßnahmen bezüglich Corona gibt es hier.

Eine Übersicht aktueller Ausstellungen und Veranstaltungen findet sich im Veranstaltungskalender von Innsbruck Tourismus.

Fotos, wenn nicht anders angegeben: © Susanne Gurschler