Wer würde nicht einmal gerne auf Zeitreise gehen? Anstatt von früheren Zeiten nur zu hören, sie auch wirklich sehen zu können. Ein Traum, der dank virtueller Hilfe der neuen Stadtführungen mit Virtual Reality Brille zumindest ein Stückchen weit erfüllt werden kann.

Das Tiroler Unternehmen rund um den Architekten und TimeTour Geschäftsführer Gordon Grusdat lädt ein zur Premiere ihrer Touren. Wir treffen uns vorm Metropolkino und starten gemeinsam mit Thomas Jabinger und Alexandra Mairhofer in eine längst vergangene Welt. Die beiden sind staatlich geprüfte Fremdenführer bei AustriaGuides und haben das Projekt mitentwickelt. Alexandra beginnt mit einer etwas anderen Zeitreise. Wir schließen die Augen, lehnen uns gemütlich zurück und tauchen in Gedanken in das Ende des 13. Jahrhunderts ein, als hier noch eine Holzbrücke stand. Sie wurde gebaut, um Anpruggen mit dem neuen Stadtteil zu verbinden.

Dreidimensionale Zeitreise um 1900

Den nächsten und auch ersten Zeitsprung mit VR-Brille unternehmen wir auf der Brücke selbst. Um 1900 sah die Marktplatzbrücke noch ganz anders aus und wurde mit schweren gußeisenen Verstrebungen verstärkt. In die Brille, im Grunde eine einfache “Plastikbox” schiebe ich mein Handy auf dem die zuvor geladene und eigens kreierte App läuft. Mittels QR-Code wurde sie am Anfang der Tour aktiviert und nun stehen mir mehrere Bilder zu Verfügung, welche man ansteuern kann. Entweder verwendet man nur das Handy – oder aber man spaltet per Knopfdruck das Bild und bekommt dank Brille einen dreidimensionalen Eindruck der Szene. Dank Nordung steht so die Ottoburg in der App genau dort wo – wenn ich die Brille abnehme – sie heute noch steht.

Eine ältere Dame kommt vorbei und setzt die Brille auf. “Na, so sah das aber früher nicht aus!” empört sie sich und rechnet zurück. Fast 90 ist sie mittlerweile und somit doch ein paar Jahrzehnte älter als das Bild. Wobei mit der Zeit erkennt sie dann doch einige Dinge wieder und freut sich.

Liebe zum Detail

Die in einem eigenen Programm nachgebauten Bilder basieren auf Recherchefotos und Abgleichen. Da viele der Häuser in der Altstadt heute noch stehen, konnte das Team beim Entwicklen der Nachbauten immer wieder mit einem Laser an den Originalgebäuden Maß nehmen. Anhand von Fotos aus der Unibibliothek und aus dem Stadtarchiv lassen sich selbst die kleinsten Details überprüfen.

Doch worauf sollte man nun achten? Hier kommen Alexandra und Thomas wieder ins Spiel, denn sie erzählen, wie bei “normalen Stadtführungen” auch was es zu sehen gibt – und gab.

Bisher sind vier alte Zeitreise-Bilder in die App integriert: die Marktbrücke, der Platz vorm neuen Haus der Musik (den früheren Stadtsälen), die Maria-Theresien-Straße und die Triumphpforte. Die Führung dauert insgesamt rund 90 Minuten und lässt auch Zeit für einen kurzen Stop vor dem Goldenen Dachl.

Sein Smartphone bringt man selbst mit, die VR-Brille wird einem für die Dauer der Tour geborgt. 

Sein Smartphone bringt man selbst mit, die VR-Brille wird einem für die Dauer der Tour geborgt.

Gordon, Entwickler, Alexandra Mairhofer und Thomas Jabinger.

Gordon Grusdat (Gründer), Chrisoph Nothegger (WuNu Labs) und die beiden Austria Guides: Alexandra Mairhofer und Thomas Jabinger.

TimeTour Infos

 

Stadtführungen in Innsbruck

Wir haben hier am Blog schon öfters über Stadtführungen in Innsbruck berichtet, hier ein kleiner Überblick: