Je besser man eine Stadt kennenlernt, umso spannender wird sie. Manche Gebäude faszinieren auf den ersten Blick, andere durch ihre Geschichte. Wir haben uns gemeinsam mit  Dr. Monika Frenzel, Stadtführerin und Autorin des Innsbruck Stadtführers aufgemacht, um die spektakulärsten Bauten der Moderne näher zu betrachten und haben vor lauter Staunen die Zeit fast übersehen. Diese vier Gebäude von internationalen Architekten kreuzt wohl jeder Gast in Innsbruck auf seinem Weg durch die Stadt. Sie sind es wert, inne zu halten und einen zweiten, genauen Blick auf sie zu richten:

1. Bergisel Sprungschanze

Zaha Hadid (2001-2002)

Eines der absoluten Must-Sees: Die Schanze ist eines der ersten Zeichen der Stadt, die sich dem Besucher offenbart, wenn er sich aus dem Süden kommend über den Brenner nähert. Selbst absoluten Architekturbanausen würde sie wohl sofort auffallen. Der oft als “modernes Wahrzeichen der Alpenmetropole Innsbruck” bezeichnete Bau wurde von der irakisch-britischen Star-Architektin Zaha Hadid entworfen. Dass die geschickte Verbindung zwischen Sportstätte und Aussichtsplattform mit Restaurant zahlreiche internationale Preise gewonnen hat, verwundert wohl niemanden mehr.

Die Sprungschanze am Rande der Stadt mit Blick auf die Berge.

Die Sprungschanze am Rande der Stadt mit Blick auf die Berge.

2006 wurde Zaha Hadid nochmals beauftragt, etwas für die Stadt Innsbruck zu entwerfen – die Hungerburgbahn mit ihrer Talstation in Mitten der Stadt (Station Congress). Sie ist ebenfalls ein wichtiger und imposanter Bau, den wohl jeder Gast im Zuge seines Besuches sieht.

Tipp: Die Sprungschanze ist auch aus der Nähe sehenswert (Eintrittspreise und Öffnungszeiten: www.bergisel.info) und beherbergt unter anderem auch das Panorama-Kaffeehaus, in dem es sich herrlich brunchen lässt!

2. Die Rathausgalerien

Dominique Perrault (1996-2002)

Die vom französischen Architekten Perrault entworfenen Rathausgalerien, das Hotel Penz und das Kaffeehaus 360Grad fügen sich mit viel Glaswänden geschickt in die Innsbrucker Altstadt ein. Wie auch an anderen Plätzen der Stadt spiegeln sich hier die Berge besonders schön in der Glasfassade.

Wer sich nicht von den Schaufenstern in den Galerien ablenken lässt, kann so einige weitere Besonderheiten erkennen, wie das bunte Glasdach von dem französischen Maler Daniel Buren im Hof oder die Wandgestaltung des Innsbrucker Multimediakünstlers Peter Kogler beim Ausstieg aus dem Lift am Weg zum 360Grad.

Peter Kogeler, Gestaltung der Gasfassade.

Peter Kogeler, Gestaltung der Gasfassade. Foto: Lea Hajner

Daniel Buren, Glasdach der Rathausgalerien.

Daniel Buren, Glasdach der Rathausgalerien. Foto: Lea Hajner

Das 360Grad Cafe mit Blick auf die Stadt.

Das 360Grad Cafe mit Blick auf die Stadt. Foto: Lea Hajner

Tipp: Ein Ausflug in den 7. Stock ins 360 Grad (kein Eintritt) lohnt sich bei schönem Wetter immer, und der Rundumblick auf die Stadt und die Berge rechtfertigt selbst die etwas höheren Preise!

3. Das Kaufhaus Tyrol

David Chipperfield (2009-2010)

Da hatte Innsbruck doch glatt einen, bevor Wien einen hatte: einen echten Chipperfield! 2010 eröffnete das vom britischen Meister des Understatements entworfene Einkaufszentrum auf der Maria Theresienstrasse. Wer aufmerksam betrachtet (am besten stellt man sich dazu einmal frontal in die Anichstrasse und nachher zur Annasäule in der Maria Theresienstrasse) wird die Winkel im Gebäude erkennen, dank denen sich die Fassade geschickt in die Häuserreihe einfügt.

An genau der gleichen Stelle stand übrigens bereits 1908 das erste Kaufhaus Tirols. Mehr über die Geschichte kann man auf einer Infotafel rechts nach dem Eingang erfahren.

David Chipperfield hat auch in Innsbruck seine Spuren hinterlassen.

David Chipperfield hat auch in Innsbruck seine Spuren hinterlassen. Foto: Lea Hajner

Innengestaltung des Kaufhaus Tyrol.

Innengestaltung des Kaufhaus Tyrol. Foto: Lea Hajner

4. Landhausplatz / Eduard-Wallnöfer-Platz

Arge Asteludin / Stiefel Kramer / Grüner (2011)

Ein Skateplatz direkt vor der Landesregierung? Das kann es wohl nur in der Sportstadt Innsbruck geben. Einer der wohl teuersten Skateplätze der Welt erstrahlt seit 2011 als heller Treffpunkt von Skatern, BMXer und Geschäftsleuten, die ihre Mittagspause in der Sonne verbringen. Eine Landschaft aus sanften Betonhügeln erstreckt sich über den Platz, der sowohl sehr urbane Elemente (zB Glaswände als Zäune) als auch landschaftliche Typologien (Hügel mit Bäumen und Sitzgelegenheiten) integriert. Die vier Denkmäler wurden beim Umbau miteinbezogen und sind in ihrer Funktion als Zeitzeugen in die Gestaltung integriert.

Skaten am Landhausplatz mit Blick auf die Nordkette. Foto: Lea Hajner

Skaten am Landhausplatz mit Blick auf die Nordkette. Foto: Lea Hajner

 

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Zwei bis dreistündige “Architektouren” zu den modernen Bauten Innsbrucks mit einer praktizierenden Architektin werden von PerPedes auf Nachfrage angeboten.

Per Pedes, Dr. Monika Frenzel
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Burggraben 3, 6020 Innsbruck
Tel +43 (0) 512 / 57 50 89