Selbst die größten Legenden haben einmal als kleine Erzählung angefangen. Nun sind auch die Winter World Masters Games 2020 in Innsbruck Geschichte. Eine Sportveranstaltung für Held*innen ab Dreißig, bei der sich über 3.100 Wintersportler*innen zehn Tage lang in zwölf verschiedenen Disziplinen messen konnten.

Spirit together

Ab Dreißig kann man schon auf ein gutes Stück Erfahrung zurückblicken. Meistens auch im Sport, denn da gehört man ab Dreißig schon bald zum eher alten Eisen. Und Stichwort (Edel-)Metall: Auch wer sich sportlich messen will,  kann irgendwann nicht mehr mit dem Sturm und Drang der Jugend mithalten. Höher, schneller, warte mal… Ab dreißig spielt man auch körperlich in einer eigenen Liga. Und so sind die Winter World Masters Games eine Veranstaltung im Geiste der Gemeinsamkeit, wo ehemalige Spitzensportler, Olympioniken und Weltmeister mit ambitionierten Hobbyathleten an den Start gehen. Free for all, ein Sportevent für jedermann! Unter dem Motto “Spirit together” motivierten die WWMG 2020 so über 3.100 Mitstreiter aus 56 verschiedenen Ländern. Und übertrafen so ganz nebenbei den Olympia-Teilnehmerrekord von Pyeongchang 2018.

Masters of Winter

Winter World Masters Games 2020

Innsbruck im Zeichen des winterlichen Zwölfkampfes: Die Winter World Masters Games 2020.

Als Event-Urgestein hat Innsbruck einiges an Erfahrung in Sachen sportlicher Superlativen zu bieten. So wurden gemeinsam mit dem Skigebiet Patscherkofel, der Olympiaregion Seefeld, dem Wintersport-Eldorado Kitzbühel, dem Schneeparadies St.Sigmund im Sellraintal und rund um Telfs zahlreiche Wettkämpfe in zwölf Wintersportdisziplinen ausgetragen. Alles auf oberstem olympischem Niveau, denn die Eventserie trägt längst das hochoffizielle Siegel des Olympischen Komitees. Die Fußgängerzone in der Innsbrucker Maria Theresien Straße wurde kurzerhand zum Event-Mittelpunkt (aka Masters Village) umfunktioniert – mit abendlichen Siegerehrungen, Teilnehmer-Performances (Lou Potter aus Canada), musikalischen Höhepunkten (Josh aus Wien), und fulminantem Rahmenprogramm (Feuerfinale von Pyroterra).

Ganz normale Helden

Helden haben ganz normale Namen. Sie heißen Andi, Anette oder Ainsworth und kommen aus Österreich, Norwegen oder sogar Jamaica. Die Liebe zum Sport verbindet, auch wenn in der Südsee kein Einheimischer Schnee kennt. Ein Andi Goldberger zeigt sich an den Schanzen in Seefeld beeindruckt vom Wagemut der Hobbyathleten. In Lahti sprang er 2002 zum Weltmeistertitel, aber heute zählt etwas viel Wertvolleres als Edelmetall: “Wenn einer schneller ist, ja mei, dann ist er halt schneller. Schließlich ist es doch die Freude am Sport, nicht der Sieg, der verbindet. Und gefeiert wird am Ende trotzdem immer gemeinsam!”, grinst der sympathische Springer in die Kamera.

Auch eine Anette Bøe erinnert sich gern an früher, sie wurde 1985 in Seefeld Langlauf-Weltmeisterin und ging heuer, 35 Jahre später, dort noch einmal an den Start. Natürlich eine absolut einzigartige Gelegenheit für Hobbysportler aus aller Welt sich auf Augenhöhe mit ihren alten Helden zu messen. So wie Ainsworth Moncrieffe, der Skirennläufer aus Jamaika, der Schnee liebt, aber immer noch ein bisschen “crazy” findet. Am Patscherkofel strahlt er ein Siegerlächeln, es ist egal wer am schnellsten unten ist. Am Ende sind sie alle Helden.

Helden hinter den Kulissen

Die besonderen Helden sind aber auch hier die heimlichen: Über 700 freiwillige Helfer aus aller Welt waren während der Winter World Masters Games in Innsbruck unermüdlich im Einsatz. Unauffällig hielten sie sich im Hintergrund und überließen den Sportlern das medienwirksame Rampenlicht. Wer die zahlreichen Events aber aufmerksam verfolgte, konnte die vielen senfgelben und signalblauen Volunteers kaum übersehen.

Volunteer Team Tirol

Über 700 freiwillige Helfer des Volunteer Teams Tirol unterstützten das Sportevent der Superlative.

Mit vereinten Kräften, viel Herzblut und außerordentlicher Leidenschaft schrieben die Winter World Masters Games von 10. bis 19. Jänner 2020 ein weiteres erfolgreiches Stück Tiroler Sportgeschichte. Mit alten Freunden, Vorbildern und Gleichgesinnten teilen, was man am liebsten tut – eigentlich kann es gar nichts schöneres geben.