Verrückt. Das ist mein erster und so ziemlich einziger Gedanke als ich Peter Kaiser und seine Homies im Dirtpark in Innsbruck besuche. Und da befanden sich die Jungs noch am sicheren Boden, beim Shapen eines gigantischen Landehügels. Wenig später ist dann ganz viel Luft zwischen Peter und dem Kicker. Über eine Holzrampe lassen sich die Biker mittels viel Speed hinauskatapultieren. Soo verrückt!

Und als wäre die unfassbare Airtime nicht genug, zaubert Peter Tricks aus dem Ärmel, die einem surreal vorkommen. Nohander, 360s, 720s (!), Frontflips, Backflips,… Und das alles irgendwo mitten in einem Wald hinter Innsbrucks Baggersee. Bald wird sich Peter bei Crankworx Innsbruck wieder mit der Weltelite des Sports messen. Der Wahl-Innsbrucker gilt dabei ganz klar als heißer Favorit: Er holte nämlich den Whip Off Sieg bei Crankworx in Rotura, Neuseeland. Ich hab’s euch ja gesagt – echt verrückt!

Peter erzählt im Interview wie seine Herangehensweise als Profibiker aussieht, was ein Sieg bei Crankworx für ihn und die Community bedeutet und ob er sich für Innsbruck auch große Chancen ausrechnet.

In Rotura Neuseeland konntest du die Crankworx Whip-Offs gewinnen. Hättest du mit einem Sieg gerechnet?

Absolut nicht. Ich war zwar bei den WhipOff’s immer vorne dabei und insgeheim war das nach dem ersten Crankworx in Innsbruck auch immer so ein kleiner Traum. Doch gerechnet hätte ich damit gar nicht. Bei Crankworx in Neuseeland (NZ) war mein Fokus ganz auf “Good Times”, Kollegen wiedersehen und einfach den NZ Trip schön abzuschließen. Umso überraschender kam dann auch der erste Platz.

Wie war die Atmosphäre bei Crankworx in NZ, wie hat sich der Tag für dich angefühlt?

Die ersten paar Tage von Crankworx waren schon super lässig. Die WhipOff’s sind in Neuseeland ja nachts unter Flutlicht. Das schafft schon ein eigenes Szenario. Dort dann zu gewinnen war echt speziell, vor allem die Nacht danach mit allen von Mons Royale und denen, die mich in den 6 Wochen in Neuseeland supported haben waren super gut – quality Vibes only.

Hat sich etwas geändert für dich nach dem Sieg? Welchen Stellenwert hat ein Crankworx für dich/für die Community?

Eigentlich nicht, genau die gleiche Freude am Radeln und der gleiche Spirit wie zuvor. Crankworx ist sozusagen der Superbowl des MTBs. Neben dem prestigeträchtigen Slopestyle Contest verbindet Crankworx auch alle anderen Disziplinen und Athleten miteinander, das ist was es so besonders macht.

Freust du dich schon auf Crankworx in Innsbruck?

Extrem, ja. Crankworx ist sicherlich immer eines meiner Lieblingsevents der Saison. Vermutlich einfach, weil die Stimmung dort immer gut ist und die ganze Szene wieder zusammen kommt.

Bei welchen Disziplinen startest du?

Bei den “WhipOffs” und beim “Speed&Style”.

Ändert sich für dich etwas, wenn du Daheim bei einem Contest startest?

Definitiv, so viele Locals da zu haben ist schon immer cool! Das pusht dich, wenn die Crowd hinter dir steht und viele Freunde mit dabei sind! Auch die Kurse sind immer die besten!

Rechnest du dir für Crankworx Innsbruck auch gute Chancen aus?

In Innsbruck war ich bis jetzt immer vorne dabei und der Sprung ist auch einer meiner liebsten. Sonst mach ich mir da aber wenig Gedanken drum. So wie’s kommt kommt’s.

Würdest du dich als Wettkampftyp bezeichnen?

Nicht wirklich. Ich schätze es einfach, dass ich gewisse Contests fahren darf, diverse Kurse fahren kann, dadurch viel am reisen bin und Freunde von überall her treffen kann. Die Freude für den Sport ist das wichtigste an dem Ganzen!

War ein Sieg bei Crankworx schon immer ein Traum/Ziel von dir? Oder würdest du eher sagen, dass der Erfolg eine Folge von deiner Leidenschaft für den Sport ist?

Ich hab mir früher immer gedacht es wär mal cool so einen Crankworx Check mit seinem Namen darauf daheim aufhängen zu können. [lacht] Gezielt darauf fokussiert war ich aber nie, das ist definitiv durch die Leidenschaft zum Radeln passiert.

Wie/wo trainierst du? Wie sind die Möglichkeiten hier in Innsbruck für Dirtbiker/BMXer?

Wirklich spezifisch trainiere ich eher selten, ich bin immer dort am Radeln wo es mir gerade am meisten taugt. Es gibt viele Tage an denen ich nicht nur auf meinem Slopestyle Bike sitze, sondern auch auf dem Endurobike und den Trails um Innsbruck. Ansonsten fahre ich oft mit den Jungs von RIPBMX am neuen Spot. Sonst auch immer wieder mal auf den Crankworx Kursen. Und immer wenn es im Winter frischen Neuschnee hat, geht man untertags powdern und abends in die Skatehalle.

Was fasziniert dich an dieser bestimmten Spielart des Bikens? Was ist das Besondere daran?

Die Vielfalt an verschiedenen “Spielarten” die es gibt. Es spielt keine Rolle wo oder auf welchem Bike man unterwegs ist, langweilig wird’s nie. Favorit ist dann aber trotzdem sicher mein Slopestyle Bike.

Fährst du auch Downhill/Enduro?

Recht viel, ja! Nicht direkt Rennen, aber daheim sitze ich auf den zwei Rädern sehr oft! Eine schnelle Runde am Arzler Alm Trail geht sich immer aus.

Wie erlebst du die Dirtbike-Szene in Innsbruck und vergleichsweise international? Gibt es große Unterschiede?

Ich würde die Szene mal als klein und fein bezeichnen. Wobei sie über die letzten Jahre gut gewachsen ist. Wir haben definitiv eine gute Crew die immer motiviert am Shredden ist.

 

Vielen Dank für das Gespräch!

Wir drücken alle Daumen für Peter Kaiser bei Crankworx Innsbruck vom 12. bis 16. Juni 2019 im Bikepark Innsbruck – Muttereralm!