Wenn sich kommendes Wochenende elektrische Entladungen im Inntal bemerkbar machen, ist es endlich wieder so weit: Wetterleuchten! Der Wind trägt fernes Donnergrollen. Aber wo kein Wölkchen sich zum Gewitter türmt, Fragezeichen. Hier hat der Wettergott ausnahmsweise Werbepause, denn am 14. und 15. Juli steht die Innsbrucker Nordkette beim Wetterleuchten 2018 einmal mehr im Zeichen der elektronischen Musik. Ohrenzeugen der vergangenen Jahre berichten von einer märchenhaften Soundkulisse, die dem beeindruckenden Alpenpanorama einen entsprechend würdigen Soundtrack verpasst.

„Aui.“ (Rauf.)

Wer will findet Wege, weiß der Wanderer. Das wahrscheinlich höchste Festival der Welt (2.000 Meter Seehöhe) erreicht man allerdings ganz bequem in 20 Minuten – mit der Gondel von der Talstation Hungerburg. Hier steht auch ein professioneller Parkplatz bereit, der Fahrzeuge für die Dauer der Veranstaltung fürsorglich verwahrt – auch der Stadtbus hält hier. Eine Berg- und Talfahrt ist im Festivalticket natürlich inkludiert. Man darf aber auch ganz altmodisch zu Fuß gehen. Dauert zwei Stunden für den “Spaziergang” ab Hungerburg und dient der körperlichen und seelischen Vorbereitung. Wanderstöcke, Glasflaschen, Signalfackeln, Bierkonserven und ähnliche Zweckmittel sind am Festivalgelände allerdings unerwünscht und bleiben lieber zuhause. Schont Rücken, Rucksack und zeigt Rücksicht.

„Oi.“ (Runter.)

Feiern bis der Morgen graut und verträumt die Stadt erwachen sehen? Von Seiten der Veranstalter ist das Campen am Festival sogar ausdrücklich erwünscht. Dabei gelten natürlich die üblichen Verhaltensregeln – man kennt das ja von zuhause. Von dort sollte man sich jedenfalls auch genug Verpflegung einpacken (lassen), warme Jacke inklusive. Gut vorbereitet ist in jedem Fall halb gefeiert, vor allem hochalpin. Von der Sonnencreme bis zur Sturmhaube muss man da grundsätzlich mit Allem rechnen. Taschenlampe und festes Schuhwerk sind selbstverständlich, ein Lächeln gerne auch. 

Gegen Bares hält sonst das Restaurant Seegrube G’schmackiges und Erfrischendes zur Stärkung bereit. Falls einen dann doch unerwartet das Heimweh packt, fahren die Gondeln ausnahmsweise bis drei Uhr Früh. Vom nächtlichen Abstieg ist nämlich in jedem Fall abzuraten, sagt der Hausverstand. 

Gondelfahrt mit der Nordkettenbahn zur Seegrube

Gondelfahrt mit der Nordkettenbahn zur Seegrube: Aufstieg leicht gemacht.

„Gaudi.“ (Freude.)

Auf der Alm, da gibt’s koa Sünd’. Und auch keine Sperrstunde. Oder Anrainer. Man darf sich von Samstag (16:00) bis Sonntag (17:00) auf 25 Stunden handverlesenes Line-Up freuen. So bittet beispielsweise das sympathische Innsbrucker Originalprodukt Little Element zum elektronischen Sundowner (20:00). Das Wiener Singer-Songwriter Duo Usagi is Dead (21:30) eröffnet daraufhin die Nacht mit einer sphärischen Live-Performance, dicht gefolgt von den House- und Technovirtuosen Pulsinger und Irl (23:00). Als Mitternachtseinlage gibt sich dann das Mexikanische Ausnahmetalent El Muerte die Ehre (00:30). Wohl sortiert führt das Festivalprogramm so durch die Nacht und spannt den erzählerischen Bogen gekonnt bis in die After-Hour am nächsten Morgen.

Gemeinsam hat man bekanntlich mehr von der Gaudi. Damit das kollektive Tanzvergnügen trotzdem übersichtlich bleibt, sind die Tickets begrenzt. In den letzten Jahren sogar restlos ausverkauft. Day-Tickets für den musikalischen Sonntagsbruch ab halb neun gibt es allerdings nicht im Vorverkauf. Hier bietet sich am Sonntag noch die Möglichkeit an der Kasse der Nordkettenbahn (Talstation Hungerburg) spontan zu sein.

Nordkette Wetterleuchten CD

20er: Nordkette Wetterleuchten 2018 Line-Up CD

Ansonsten kann man dem Wetterleuchten aber auch im Tal lauschen: Beim 20er-Verkäufer des Vertrauens erhält man das diesjährige Line-Up nämlich jetzt schon auf CD (4€). Und wer am Wochenende die Ohren spitzt, kann es in Innsbruck dann vielleicht wieder hören, das Wetterleuchten.