“Wo Mensch und Berg sich begegnen, ereignen sich große Dinge, die sich im Gedränge der Straßen nicht verwirklichen lassen.” William Blake


Der englische Dichter dachte bei diesen Worten höchstwahrscheinlich nicht an Innsbruck, und dennoch hätte er es nicht treffender sagen können. In welcher anderen Stadt sonst käme man auf die Idee einen Staffellauf auf dem Berg auszurichten? Wo sonst wäre das überhaupt möglich?

Nordkette Quartett: Spielplatz

Die Nordkette. Spielplatz der Kleinen und der Großen. Foto: Lea Hajner

 

Nicht ohne Grund ist genau dieses Zitat am Fenster der Bergstation der Nordkettenbahn, auf der Seegrube, zu finden. Genau dann wenn der Sommer anrückt und die letzten Schneereste sich verabschieden, am 5. April ist es zum zweiten Mal so weit. Das Nordketten-Quartett ruft Profi- und Animateur-Sportler auf sich in Viererteams zweimal auf den Berg und zweimal vom Berg hinunter zu jagen. Um die Wette, die Pokale und die Ehre.

Nordkette Quartett

Die vier schweißtreibenden Disziplinen:

1. Mountainbike hinauf:
Zuerst geht es 800 Höhenmeter von der Hungerburg bis zur Dreierstütze mit dem Mountainbike bergauf. Der Schnellste hat dafür im vergangen Jahr sage und schreibe nur 22:05 Minuten gebraucht.

2. Skitour hinauf:
Dann übernehmen die Skifahrer mit ihren Tourenski die nächsten 600 Höhenmeter. Zuerst über die Skipiste, dann über die steile Seilbahnrinne aufs Hafelekar. Das letzte Stück ist hier so steil, dass die Ski auf den Rucksack gepackt werden müssen und getragen werden. Das tatsächliche Ende der Tour wird nach Lawinengefahr am Vortag bestimmt.

3. Abfahrt mit Ski oder Snowboard:
Nun kommt die Skifahrer auch ein wenig zum Laufen, nämlich den Weg bis zur steilen Karrinne. Von dort geht es mit einem Gefälle von 70% rasant bergab, an der Seegrube vorbei und bis zur Dreierstütze. Eine Abfahrt, die so manchen Skifahrern auch ohne dem Druck eines Wettkampfes Kopfzerbrechen bereitet. 

4. Der Battle der Downhiller:
Die finale Strecke führ über die Forststraße bis zum Anfang des Nordketten Singletrails. Der Singletrail is einer der spektakulärsten und schwierigsten Trails in Europa, wird allerdings etwas entschärft für das Rennen. Sebastian Simku ist Student in Innsbruck und einer der Stammgäste des Nordketten Singletrails. Für den Innsbruck Blog ist er den derzeit befahrbaren Teil mit einer GoPro abgefahren. Wer jetzt noch Zweifel hegt, dass “Downhillen” mächtig Mut erfordert darf sich gerne selbst vor Ort ein Bild machen.

Hier ein kleines Video:

So sehen Gewinner aus! Foto: Felix Schüller. Gewonnen wird im Team, und die sind auch dieses Jahr wieder motiviert. Daniel Regensburger (gebürtiger Innsbrucker, Freerider und Filmemacher) ist einer von ihnen, mit seinem Team hat er im letzten Jahr den zweiten Platz belegt.

Daniel Regensburger Daniel Regensburger. Foto: ebenso

Welche drei Eigenschaften sollte man mitbringen um beim Nordketten-Quartett genau richtig zu sein?
Alle vier sollten physisch recht fit sein, sonst wird aus Spaß schnell eine Quälerei! Egoisten sind fehl am Platz – es ist ein Teamwettbewerb und jeder gibt sowieso  alles was er kann, egal ob sich das dann positiv oder negativ auswirkt… Wenn danach alle vier ihr gemeinsames Bier genießen können, hat das Team alles richtig gemacht!

Wo sollte man sich als Zuschauer am besten platzieren um möglichst viel vom Spektakel zu sehen?
Wenn man sich mehr für die Skidisziplinen interessiert, ist die Sonnenterrasse (Einfahrt Kasermandl) genau richtig. Wenn man lieber den Bikern zuschauen möchte, ist die Gegend rund um die 2er-Stütze interessant.

Bei welchem der vier Streckenabschnitte kann man deiner Meinung nach am besten Zeit rausholen?
Prinzipiell entscheiden die Uphill-Athleten über größere Zeitunterschiede, wenn die Downhill Strecken allerdings lang genug sind, haben wir schon auch ein Wörtchen mitzureden!

Du bist ja für das Whiteroom Film-Projekt das ganze Jahr über weltweit viel unterwegs. Was macht Innsbruck für dich so einzigartig?
Ich bin seit vorgestern aus dem Iran zurück, was ein riesen Abenteuer war, allerdings komme ich immer wieder gerne heim! Wenn man viel in der Natur ist, bietet IBK’s Umgebung einfach unzählige Möglichkeiten… und welche Stadt kann schon mit so einem fetten Ambiente mithalten?!

Danke für das Interview, viel Spaß und Erfolg am 5. April!

Update: 5. April: Wir gratulieren Daniel Regensburger und seinem Team zu Sieg 2014! Sebastian Simku ist mit seinem Team 13. geworden, starke Leistung für den ersten Antritt!

Weitere Informationen: Das Nordketten Quartett findet am 5. April 2014 statt. Anmelden kann man sich in Viererteams online auf www.nordketten-quartett.at. Auch für Zuschauer gibt es entlang der Strecke eine Menge guter Plätze zum Beobachten und Anfeuern.