Wenn sich zur leiblichen auch eine Wahlmama gesellt, wird der Muttertag zur Shopping-Challenge und Innsbruck zum Geschenks-Eldorado.

Ja, Sie haben richtig gelesen: Es gibt zwei Mütter in meinem Leben: Die erste (leibliche) ist ein klassischer Typ, darum nenn´ ich sie auch gerne mal „Lady Di“ oder „schöne Irene.“ Die zweite ist die Mutter meines Patenkindes und zufällig auch meine beste Freundin. Sie ist quasi mein Alter Ego im Fortpflanzungszyklus und ein bisschen verrückt, edgy und ziemlich cool.

Mein Plan: Für beide das ideale Muttertagsgeschenk finden. Sprich: außergewöhnlich, persönlich und vielleicht noch mit einem originellen Bezug zu Stadt und Land, sozusagen als Mascherl am Packerl. Zeitraum: zwei Stunden, Ortsbegrenzung: Museumstrasse bis Goldenes Dachl. Ziemlich ambitioniert, finde ich. Ziemlich aussichtslos, findet Mutter Nummer 1, die – wie könnte es anders sein – Anspruchsvolle der beiden.

Erster Stop

Die Drogerie „Gewusst wie Tachezy“ in der Museumstraße 22. Als bekennender Beauty-Junkie versorge ich meine Liebsten immer gerne mit den neuesten Beauty-Produkten und weiß: Örtliche Preziösen sind die Königskür für unsereins und natürlich findet man die nicht in den großen Drug-Stores, sondern in den kleinen, lokal geführten Geschäften. Und akkurat werde ich fündig: Hier gibt es die gesamte Produktpalette des Tiroler Steinöls. Die Marke kenne ich zwar dem Namen nach, in der Hand hatte ich sie bisher allerdings nie. Die Verpackungen sind vielversprechend simple, schwarz und fallen üppig aus. Die Produktpalette übrigens auch – zumindest wenn man sie auf die Größe des kleinen Familienunternehmens bezieht. Nach dem erstem Testen, lässt sich vermerken: Die Texturen sind durchwegs angenehm, der Duft ebenso. Die heilende Wirkung des gebundenen Schwefels kann ich nicht riechen, sondern macht sich nur am Etikett des Hauttonics bemerkbar „hautbelebend, spannungslösend, speziell bei Muskelkater.“ Hauttonic? Noch nie zuvor gehört! Ist schon gekauft.

Drei in einer Reih´: Auch preislich sind die Produkte von TIROLER STEINÖL ganz auf einer Linie. Sie bewegen sich zwischen € 13,- und € 20,-.

Drei in einer Reih´: Auch preislich sind die Produkte von TIROLER STEINÖL ganz auf einer Linie. Sie bewegen sich zwischen € 13,- und € 20,-.

Zweiter Stop

Immer ein guter Tipp, egal in welcher Stadt man ist, sind Museumsshops. Nein, nicht nur was sinnlosen Krimskrams zur heimischen Geschichte angeht, sondern auch für Schmuck und exklusive Haushaltsgegenstände. Diese Idee hab ich mir von Diana Vreeland abgeschaut, der langjährigen Chefredakteurin der US-Vogue. Die hatte wirklich Klasse und auch was ich hier entdecke hat Klasse: Im Musseumsshop des Ferdinandeums in der Museumstraße 15 erlebe ich eine Überraschung: Handgeblasene Gläser im gotischen Look bis barocker Prägung reihen sich neben Schmuckstücke aus Bronze in vor- und frühgeschichtlicher Optik. Die Preise? Absolut überschaubar. Die Wirkung? Einfach nur genial!

Geschichte zum Anfassen (und nach Hause nehmen) gibt´s im Landesmuseum Ferdinandeum.

Geschichte zum Anfassen (und nach Hause nehmen) gibt´s im Landesmuseum Ferdinandeum.

Ferdinandeum

Dritter Stop

Am Weg Richtung Goldenes Dachl mache ich kurz einen Schwenker nach links, in die Erlerstraße 10. Dort befindet sich seit Mitte November ein Novum in der Stadt Innsbruck: Der Concept Store „Resort“. „Concept Store“ klingt so kosmopolit, riecht nach Paris und New York und genauso sieht es hier auch aus. Die Produkte kenne ich – fast – alle, aber eben nicht ausschließlich aus den obengenannten Städten. Im Geschäft muss ich sofort nachfragen und erfahre ich, dass der Besitzer Daniel Matt zwar aus dem benachbarten Städtchen Hall stammt, aber in Paris Design studierte und für Vivienne Westwood tätig war. Aha-Effekte stellen sich ein und eine ungeahnte Kaufwut. Zehn Minuten später verlasse ich das Geschäft mit dem „Ferrari unter der Naturkosmetik“, einer dekorativen Vase (optische und monetärer Abgleich ergaben: Schnäppchen!), einem Konfekt der Marke egal, Hauptsache ich weiß „Hof-Confiseur der Queen“ und einer Duftkerze, die aus einem Haus stammt, dass sich die letzte (und aktuell älteste) Wachsmanufactur Frankreichs nennen darf. Preis: Hab weggesehen. Man muss auch olfaktorische Opfer bringen können.

Hier tickt die Uhr in Richtung Zukunft: Im Concept Store "Restore" finden sich nur wegweisende Produkte, die trotzdem auf eine lange Tradition zurückblicken können: Die Reinigung "Carrot Butter" von THE ORGANIC PHARMACY kostet € 49,95. Die herzigen Süßigkeiten von PRESTAT sind hingegen zum Anbeißen günstig: Sie kommen auf € 16,-. Allein die Duftkerze von CIRE TRUDON ist etwas teurer. Der Preis von ca. € 60,- geht allerdings der Nase nach!

Hier tickt die Uhr in Richtung Zukunft: Im Concept Store “Restore” finden sich nur wegweisende Produkte, die trotzdem auf eine lange Tradition zurückblicken können: Die Reinigung “Carrot Butter” von THE ORGANIC PHARMACY kostet € 49,95. Die herzigen Süßigkeiten von PRESTAT sind hingegen zum Anbeißen günstig: Sie kommen auf € 16,-. Allein die Duftkerze von CIRE TRUDON ist etwas teurer. Der Preis von ca. € 60,- geht allerdings der Nase nach!

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Vierter Stop

Am Weg Richtung Altstadt stolpere ich am Sparkassenplatz noch über die Buchhandlung Haymon. Die lockt mit einem besonders schlauem Geschäftskonzept: Der gleichnamige Verlag hat einfach eine kaufmännische Niederlassung eröffnet, die nicht nur mit vielen heimischen Literaten aufwartet (Schwerpunkt Belletristik), sondern auch besonders einladend ist. Der „Bauchladen“ des Buchladens besteht nämlich aus einer breiten Fensterbank, auf der sich viele bereits bekannte wie auch unbekannte Titel stapeln. Draußen wie drinnen kann man sitzen und gustieren. Am persönlichen Speiseplan steht bei mir: Ein Krimi, der von einer Innsbrucker Bestatterin handelt (Bernhard Aichner “Die Totenfrau), ein historischer Roman über eine Bewohnerin des Schloß Ambras Philippine Welser (Jeannine Meighörner “Die Wolkenbraut) und einem Erzählband, dessen Titel mich einfach reizt: „In einer Bar unter dem Meer“ (von Christoph W. Bauer). Als Gruß aus „der Küche“ lasse ich mir noch die Trilogie „Innsbrucker Alltagsleben“ aufquatschen (von Lukas Morscher). Gottseidank: Die historischen Bilder und Ausschnitte aus u.a. Tageszeitungsberichten sind lehrreich, spannend und lustig. Ich nehme alle drei Bänder, dann bleibt mir auch einer und wir können später tauschen. Geschenk mit Mehrwert, quasi.

Muttertag, Buchhandlung Haymon, Lukas Morscher, Cristoph W. Bauer, Bernhard Aichner IMG_2370 (960x1280) IMG_2371 (1280x960) IMG_2378 (1280x960)

Fünfter Stop

„Sag es durch die Blume“ denk´ ich still bei mir und schlüpf noch schnell am Burggraben 5 in den Blumenladen von Brigitte Hajny. Der fällt sowieso in mein persönlich persönliches Shoppings-Einzugsgebiet (total subjektiv, aber für mich definitiv der beste Blumenladen Innsbrucks!) und bestelle einen Muttertagsstrauß und einen Blumentopf – nur um auf Nummer sicher zu gehen und weil mir die Damen dort erklären, dass beides voll im Trend liegt. Zeitgeist hin oder her, weil beides zu schwer ist, muss schlussendlich ein Kompromiss her: Ein Strauch Hortensien in einem dieser bezaubernden Übertopfe, die auch schon die Terrasse meines leidgeprüften Freundes wie ein Schwarm Wespen überziehen. Wobei: Der Vergleich hinkt, nur die Farbe stimmt…

Blumen Hajny, Muttertag, Innsbruck IMG_2390 (960x1280) IMG_2392 (960x1280) IMG_2412 (960x1280)

Zwischenstand

Eine Stunde und 45 Minuten sind vorbei, im Endspurt geht es zu Brigitte Pacher-Bliem, die eingeklemmt zwischen Goldenem Dachl und einem Bistro, ihren handgemachten Schmuck – vornehmlich wunderschön filigrane, traditionelle Tiroler Edelweiße aus Gold- und Silberfäden – spinnt und hämmert. Ihr Sinn für das Grazile verbindet sich mit einem ausgesprochenen Gesprächssinn und so erfahre ich, dass sie ihre handgemachten Edelweiße ab sofort nur mehr Online oder in verschiedenen Innsbrucker Museums-Shops vertreibt. Museums-Shops? Da war ich bereits! Also zurück auf Start? Niemals! Dieses schmucke Detail spare ich mir für einen der kommenden Feiertag auf, nehme die ergatterten Schätze mit  und sonne mich bereits am Heimweg in der Gewissheit, dass der Ruf „beste Tochter/Freundin“ wieder für einige Zeit entspannt über meiner Eingangstür hängen darf.

Man muss kein Edelweiß mehr pflücken, um seiner Liebsten (oder wahlweise auch anspruchsvollen Mutter), die Liebe zu beweisen. Im Gegensatz zu dem hochalpinen Pendant in echt sind diese unvergänglich. Aktuell gibt es sie über www.edelweiss-tirol.com.

Man muss kein Edelweiß mehr pflücken, um seiner Liebsten (oder wahlweise auch anspruchsvollen Mutter) die Liebe zu beweisen. Im Gegensatz zu dem hochalpinen Pendant sind diese unvergänglich. Aktuell gibt es sie über www.edelweiss-tirol.com zu kaufen.

Solltest auch du auf den Shopping-Geschmack gekommen sein, findest du hier hilfreiche Shopping-Links: innsbruck.info