Am 16. und 17. Dezember findet eine Neuauflage der Igler Kunst- und Handwerkstage – kurz die Igler Art – statt. Es ist die nunmehr 18. Ausgabe. Die Igler Art wird heuer also volljährig. Aber das ist nur einer von vielen guten Gründen, die für einen vorweihnachtlichen Kunstspaziergang durch den beschaulichen Ortskern von Igls sprechen.

 

Ich mag Igls. Die kleine, von Innsbruck nur rund drei Kilometer entfernte Gemeinde, strahlt eine gewisse Romantik aus. Einerseits ist der dörfliche Charakter insbesondere im Ortskern noch stark ausgeprägt, andererseits verbucht Igls eine lange Tradition als Urlaubsort, in dessen Umgebung für Sportler und Genießer keine Wünsche offen bleiben.

Igls vereint Beschaulichkeit mit touristischer Infrastruktur.

Igls vereint Beschaulichkeit mit touristischer Infrastruktur.

Um Sport geht es in diesem Beitrag aber nicht. Höchstens um ein paar dafür nützliche Accessoires. Denn bunte Mützen und Handschuhe sind ebenso Bestandteil des vielfältigen Angebots der Igler Art wie handgewebte Gebrauchstextilien, farbenprächtige Bilder und hochkarätige Fotografien, Schmuck aller Art, weihnachtliche Blumenarrangements, Karten, Praktisches und Schönes aus Holz oder Keramik und vieles mehr.

Breite Palette

„Über 30 Ausstellerinnen und Aussteller werden in diesem Jahr bei der Igler Art mitwirken“, freut sich Vereinsobmann Dr. Stephan Hofinger. Ich treffe ihn beim „Haus des Gastes“.

Das "Haus des Gastes" wird im Rahmen der Igler Art ebenfalls als Ausstellungsfläche zur Verfügung stehen.

Das “Haus des Gastes” wird im Rahmen der Igler Art ebenfalls als Ausstellungsfläche zur Verfügung stehen.

Gemeinsam wollen wir einen kleinen Rundgang starten, um euch schon vorab einen Einblick darauf geben zu können, was euch am dritten Adventwochenende in Igls erwartet.

Die Kunst- und Handwerkstreibenden von Igls laden ein.

Die Kunst- und Handwerkstreibenden von Igls laden ein.

Manche der KünstlerInnen verkaufen ihre Kreationen nämlich ganzjährig in den gemütlichen Geschäften, die rund um das Zentrum angesiedelt sind. Andere werden an den zwei Ausstellungstagen öffentliche Räume nutzen, um ihre Kunst temporär anzubieten. Unsere erste Station bildet der Kunstwerkstall am so genannten Grätschenwinkelweg.

Der Kunstwerkstall wurde in einem der ältesten Bauernhäuser des Dorfes eingerichtet.

Der Kunstwerkstall wurde in einem der ältesten Bauernhäuser des Dorfes eingerichtet.

Wie der Name schon sagt, wurde hier der Stall eines uralten Bauernhauses zum Geschäftslokal umfunktioniert. Eine gelungene Verwandlung! Familie Zimmermann verkauft im Kunstwerkstall Selbstgemachtes und Regionales.

Selbstgemachtes und Regionales findet sich in den alten Gemäuern.

Selbstgemachtes und Regionales findet sich in den alten Gemäuern.

Die "Spezialität" von Familie Zimmermann sind Keramik- und Holzarbeiten.

Die “Spezialität” von Familie Zimmermann sind Keramik- und Holzarbeiten.

Die „Spezialität“ bilden kreative Werke aus Holz und Keramik. Darüber hinaus finden sich aber auch Kerzen, Patschen, Decken und allerlei andere kleine Freuden in den Regalen.

Zeit zum Neugierigsein

„Die Besonderheit der Veranstaltung war und ist ihre Vielfalt und Beschaulichkeit abseits lauter Adventmärkte“, zeigt sich Hofinger durchaus stolz auf die lange Erfolgsgeschichte der Igler Art und ergänzt. „Das bewährte Konzept ist, dass man bei uns zu Fuß zu vielen interessanten (orange geschmückten) Ausstellungspunkten flanieren kann, dabei ständig Neues entdeckt, Bekanntes wiederfindet, Kreativität bestaunen und mit den KünstlerInnen und Kunst-HandwerkerInnen plaudern kann.“

Landschaftsfotograf Thomas Defner wird ein neues Buch präsentieren.

Landschaftsfotograf Thomas Defner wird ein neues Buch präsentieren.

Genau das tun wir auch. Ein paar Hausecken weiter treffen wir Thomas Defner in seinem Atelier. Er ist Landschaftsfotograf in dritter Generation und lichtet vorwiegend Tiroler Motive ab, wagt sich zwischendurch aber immer wieder mal gerne an Modernes.

Der Meister wagt sich immer wieder gerne auch an Modernes - hier etwa hat er Graffitis auf einem alten Snowboard verewigt.

Der Meister wagt sich immer wieder gerne auch an Modernes – hier etwa hat er Graffitis auf einem alten Snowboard verewigt.

Einen Querschnitt seines und des Schaffens seiner Vorfahren hat er im Buch „Fotografie von 1925 bis heute“ festgehalten. Es ist im Tyrolia-Verlag erschienen und wird anlässlich der diesjährigen Igler Art präsentiert.

Zeit zum Innehalten

Zurück am Dorfplatz werfen wir einen Blick in den Blumenladen Tau. Inhaberin Karin Tauber bindet gerade einen schönen Winterstrauß – die Kundschaft wartet an der Kassa.

Im Blumenladen: Karin Tauber bei der Arbeit.

Im Blumenladen: Karin Tauber bei der Arbeit.

Es blüht und glitzert überall. Man sieht sofort: Karin und ihr Mann Martin sind wahre Meister, wenn es darum geht, mit Naturmaterialien Dekoratives herzustellen. In kleinen und großen Ausführungen, für drinnen und draußen.

Weihnachtlich-dekoratives an der Straßenecke.

Weihnachtlich-dekoratives an der Straßenecke.

Apropos drinnen und draußen: Am 16. und 17. Dezember wird nicht nur Kunst präsentiert – die Igler Art wird auch von einem schönen Rahmenprogramm flankiert. Auf die Besucher warten unter anderem adventliche und sagenhafte Klänge von Rosa Mystica, ein Konzert des Igler Art Ensembles, Aufführungen des beliebten Stabpuppentheaters, Traudls kreative Kinderwerkstatt und weihnachtliche Lesungen von Walter Sachers.

Der Hit bei den Kleinen: Das Stabpuppentheater

Der Hit bei den Kleinen: Das Stabpuppentheater

Dazu ein paar Kekse und Kiachln und man ist perfekt auf das Fest eingestimmt, denn die letzten Weihnachtsgeschenke zu finden, ist auf der Igler Art ein Leichtes!

Ully Arakelian hat ebenfalls ein Händchen für liebevolle Handarbeit.

Ully Arakelian hat ebenfalls ein Händchen für liebevolle Handarbeit.

Zum Beispiel bei Ully Arakelian, die in ihrem Shop jede Menge liebevoll Selbstgebasteltes anbietet und die mit ihrem Mann Philipp außerdem wenige Türen weiter feinsten Schmuck im Sortiment führt.

Vereinsobmann Stephan Hofinger und seine Stellvertreterin Ully Arakelian freuen sich schon auf die Neuauflage der Igler Art.

Vereinsobmann Stephan Hofinger und seine Stellvertreterin Ully Arakelian freuen sich schon auf die Neuauflage der Igler Art.

Ully Arakelian war es übrigens auch, die ihrerzeit gemeinsam mit Stephans Frau Karin Hofinger stellvertretend für die örtlichen Kunst- und Handwerksbetriebe die Initiative zur Durchführung der Igler Art ergriff. Die Idee war es, so den Ort zu beleben – und sie fruchtete.

Zurück zum Ursprünglichen

Wir statten auch Regina Knoflach noch einen Besuch ab. Sie webt seit fünf Jahren und hat sozusagen ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht.

"Ein Gegengewicht zum Konsumwahnsinn" möchte Regina Knoflach bilden.

“Ein Gegengewicht zum Konsumwahnsinn” möchte Regina Knoflach bilden.

Auf alten Webstühlen entstehen Gebrauchstextilien der unterschiedlichsten Art, von der Tischwäsche über Läufer bis hin zu Tischsets, Handtüchern und Schals. Mit einem steten „klack-klack“ fixiert Regina Faden um Faden, bis ein Stück Stoff fertig ist. Sie will mit ihrer Arbeit ein „Gegengewicht zum Konsumwahnsinn“ bilden. Mit Erfolg: „Die Leute, die Handgemachtes zu schätzen wissen, werden mehr“, sagt sie.

Feinste Stoffe handgewebt - das und noch viel mehr gibt es am 16. und 17. Dezember bei der Igler Art.

Feinste Stoffe handgewebt – das und noch viel mehr gibt es am 16. und 17. Dezember bei der Igler Art.

In diesem Sinne freuen sich die Veranstalter auch heuer wieder auf zahlreiche Interessierte bei der Igler Art, die in ihren 18 Lebensjahren zu einem kulturellen Fixpunkt im Advent gereift ist.

Zu Fuß von Höhepunkt zu Höhepunkt. Das solltest du dir nicht entgehen lassen!

Zu Fuß von Höhepunkt zu Höhepunkt. Das solltest du dir nicht entgehen lassen!

„Mit viel Pioniergeist, Umgewissheit, Lampenfieber und Luftballons hat es einst begonnen und sich als buntes Vereinsprojekt prächtig entwickelt. Bis hin zu Volljährigkeit. Jetzt beglücken wir die Besucher mit reifen Leistungen und wie immer auch mit Neuem“, lädt Hofinger abschließend alle Gäste und Einheimischen noch einmal herzlich ein, vorbeizuschauen und den Weihnachts-Countdown ganz „nach Igler Art“ zu genießen.

Die Igler Art verspricht wieder ein buntes Programm!

Die Igler Art verspricht wieder ein buntes Programm!

Igls ist von Innsbruck aus mit der Buslinie „J“ oder – viel idyllischer – mit der Igler Bahn Nr. 6 erreichbar. Hier geht’s zum Fahrplan mit Abfahrtszeiten.

Fotos: Tamara Kainz

Titelbild: TVBI/Christof Lackner