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Iglu im Kühtai: Eine Nacht im Schnee

Mal was ganz anderes im Winter erleben? Mittlerweile gibt es überall viele Alternativen zum alpinen Skisport und auch ausgefallenere Ideen werden immer beliebter. Es gibt eben nicht nur EINE Art den Winter zu genießen, sondern sehr viele. Im Kühtai wartet ein ganz besonderes Wintererlebnis auf seine Gäste: eine Nacht im Iglu Dorf. Von Ende Dezember bis April kann man hier auf 2.000 Metern Seehöhe in einem von zwölf Iglu-Zimmern übernachten. Gebaut [1] wurden sie ausschließlich aus Schnee, nur die Türen sind aus Holz. 

Ein weißes Zimmer ganz dunkel

Gleich am Anfang der Übernachtung gegen 17:00 Uhr werden die zwölf Iglus aufgesperrt, damit jeder sich einen Eindruck über die verschiedenen Schnitzereien verschaffen kann, die hier an den Wänden prangen. Es sind überdimensional große Tiere, die plastisch aus den Wänden hervorspringen. In der Mitte jedes Iglus befindet sich eine große Matratze, die mit kuscheligen Schaffellen bedeckt wird. Am Kopfende stehen kleine Holzkisten für Gegenstände, die man verstauen möchte und es gibt die Möglichkeit die Beleuchtung zu regulieren. Sogar sein Handy kann man über einen USB-Anschluss laden. Wenn man mit einem Knopfdruck alle Lichter ausmacht, wird es in dem sonst ganz weißen Zimmer schlagartig dunkel. Wer gerne kühl und im Dunkeln schläft, findet hier garantiert den Traum schlafloser Nächte und einen ruhigen Tiefschlaf!

Jedes "Zimmer" ist anders gestaltet.

Jedes “Zimmer” ist anders gestaltet.

Kunstvoll werden die Alpentiere in die Wände geschnitzt.

Kunstvoll werden die Alpentiere in die Wände geschnitzt.

Fotos kann man hier nicht genug machen.

Fotos kann man hier nicht genug machen.

Schneeschuhwanderung

Doch ich freue mich zuerst noch auf etwas Bewegung, denn vor dem Abendessen kann jeder der möchte auf eine kleine Schneeschuhwanderung in den Zirbenwald mitkommen, der etwas oberhalb liegt. Dabei wird mir auch nochmal so richtig warm. Wobei es einen wichtigen Hinweis der Guides gibt: bloß nicht schwitzen! Denn Schweiß kühlt schnell aus und dann friert man leichter und das gilt es heute Nacht auf jeden Fall zu vermeiden.

Wir gehen also gemütlich auf den Hang und genießen die Aussicht auf den Ort Kühtai bei Nacht. Auf den Pisten sieht man die emsigen Pistenbullys arbeiten, die in den Nachtstunden die Pisten präparieren. In den Hotels gehen nach und nach die Zimmerlichter an und aus. Vermutlich sind die meisten Hotelgäste gerade am Weg zum Abendessen. Und das haben auch wir jetzt vor! In Schneeschuhen geht es den Hang bergab und hinein in die gute Schnee-Stube.

Das Kühtai bei Nacht. @LeaHajner

Das Kühtai bei Nacht. @LeaHajner

Gaudi bei der nächtlichen Schneeschuhwanderung.

Gaudi bei der nächtlichen Schneeschuhwanderung.

Abendessen im Iglu

Während die Iglu Bar auch für Nicht-Übernachtungsgäste am Nachmittag sowie Abend geöffnet ist, ist das Abendessen den Übernachtungsgästen vorbehalten. Das Menü ist einfach aber gut: es gibt eine klare Suppe mit Einlagen und danach echtes Schweizer Käsefondue. Die Käsemischung wird extra in der Schweiz angefertigt und schmeckt herrlich cremig. Wer auf den Geschmack gekommen ist, kann sie sogar im Shop erstehen zum Mitnehmen. Dort gibt es auch Wärmflaschen und warme Socken, sollte man zu wenig gute Kleidung eingepackt haben. Auch wenn die Nacht im Iglu-Dorf keine Expedition ist – bei rund 0 Grad kann einem schon kalt werden.

Käsefondu hin Dahinschmelzen!

Käsefondu hin Dahinschmelzen!

Saunieren auf 2.000 Metern

Damit das nicht passiert, gibt es luxuriöse Waschräume außerhalb der Iglu-Anlage. Hier kann man im Warmen bei Bedarf sogar nochmal duschen oder man schließt sich der Saunarunde an. In einem Container steht eine voll funktionstüchtige Sauna für acht Personen, die nach dem Abendessen bereits vorgeheizt wurde und bereit steht. Ideal zum Aufwärmen. Für den Aufguss muss man allerdings selbst sorgen. Wer sich danach kurz im Schnee wälzt, kann ein weiteres Highlight zu seiner Igluübernachtung hinzuzählen.

Stimmungsvoll erleuchtet die Feuerschale das Iglu Dorf.

Stimmungsvoll erleuchtet die Feuerschale das Iglu Dorf.

Ab ins Iglu!

Dann geht es nach einem kurzen Besuch an der Feuerschale schnell ins Bett. Dafür schlüpft man zuerst in ein dünnes Baumwoll-Inlay und dann in den Expeditionsschlafsack. Mir ist warm, sicherheitshalber habe ich mir noch dazu meine Trinkflasche mit heißem Wasser gefüllt, die gibt reichlich Wärme bis in die frühen Morgenstunden ab. Um auch meine Nase zu schützen ziehe ich die Mütze tief ins Gesicht und lass mich in die Matratze fallen. Schneller als gedacht schlafe ich tief und fest. Nachts mal kurz aufs WC gehen vermeide ich allerdings dann doch. Und so bin ich kurz bevor um halb acht Tanja vom Iglu-Team an die Tür klopf bereits halbwach. Ein kräftiger Kräutertee, der wie ein in heißem Wasser aufgelöstes Ricola Kräuterzuckerl schmeckt, hilft beim Aufwachen.

Fertig zusammengepackt geht es nun gemeinsam einmal über die Straße ins wunderschöne Hotel Jagdschloss [2]. Das alte Haus durfte ich vor einigen Jahren mit dem Grafen [3] besichtigen. Nun wurde in einer der Stuben für alle Iglugäste bereits festlich gedeckt und ein schier endlos langes Frühstücksbuffet wartet. Unglaublich wieviel man doch in nur 15 Stunden erleben kann, inklusive Schlafen! Fast wie eine kleine Reise, eine Auszeit vom Alltag kommt mir die Igluübernachtung vor. Nur eine Stunde später bin ich bereits wieder in Innsbruck und wenig später auch wieder am Arbeitsplatz. Schade eigentlich, denn so eine heiße Schokolade an der Iglubar würde mir jetzt auch schmecken…

Besonders schön ist es zu Sonnenuntergang im Dorf.

Besonders schön ist es zu Sonnenuntergang im Dorf.

Infos

Weitere Infos: www.iglu-dorf.com [4]

Die Übernachtungen beginnen jeweils um 17:00 und enden mit dem Frühstück am nächsten Tag. Idealerweise hängt man einen Skiurlaub oder Städtetrip nach Innsbruck an diese ungewöhnliche Nacht an. Preise: ab 129€ pP/Nacht im gemischten Iglu, Romantiker-Iglus zu zweit ab 179€ pP/Nacht.

Tipp: Eine Übernachtung lässt sich auch mit dem neuen Ski PLUS City Pass verbinden, über den hat Lena erst kürzlich hier am Blog berichtet [5]! Sellrain-Insider Lukas erklärt am Blog auch warum, die Region Kühtai-Sellrain so schneesicher ist [6].

Öffnungszeiten

Wer einfach nur “mal schauen” gehen möchte kann das auch machen, die Bar hat MO, MI und FR nachmittags 15:00-17:00 Uhr geöffnet und abends ab 20:00 Uhr auch für Nicht-Iglugäste! SA und SO ist von 13:00-16:00 geöffnet.

Saison 2019/2020:

Anreisetipps

Mit dem Auto sind es rund 40 Minuten von Innsbruck Zentrum ins Kühtai. Achtung bei viel Schneefall, es gibt Tage an denen Kettenpflicht herrscht, oder wo sie notwendig sind! Die Autorin spricht hier aus Erfahrung. Entspannter ist die Anreise mit dem Regionalbus 4166 bis zur Station Kühtai Jagdschloss in etwas mehr als einer Stunde vom Hauptbahnhof Innsbruck aus.

 

Sämtliche Fotos in diesem Artikel: © Lea Hajner

[7]