Ta-ta-ta-taaaaa! – Wer kennt ihn nicht, den Auftakt der fünften Sinfonie von Ludwig van Beethoven. Heuer wird der 250. Geburtstag des Komponisten gefeiert – von Wien bis Bonn, von Berlin bis Innsbruck heißt es: Beethoven-Jahr 2020!

Die fünfte, die Schicksalssinfonie von Ludwig van Beethoven beginnt wuchtig: Ta-Ta-Ta-Taaaaa!

Schon zu Lebzeiten ein Popstar, ein Kassenschlager, bescherte uns Beethoven (1770–1827) magische Musik, unverkennbar, revolutionär für seine Zeit. Der Komponist verfügte über das absolute Gehör. Schon als junger Mann litt er unter starkem Hörverlust, weswegen sich der gefeierte Pianist gänzlich aufs Komponieren verlegte. Als Beethoven seine neunte Sinfonie schrieb, die bekannte Ode an die Freude (uraufgeführt 1824), war er längst taub. Die Töne konnte er sich nur noch vorstellen.

Im Archiv der Musiksammlung des Ferdinandeums finden sich einige Gustostückerln zu Beethoven …

Beethoven und Innsbruck

Im Gegensatz zu Wolfgang Amadeus Mozart (hier geht’s zur Spurensuche meines Bloggerkollegen Werner Kräutler) kam Beethoven nie nach Innsbruck. Spuren des großen Komponisten finden sich trotzdem. Die Musiksammlung des Ferdinandeums verzeichnet rund 400 Objekte, darunter Erstdrucke, Handschriften. Auch eine Kopie der Totenmaske des berühmten Mannes lagert im Archiv. Solche Masken waren lange ein beliebtes Schmuckstück in bürgerlichen Haushalten.

… insgesamt sind über 400 Objekte zum Thema Beethoven gelistet.

Johann Gänsbacher, in jungen Jahren Sängerknabe in Innsbruck und Student an der hiesigen Universität, gehörte zu jenen Berufskollegen Beethovens, die dessen Sarg in Wien zu Grabe trugen, erzählt Franz Gratl, Leiter der Musiksammlung des Ferdinandeums.

Mit Kraft und Präzision

Und schon zu Lebzeiten Beethovens war seine Musik in Innsbruck zu hören. 1824 führte der Innsbrucker Musikverein die Egmont-Ouvertüre auf. Sie wurde, so stand im Boten für Tirol zu lesen, mit „besonderer Kraft und Präcision vorgetragen“.
Im Jahr darauf hieß es in derselben Zeitung: „Wir halten Beethoven für den genialsten und tiefsten Meister gegenwärtiger Zeit, dem auch aus der Vergangenheit wohl Wenige sich an die Seite stellen dürften.“ Das Publikum überforderte das Gehörte offensichtlich. Es sei von diesem „lau“ aufgenommen worden, kritisierte der Schreiber.

Der Innsbrucker Musikverein eröffnete sein Programm 1824 mit Beethovens Ouvertüre zu Egmont.

Beethoven-Jahr 2020 in Innsbruck

Heute ist Beethoven ein funkelnder Fixstern am Klassikhimmel. Und selbstverständlich wird der 250. Geburtstag des Meisters auch in Innsbruck gebührend gefeiert. Für alle Liebhaber seiner Musik hier eine Auswahl aus den Beethoven-Darbietungen 2020.
Zur Einstimmung eignet sich die Beethoven-Gala am 8. März im Haus der Musik. Mit diesem Konzert feiern die Tiroler Barockinstrumentalisten gleichzeitig ihr 20-Jahr-Jubiläum.

Das Konzert des Kammerorchesters Basel im Rahmen der Meister & Kammerkonzerte ist ausverkauft. Foto: © Lukasz Rajchert

Zweimal lässt sich Beethoven im Rahmen der Meister- & Kammerkonzerte genießen, am 19. März bei „Verdichtung in f-Moll“ des US-amerikanischen Brentano String Quartets im Haus der Musik und am 2. Juni beim Konzert des Kammerorchesters Basel im Congress. Wer für letzteres Karten besitzt, kann sich doppelt freuen: Es ist bereits ausverkauft! Aber keine Sorge, es geht hochkarätig weiter!

In Feierlaune

Am 3. Juli laden Attilio Cremonesi und Anna Fontana zur „Hommage à Beethoven“ ins Ferdinandeum. Sie spielen die vierhändige Klaviermusik Beethovens auf einem Originalinstrument aus der Sammlung des Ferdinandeums, einem Hammerflügel des Orgelbauers Johann Georg Gröber, 1849 in Innsbruck gestorben.

Neun Sinfonien komponierte Ludwig van Beethoven, an der zehnten arbeitete er bis zu seinem Tod.

Auch bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik holt man Beethoven ins Programm. Neben dem Festwochenkonzert „Beethoven!“ am 17. August im Dom zu St. Jakob (musikalische Leitung Alessandro De Marchi) lässt sich auch die Oper „Leonore“ von Ferdinando Paër in den Reigen einfügen. Ein Jahr vor Beethovens „Fidelio“ vertont, erzählt sie dieselbe Geschichte.

Vom Landeskonservatorium

Und zum Abschluss des Beethoven-Jahrs 2020 noch ein besonderer Leckerbissen: Am 18. Oktober lädt die Liedklasse des Tiroler Landeskonservatoriums zu einer Abschlussmatinee ins Ferdinandeum. Unter der Leitung von Annette Seiler präsentierten die Nachwuchskünstler Lieder von Beethoven und seinem Wiener Freundeskreis. Erarbeitet haben sie das Programm im Rahmen eines Workshops. Der Eintritt ist frei. Ein weiterer Termin, der bei mir fett im Kalender steht.
Wie es ausschaut, wird das ein echtes Beethoven-Jahr in Innsbruck: Ta-ta-ta-taaa!

Veranstalter und Spielstätten

Haus der Musik
Universitätsstraße 1
6020 Innsbruck
Tel. +43 512 520740
info@hdm-innsbruck.at
www.haus-der-musik-innsbruck.at

Innsbrucker Festwochen der Alten Musik
Meister & Kammerkonzerte Innsbruck
Universitätsstraße 1 
6020 Innsbruck 
Tel. +43 512 571032
festwochen@altemusik.at
meisterkammer@altemusik.at
www.altemusik.at

Tiroler Barockinstrumentalisten/Vokalensemble NovoCanto
Feldweg 1
6402 Hatting
office@barockmusik.at
www.barockmusik.at

Tiroler Landeskonservatorium
Paul-Hofhaimer-Gasse 6
6020 Innsbruck
Tel +43 512 508 6852
konservatorium@tirol.gv.at
www.konstirol.at

Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum
Museumstraße 15
6020 Innsbruck
Tel. +43 512 594890
info@tiroler-landesmuseen.at
www.tiroler-landesmuseen.at

Tiroler Landestheater & Orchester GmbH Innsbruck
Rennweg 2
6020 Innsbruck
Tel. +43 512 52074
tiroler@landestheater.at
www.landestheater.at

Tickets für die Veranstaltungen lassen sich bequem im Innsbruck Tourismus am Burggraben buchen. Immer auf dem Laufenden bezüglich des musikalischen Angebots in und um Innsbruck hält innsbruck.info

Fotos, wenn nicht anders angegeben: © Susanne Gurschler