Innsbrucker sind bekannt für ihre Kreativität. Sei es um die geradeso noch fahrbaren Lines eines Berges zu spotten, neue Routen zu kreieren (Kunstwerk Kletterroute), oder ähm… auf Schnee zu biken?
Der möglicherweise und mit hoher Wahrscheinlichkeit einzige Ski/Board und Bike Downhill Cup hat vergangenes Wochenende im Bikepark Innsbruck bei Mutters Halt gemacht. Bei zapfigen und nicht nur gefühlten Minus 17 Grad stützten sich ganze 117 unerschrockene Jungs und Mädels jeglichen Alters die Skipiste hinunter. Und nein, wir haben heuer definitiv keinen schneearmen Winter und ja, es klingt nicht nur verrückt.

Bike Snow Schnee Winter Radfahren Downhill Lines Schneefräs'n Bikepark Innsbruck Mutterer Alm Cup Serie Rennen Racing

84 Biker gingen auf der Mutterer Alm an den Start der Rennstrecke.

Verrückt vielleicht, aber auch ultra spaßig!

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Der Lines Bike & Snow Schneefräs’n Cup hält was er verspricht. Gefräst wird da allemal, Stürze sind scheinbar fast schon plangemäß bei jedem Lauf einkalkuliert. Eine besonders fiese Eisplatte stellte sich am Sonntag als Schüsselstelle heraus und lies die meisten Bikereifen chancenlos wegrutschen, passiert ist zum Glück niemanden etwas. Ob es beim Downhill im Winter oder im Sommer mehr blaue Flecken abgibt, weiß nur ein schneeerprobter Biker – aber dem ist das wahrscheinlich egal. Mit Enduro-Bikes oder Downhillern schlängelten sich die Teilnehmer durch die rot-blau gesteckten Tore, über Wellen und sogar in die gebauten Schnee-Anlegerkurven. Dazwischen wurde immer wieder ein Skifahrer/Snowboarder auf die Strecke gelassen. Man konnte zugegebenermaßen erkennen, dass hier das Sportgerät eher im richtigen Element bewegt wird, aber das macht das Event umso einzigartiger – die große Mehrzahl des Rennens machten nämlich Radfahrer aus.

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Vollste Konzentration ist angesagt.

 

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Ob Race-Zwerg oder Snow-Bike Frischling, im Ziel war jeder Sieger.

Thomas Rieger wurde Zweiter bei den Herren und ist ein bekanntes Gesicht in der Österreichischen Downhillszene. Er ist bei den Rennen in Innsbruck quasi Stammgast am Stockerl. Er hat uns kurz erzählt warum er so gerne hier ist und worauf es beim Schneebiken ankommt:

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Thomas Rieger bei seinem Lauf zu Silber

Servus Thomas! Im Lines Schneefräs’n Cup bist du fleißig aktiv, das spiegelt sich auch in deiner Platzierung im Overall-Ranking wider. Kannst du für uns kurz zusammenfassen was den Bike & Snow Cup besonders macht und was dieses Rennen im Bikepark Innsbruck im Vergleich zum Rest der Serie auszeichnet?

Thomas: Bereits letztes Jahr bin ich fast alle Rennen des Lines Schneefräs’n Cup mitgefahren. Es ist einfach etwas Besonderes auf einer Skipiste im Schnee zu racen. Das Rennen hier und die lokale Szene in Innsbruck sind super entspannt. Auch die vielen Kids, die in Innsbruck immer am Start sind machen Freude und zeigen, dass sich der Sport in die richtige Richtung entwickelt. Auch wenn ich selbst aus Niederbayern komme, fühle ich mich eher mit der Österreichischen Szene verbunden… Die Atmosphäre ist hier bei euch irgendwie entspannter und das macht auch das Rennen in Innsbruck so attraktiv.

Heute hat es bei dir ja nicht ganz für die Bestzeit gereicht. Weißt du wo Christian noch die halbe Sekunde Vorsprung auf deinen zweiten Platz herausgeholt hat?

Thomas: Puh, gute Frage. Nach meinem verpatzten Rennen am Petzen wollte ich dieses mal einfach wieder auf dem Podium stehen und Punkte für die Gesamtwertung sammeln. Für die halbe Sekunde hätte ich wohl noch aggressiver fahren müssen. Aufgrund der eisigen Bedingungen hätte das aber auch wie bei vielen anderen Startern zum Sturz führen können, das wollte ich nicht riskieren.

Never stop riding

Insgesamt ist der Lines Schneefräs’n Cup eine echt coole Rennserie. Und echt cool ist auch, dass wir in Innsbruck das Biken leben, Sommer wie Winter – bei Plus- oder Minusgraden, weil wir einfach niemals genug davon bekommen können. Der Bikepark Innsbruck bietet als erstes Skigebiet Österreichs eine permanente Snowbike-Strecke an, die es Locals und Gästen ermöglicht das ganze Jahr über zu biken. Check it out!

 

Fotos: Moris Lauinger, Fabian Spindler

Video: Fabian Spindler