Nur selten kommt man in den Genuss eines Abends wie diesen. Die Kochprofis checkten die Ecolounge by Jabinger in Innsbruck und ich durfte die Abschlussarbeit in Form eines erlesenen 6-Gänge-Menüs testen, das Inhaber Manfred Jabinger gemeinsam mit den TV-Köchen präsentierte. Feinste Kunst am Teller und viel Herzlichkeit – eine schöne Kombination!

Die Kochprofis sind da! Jetzt wird dem Familienbetrieb geholfen. Foto: Tamara Kainz

Die Kochprofis sind da! Jetzt wird dem Familienbetrieb geholfen. Foto: Tamara Kainz

Ich mag es, wenn Leuten geholfen wird und Storys happy enden. So wie jene in Innsbruck. Ohne spezielle Erwartungen, aber doch mit einer gewissen Neugierde betrat ich Ende September die Ecolounge, wo die Kochprofis eingecheckt hatten. Es herrschte reges Treiben. Die Stars des Abends waren schon seit sechs Uhr morgens (!) am Werk, um bei den Gästen des Abschlussdinners einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Das ist mehr als gelungen, so viel kann ich an dieser Stelle schon mal vorausschicken!

Auf einen gelungenen Abend! Hausherr Manfred Jabinger (2.v.l.) mit Nils Egtermeyer, Frank Öhler und Andi Schweiger (v.l.) Foto: Tamara Kainz

Jeder Handgriff im Bild

Kamerateams und Regieleitung samt Assistenten drängen sich durch das Lokal und die relativ kleine Küche. Wie die Tage zuvor auch. „Seit drei Tagen heißt es lächeln, umdrehen, die Zweite“, beschreibt Gastgeberin Maren Jabinger lachend, wie die Dreharbeiten so vonstatten gehen.

Die Kamera als dauernder Begleiter – nahezu jeder Handgriff des Küchen- und Serviceteams wird festgehalten. Foto: Tamara Kainz

Es macht ihr offensichtlich nichts aus, dauernd im Bild zu sein. Ja, sie wirkt direkt routiniert, wenn sie zwischendurch immer wieder mal interviewt wird – stressige Situation hin oder her. Wenig überraschend, dass nahezu jeder Handgriff von Küchen- und Serviceteam in den Kasten soll. Das gehört eben dazu. Und am Ende zählt das Ergebnis. Das steht auch für Frank Öhler, Andi Schweiger und Nils Egtermeyer im Vordergrund. Lässig schütteln uns die Kochprofis die Hand und sofort bestätigt sich der sympathische Eindruck, den die Drei im Fernsehen machen. Angeschlagenen Restaurants auf kompetent-feinfühlige Art wieder auf die Beine helfen, das ist ihre Mission – das bereitet ihnen Freude.

Maren Jabinger lässt sich trotz des Trubels nicht aus der Ruhe bringen. Foto: Tamara Kainz

Zwei Gault-Millau-Hauben

Die Starköche haben sich für die Ecolounge vorwiegend um organisatorische und finanzielle Belange gekümmert. „Sie haben von der Kalkulation weg alles dorthin gerückt, wo es hingehört“, schmunzelte ein müder, aber überglücklicher Manfred Jabinger später. Die Sache war nämlich tatsächlich die, dass die Kochprofis an seinem Essen kaum etwas auszusetzen hatten. Der 48-Jährige steht immerhin seit über dreißig Jahren in der Küche und hat bereits zwei Gault-Millau-Hauben erkocht. Er weiß, wie es geht!

Schnitzel und Toast sind von der Karte gestrichen! Manfred Jabinger konzentriert sich ab sofort wieder auf wahre Kochkunst. Hochkarätig und exklusiv - eben das, was viele andere nicht so gut können, wie er. Foto: Tamara Kainz

Schnitzel und Toast sind von der Karte gestrichen! Manfred Jabinger konzentriert sich ab sofort wieder auf wahre Kochkunst. Hochkarätig und exklusiv – eben das, was viele andere nicht so gut können, wie er. Foto: Tamara Kainz

Eher lag es wohl am Standort in der Innsbrucker Rossau – außerhalb des Stadtzentrums – dass die Gäste insbesondere abends ausblieben, mutmaßten alle. Fehlendes Marketing tat sein Übriges. Jetzt aber sollen diese Turbulenzen der Vergangenheit angehören. “Wir konnten Perspektiven und Zuversicht schaffen und Manfred hat jetzt wieder mehr Lust am Kochen“, resümierte Frank Öhler alias “Fo” und ist sicher: „Innsbruck braucht so ein gediegenes Angebot wie das der Ecolounge.“

Schon etwas her, aber trotzdem: Zwei Gault-Millau-Hauben versprechen beste Qualität in der Ecolounge. Foto: Tamara Kainz

Schon etwas her, aber trotzdem: Zwei Gault-Millau-Hauben versprechen beste Qualität in der Ecolounge. Foto: Tamara Kainz

6 Gänge deluxe

Aber zurück zum Dreh und rein ins Geschehen, wo wir seitens RTL II inzwischen kurz über den geplanten Ablauf des Abends instruiert werden. Es war nicht allzu kompliziert (Drehbuch gibt es keines): Handy aus und sich darauf gefasst machen, dass nicht nur die Kamera laufend auf einen gerichtet werden wird, sondern auch das Mikrofon genutzt werden will. Ok, das kam nicht gerade unerwartet, wahrscheinlich ist es anderen aber angenehmer, als mir …

Vorher: Kurze Instruktion - die Kamera wird heute unser ständiger Begleiter sein. Foto: Tamara Kainz

Vorher: Kurze Instruktion – die Kamera wird heute unser ständiger Begleiter sein. Foto: Tamara Kainz

Los geht’s – eintreten, Aperitif nehmen – hmmm Granatapfel – zügig weiter gehen in das ansprechend eingerichtete Lokal, am schön gedeckten Tisch Platz nehmen. Der Hausherr kündigt den ersten Gang an, ein Vertreter der Weinhandlung Gottardi empfiehlt das passende Tröpfchen. Es wird serviert, die Spannung ist groß, haben doch sogar die Kochprofis zugegeben, bei ihren Einsätzen selten auf einem so hohen Niveau unterwegs zu sein.

Nachher: Wie angekündigt - die Aufzeichnung läuft ... Foto: Tamara Kainz

Nachher: Wie angekündigt – die Aufzeichnung läuft … Foto: Tamara Kainz

Kulinarisch 1a

Die Wachtel-Crepinette mundet sehr. Anerkennendes Nicken auch auf den umliegenden Tischen. Langsam lässt sich erahnen, dass sich Kalbs-Carpaccio – mein Blogger-Kollege Vil Joda notiert sich „waaaaaaaaaaa :)“ für seinen späteren Bericht – Bachforelle, Schweinebäckchen und Hirschrücken quasi gegenseitig überbieten werden.

Was braucht's der Worte mehr? Wir freuen uns auf ein köstliches Dinner. Foto: Tamara Kainz

Was braucht’s der Worte mehr? Wir freuen uns auf ein köstliches Dinner. Foto: Tamara Kainz

So ist es auch. Ausnahmslos jede Speise kommt perfekt daher. Die einzelnen Geschmackskomponenten explodieren nur so im Mund. Zugegeben, Hirsch ist nicht unbedingt mein Ding, aber den Stimmen meiner Tischnachbarn zu urteilen, hätte auch dieser Gang nicht besser zubereitet sein können.

Die Wachtel-Crepinette an Apfel-Kürbis-Vogerlsalat bildet die erste Kostprobe des (wieder) eingeschlagenen Kurses der geradlinigen Haubenküche. Foto: Tamara Kainz

Die Wachtel-Crepinette an Apfel-Kürbis-Vogerlsalat bildet die erste Kostprobe des (wieder) eingeschlagenen Kurses der geradlinigen Haubenküche. Foto: Tamara Kainz

Ebenso raffiniert war die Komposition der Bachforelle. Foto: Tamara Kainz

Ebenso raffiniert war die Komposition der Bachforelle. Foto: Tamara Kainz

Pfiffig: Hirschrücken mit Wurzelgemüse und Quinoa. Foto: Tamara Kainz

Pfiffig: Hirschrücken mit Wurzelgemüse und Quinoa. Foto: Tamara Kainz

Begleitet werden die delikaten Fleisch- und Fischgerichte von kreativen und vorwiegend heimischen Beilagen. Wir lassen uns jeden Happen genüsslich auf der Zunge zergehen, ehe Birne, Pistazie, Vanille und Schokolade den kulinarischen Teil des Abends abschließen. Tosender Applaus für die Küchenmannschaft – jawohl, redlich verdient!

Begeisterung auf allen Seiten

Die Kameras halten die letzten Sequenzen fest, Geschenke werden ausgetauscht. Zufriedene Gesichter überall, die Stimmung ist fantastisch. Ambiente, Getränke und natürlich das Essen waren einfach toll, darin sind sich alle einig. Großes und ehrliches Lob von Gästen und Kochprofis – das Echo für Familie Jabinger ist überwältigend.

Essen, Getränke, Ambiente - alles einfach super! Pamela Peer (Mitte), Stefan Sonnweber (l.) und Florian Erhart (r.)kommen bestimmt wieder. Foto: Tamara Kainz

Essen, Getränke, Ambiente – alles einfach super! Pamela Peer (Mitte), Stefan Sonnweber (l.) und Florian Erhart (r.) kommen bestimmt wieder. Foto: Tamara Kainz

Zwei Stammgäste freuten sich ganz besonders mit den Jabingers: Miriam Köfler und Fritz Hakl haben die Kochprofis gerufen, um ihren Freunden zu helfen. Foto: Tamara Kainz

Zwei Stammgäste freuten sich ganz besonders mit den Jabingers: Miriam Köfler und Fritz Hakl haben die Kochprofis gerufen, um ihren Freunden zu helfen. Foto: Tamara Kainz

Die Entscheidung, mitzumachen, fiel zwar nicht ganz leicht – immerhin muss alles, aber auch wirklich alles was den Betrieb angeht, offen gelegt werden – aber: „Ich weiß jetzt, wo es hingehen soll und was Sinn macht“, zeigte sich der Chef froh über die Entscheidung, für die Zukunft gerüstet und frischen Mutes. „Das, was wir mit den Kochprofis gemacht haben ist das, was wir von Herzen gerne tun. Wir werden einfach geil kochen, damit die Leute einen guten Grund haben, zu uns zu kommen.“

Abschlussbild: Familie Jabinger mit den TV-Köchen. Foto: Tamara Kainz

Nach dem beeindruckenden Testessen kann auch ich einen Besuch in der Ecolounge nur empfehlen. Wenn du aber zu meiner und der von Vil lieber noch eine dritte Meinung lesen willst, bitteschön – Foodbloggerin Lisa Hauser hat das Erlebte in ihrem Blog Koch mit Herz ebenfalls ausführlich zusammen gefasst. Die Sendung wurde am 17. November 2016 ausgestrahlt. Wer das verpasst hat, kann hier nochmal reinschauen. Es lohnt sich!

Kontakt: Ecolounge, Stadlweg 23, A-6020 Innsbruck, T: +43 (0) 512 341634, M: chill@ecolounge.at Öffnungszeiten: Mo. bis Fr. 10.00 bis 24.00 Uhr, Sa. nur auf Reservierung, So. und feiertags geschlossen