Go Sushi. Go Innsbruck. Teil I

Japans Küche wird auf höchstem Niveau stilsicher interpretiert. Das Interieur ist für Designliebhaber ein Vergnügen. Hier ist die Schickeria zu Hause: In Sensei´s Sushi Bar in Innsbruck serviert Dil Ghamal Sushi, Maki und Sashimi auf Spitzenniveau. Falstaff und Gault-Millau bestätigen es. Ich war mit ihm auf der Nordkette – dem Dach der Stadt.(”

Sensei Sushi Bar Innsbruck

Nordkette: Dil Ghamal am Hafelekar – Entertainer und Sushi-Meister. Foto: Vil Joda.

Küche

Sensei heißt auf japanisch Meister, meisterlich ist hier auch die Küche: 84 Punkte im Falstaff Guide und 13 Punkte im Gault-Millau-Führer zeichnen Dil´s Gaumenfreuden aus. Das Japanische wird von ihm avantgardistisch weiterentwickelt und mit Elementen anderer Länder angereichert. Der Chef persönlich empfängt euch mit einem Gruß aus der Küche. Ich hatte Thunfisch mit grünen Bohnenkernen, Sprossen und Gurken an Limetten-Dressing mit einer Idee von Koriander. Neben exzellentem Sushi, Sashimi und Maki kredenzt er nepalesische Gerichte, denn wie sein Name schon verrät, ist Dil kein Japaner, sondern Nepalese: „Speisen aus Nepal erinnern mich an meine Heimat – ein Schmäh für mich, aber nicht mehr“, grinst er. „Den Gästen schmeckt es gut.“

Sensei Sushi Bar

Nobel speist ihr im Sensei, Design und Qualität sind erlesen. Foto © Lukas Schaller

 

Neben Sushi gibt es versuchenswertes:

•    Lachs- oder Thunfisch Tartar
•    gebratene Jakobsmuscheln
•    gebratenes Thunfischsteak mit Wok-Gemüse
•    Gyoza (Teigtaschen) mit Zwiebeln und Koriandersauce

Die Miso-Suppe fällt hier würziger aus als anderswo – mein Favorit. Der Algensalat ist ebenso geschmacksintensiv. Viel mehr als die üblichen Verdächtigen wie Lachs, Butterfisch, Thunfisch und Garnelen gibt es leider nicht, aber zumindest Aal und Weißfisch. Stilvoll angerichtet sind Nigiri Sushi, Sashimi, Maki, Temaki oder Ura Maki. „Die Zutaten müssen passen und frisch sein. Qualität ist wichtig“, sagt Dil. Wo ist das nicht so? Herr Sensei bestellt seinen Fisch teilweise per Flugpost – den Butterfisch zum Beispiel aus Japan. Was die Präsentation der Speisen betrifft: „Meine Kunstwerke sind präzise angerichtet. Raum für Interpretation gibt es nicht, jeder Koch macht das Gleiche.“ Serviert wird auf edlen Holz-Sets, die Dil eigens von einem Tischler anfertigen ließ.

Spezialität des Hauses ist eine Maki-Rolle, die Dil’s 12-jähriger Sohn erfunden hat. Ihr Name: Pink Leon Rolle. Die Zutaten: Himbeer-Dressing, Black Tiger Garnelen, Avocado und Frischkäse.

Zu trinken gibt es unter anderem hauseigenen Sensei-Wein aus Österreich, einen fruchtigen Chardonnay. Wer Bier mag, trifft auf Japans Bierklassiker Asahi und Kirin oder ein stilgerechtes Trumer Pils im schlanken Glas.

Service

Sensei´s Personal ist stets aufmerksam und freundlich – alles passt.

Sensei Sushi Bar Innsbruck

Stolz präsentiert Dil Ghamal seine Sensei Sushi Bar. Foto © Lukas Schaller

Ambiente

Das Sensei steht für Design, schicken und entspannten Lifestyle: Aus den Boxen tönt wohltuender Lounge Sound, Spots beleuchten die Tische aus indischem Apfelholz, Wände und Boden sind durchgehend schwarz. Entworfen wurde das Flair-Lokal 2007 vom Innsbrucker Architekt Rainer Köberl mit der Anforderung: „Schwarz muss es sein“. Für das ausgefallene Projekt hat er den Tiroler Bauherrenpreis erhalten. Ein spezieller Sitzplatz ist hier besonders begehrt: Der Tisch im verglasten Erker in die Maria-Theresien-Straße; erhaben und fast ein wenig dekadent. „Meine Gäste sollen essen mit Flair verbinden, ihrer Seele Gutes tun und einfach gemütlich genießen“, betont Dil. Neben mir speisten angenehme Geschäftsleute, die hier mittags und abends Stammkunden sind. Ins Sensei gehen Ästheten mit gehobenen Ansprüchen, die nichts dagegen haben, wenn das Japanische ein wenig modifiziert wird. Auch der Preis sollte keine Rolle spielen.

Sensei Sushi Bar Innsbruck

Begehrt und meistens reserviert ist der Erker mit Blick auf die Maria-Theresien Straße. Foto © Lukas Schaller

Sensei Sushi Bar Innsbruck

Es ist ein Flair-Lokal für Liebhaber des außergewöhnlichen Designs. Foto © Lukas Schaller

Koch

Dil ist ursprünglich gelernter Goldschmied. „Schmiede und Köche sind beides Künstler“, leuchten seine Augen, daher verwundert sein Faible für Design nicht. Er ist ein Entertainer und weiß, wie man ein Restaurants ganz nach oben führt. In Frankfurt hat er Koch und Sushi-Meister gelernt, inspirieren ließ er sich in Japan und Korea. Für das Shooting auf der Nordkette hatte er alles dabei: Akribisch und geduldig hat er die Sashimi- und Sushi-Variation angerichtet. Dil fuhr mit mir sowie mit Sack und Pack zuerst mit der Hungerburgbahn, dann mit der Nordkettenbahn hinauf. So manche Wanderer sind offenen und wässrigen Mundes an uns vorbei spaziert. Er gehört wahrlich zur Avantgarde von Innsbruck. Danke Dil!

Sensei Sushi Bar Innsbruck

Dil Ghamal auf der Nordkette. Er ist der Chef, nicht nur hier oben. Foto: Vil Joda

 

Tipp: Im Sommer um 18.00 Uhr im verglasten Erker sitzen, auf das Treiben der Maria-Theresien-Straße schauen – die Sonne behaglich hereinscheinen lassen. Ein Glas Prosecco als Aperitif, eine klassische Miso-Suppe als Vorspeise gefolgt von einer Sushi Platte und Sensei´s Chardonnay als harmonische Begleitung. Ein erfrischendes Sorbet mit Grüntee rundet die Komposition ab, ein Glas warmer Sake ist obligat. Preisgekrönt!

Kontakt:
Sensei Sushi Bar
Maria-Theresien-Straße 11
A-6020 Innsbruck
T. +43 (0) 512 / 56 27 30
M. office@senseisushibar.at
www.senseisushibar.at

Öffnungszeiten:
Mo-Sa: 12.00-14.00 Uhr und 18.00-22.00 Uhr; an Feiertagen geschlossen.
Im Sommer: Terrasse in der Maria-Theresien-Straße nachmittags geöffnet.
Reservierung erbeten.