Osterpinzen, Osternersterl und Osterhasen – zu Ostern haben die Germteig Leckereien in ganz Österreich Hochsaison.

Wer keine Osterlammform oder Häschenausstecher zu Hause hat, kann sich ganz einfach auf das traditionelle, vor rund zwei Jahrhunderten entstandene Rezept der Osterpinze verlassen!

Das Germ-Gebäck hat seinen Ursprung in Italien, nämlich im Veneto und im Friaul. Zugegeben, es gibt fast nichts Besseres als eine weiche, flaumige und buttrige Pinze aus Germteig… Viel Butter und Dotter erzeugen den weichen und saftigen Geschmack. Die Pinze schmeckt nicht nur zu Süßem, sondern auch zur pikanten Osterjause mit Schinken hervorragend! Allerdings ist es gar nicht mehr so leicht eine richtig gute Osterpinze in Geschäften zu finden, darum gibt es hier ein Rezept zum Selbermachen! Germteig lässt sich schnell und unkompliziert verarbeiten und ist perfekt zum Kneten und Formen geeignet. Mit dem selben Rezept kann man übrigens auch geflochtene Kränze basteln, sogenannte Osternesterl, welche man traditionell mit einem gefärbten Osterei verschenkt bzw. ins Osternest legt.

Apropos Tradition…

Traditionell wird die Pinze am Karsamstag in einem Korb zusammen mit anderen Leckereien, wie geselchtem Fleisch, Kren, gefärbten Eiern, Brot, Wein und vielem mehr bei der Messe in die Kirche getragen und geweiht. Nachdem die Schmankerln durch die Speisenweihe göttlichen Segen erhalten haben, werden sie am Ostersonntag zur Osterjause verspeist.

Frisch gebacken schmeckt die Pinze am besten! Man kann die Pinzen und Kränze allerdings auch schon im Voraus backen, einfrieren und vor der Messe bzw. der Osterjause auftauen. Sollte am Ostermontag doch noch das ein oder andere Stück Pinze übrig bleiben, kann man daraus French Toast (Armer Ritter) zubereiten.

Was wird benötigt?

Für zwei große Osterpinzen oder mehrere kleine Kränze benötigt man:

  • 2 kg Mehl
  • 2 – 3 Eier
  • 1 Liter Milch
  • 250 g Butter
  • 2 EL Salz
  • 2 Packungen Germ

Außerdem:

  • Hagelzucker zur Deko
  • 1 Ei zum Bestreichen
  • gefärbte Eier
Osterpinzen Nadja Hudovernik

Zutaten ©Nadja Hudovernik

Step by Step – so einfach geht´s!

Osterpinzen Rezept ©Nadja Hudovernik

1. Trockenzutaten, also Mehl, Germ und Salz auf einer Arbeitsfläche vermengen. Darin eine Mulde formen und aufgeschlagene Eier zugeben.

Osterpinzen Rezept ©Nadja Hudovernik

2. Butter und Milch erhitzen und schmelzen. Danach etwas abkühlen lassen.

Osterpinzen Rezept ©Nadja Hudovernik

4. Die Butter-Milch Mischung nach und nach zu den restlichen Zutaten geben und mit der Hand (oder in einer Küchenmaschine) kneten.

Osterpinzen Rezept ©Nadja Hudovernik

5. Beim Kneten braucht man viel Geduld. Betrachtet man es allerdings als Armtrainig, macht es auch Spaß! Langes Kneten ist beim Teig wichtig. Es macht ihn nämlich glatter, feinporiger und dadurch auch saftiger! Den Germteig kann man ruhig bis zu zehn Minuten kneten…

Osterpinzen Rezept ©Nadja Hudovernik

6. …Am besten so lange, bis alle Zutaten gut verknetet sind und sich der Teig als Kugel vom Untergrund löst.

Osterpinzen Rezept ©Nadja Hudovernik

7. Den Germteig mit einem Geschirrtuch abgedeckt etwa 1 Stunde an einem warmen Ort gehen lassen.

Osterpinzen Rezept ©Nadja Hudovernik

8. Den aufgegangenen Teig vierteln. Stücke abschneiden und daraus drei etwa 30cm lange Stränge formen.

Osterpinzen Rezept ©Nadja Hudovernik

9. Die Stränge zu einem Zopf flechten und zu einem Kranz verbinden.

Osterpinzen Rezept ©Nadja Hudovernik

10. Die geformten Kränze mit einem verquirlten Ei bestreichen und im Ofen bei 175°C etwa 30-40 Minuten goldbraun backen. Wer will, kann jetzt schon vor dem Backen versuchen ein Ei hineinzulegen, um zu testen, ob es Platz hat.

Osterpinzen Rezept ©Nadja Hudovernik

Osterpinzen Rezept ©Nadja Hudovernik

11. Jetzt aber! Endlich kann man diese Leckereien vernaschen und verschenken – mit oder auch ohne Osterei! Wer noch auf der Suche nach anderen Osterüberraschungen ist, der wird am Ostermarkt in Innsbruck fündig.

Frohe Ostern und lasst es euch schmecken!