Sie wärmen so schön, knuspern über offenem Feuer und sind auch auf Innsbrucks Straßen im Winter nicht wegzudenken- die Maronibräter!

Was wäre die Weihnachtszeit nur ohne Maroni? Um sich bei diesen kalten Herbsttagen den Maroni-Genuss mit nach Hause zu nehmen, gibt es heute ein Rezept für Herz und Seele – eine frische und leckere Maronicremesuppe. Gewürze wie Zimt, Muskat, Nelken und Wacholder machen diese Maronisuppe aus und geben ihr besondere Aromen. Die separat angebratenen Maroni- und Speckwürfel verleihen noch einen extra knusprigen Geschmack.

“Der Brotbaum der Armen” – Die Geschichte zur Maroni

Wer hätte gedacht, dass die Maronen nicht immer als Nascherei angesehen wurden? Im frühen Mittelalter waren Maroni im Winter sogar Hauptnahrungsmittel von Bauern in den Bergregionen. Da sie voller Kohlenhydrate sind und satt machen, durften arme Bauern auf öffentlichen Plätzen kostenfrei Maroni anbauen und ernten. Nicht umsonst nannte man den Kastanienbaum deshalb den “Brotbaum der Armen”. Meist wurden die Maroni von den Bauern klassisch zubereitet, aber auch oft wurden sie getrocknet, zu Kastanienmehl gemahlen und zum Backen verwendet. Erst seit dem letzten Jahrhundert gilt die Maroni als Delikatesse und ist von keinem Christkindlmarkt mehr wegzudenken!

Die klassische Zubereitung

Traditionell werden Maroni über offenem Feuer in einer speziellen, mit Löcher versehenen Maronipfanne geröstet. Man kann sie aber auch ganz einfach zu Hause im Backofen zubereiten. Dafür ritze ich die runde Seite der Kastanie mit einem kleinen Messer etwas ein, lege sie auf ein Backblech und brate sie bei 180°C etwa 20-30 Minuten. Damit die Maroni extra saftig werden, kann man eine Schüssel Wasser in den Ofen stellen oder etwas Wasser aufs Blech leeren. Wenn sich die Schale nach außen wölbt, kann man die Maroni probieren. Wenn ich sie einfach so esse (am liebsten mit etwas Butter), dann wickle ich sie gleich nach dem Backen in ein warm angefeuchtetes Geschirrtuch, dann lassen sich die Maroni besser schälen und sie bleiben noch dazu länger warm.

Für die Maronicremesuppe benötigt man (für zwei Portionen):

© Nadja Hudovernik

© Nadja Hudovernik

  • 1 Zwiebel
  • 2EL Butter
  • 1 mehlige Kartoffel, klein gewürfelt
  • 100g Speck
  • 50ml Rotwein zum Ablöschen
  • 400g Maroni, im Ofen gebraten und geschält
  • 1l Gemüse- oder Rindsbrühe
  • Salz und Pfeffer
  • 1/2 TL Zimt
  • eine Priese Muskat, gerieben
  • 1 TL Wacholder
  • 3 Nelken
  • 100g Obers und/oder Creme Fraîche zum Verfeinern
  • zwei Zweige Thymian

So funktioniert´s:

Die Maroni nach der klassischen Anleitung zubereiten, schälen und in Würfel schneiden. Ca. 5 gehackte Maroni für die Garnitur übrig lassen und beiseite stellen. Die Zwiebel fein hacken und in der Butter mit Thymian glasig anschwitzen lassen. Die Kartoffel- und Maroniwürfel dazugeben und gemeinsam etwas anbraten. Mit Rotwein ablöschen, Zimt, Muskat, Nelken und die Suppenbrühe zugeben. Die Suppe zum Kochen bringen und etwa 5-10 Minuten köcheln lassen. Dann mit einem Pürierstab fein pürieren und eventuell auch noch durch ein Sieb seihen. Für die Garnitur Speck und die übrig gelassenen Maroni in einer Pfanne ohne Fett (da Speck ausreichend Fett beinhaltet) knusprig anbraten. Die Suppe mit Creme Fraîche und/oder Obers verfeinern, mit den angebratenen Speck- und Maroniwürfel bestreuen und gleich schmecken lassen!

Mahlzeit!

PS: Lust auf noch mehr Weihnachts-Schmankerln? Dann schaut mal hier oder hier rein.

Maroni haben Saison! Maronicremesuppe © Nadja Hudovernik

© Nadja Hudovernik